„So widerlich“: Politiker-Sohn in Regensburger Schwimmbad-Umkleide von Spanner gefilmt

Unschöner Vorfall im Westbad in Regensburg: Vor wenigen Tagen wurde der Sohn eines bekannten Politikers in der Umkleide heimlich gefilmt – der Bub zeigte allerdings eine Menge Mut.
Matthias Beer, CSU-Bürgermeister von Beratzhausen (Landkreis Regensburg), machte den Vorfall auf seinen sozialen Medien selbst publik. Darin schildert er, dass sein minderjähriger Sohn und seine Frau in der Umkleidekabine eines Regensburger Schwimmbads heimlich mit einem Handy beim Umziehen gefilmt worden seien. Glücklicherweise habe der Bub das Ganze gesehen, weil er auf dem Boden kniete, schreibt der Politiker weiter. Der Minderjährige habe den Vorfall sofort gemeldet. „Der Täter wurde so gestellt und hat die Tat gestanden. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.“
Polizei bestätigt Spanner-Vorfall in Regensburger Schwimmbad
Markus Reitmeier, Sprecher der Polizeiinspektion Regensburg Süd, bestätigt das auf Anfrage der Mittelbayerischen Zeitung. Demnach sei der Vorfall am Dienstag geschehen. „Als Tatverdächtiger wurde ein 43-jähriger Deutscher identifiziert. Zu den Einlassungen des Tatverdächtigen können im laufenden Verfahren keine Angaben gemacht werden.“
Matthias Beer macht unmissverständlich klar: „Das ist wirklich so widerlich, dass es so etwas gibt.“ Eine Umkleidekabine sei ein geschützter Raum. „Wer Menschen – Frauen und Kinder – beim Umziehen filmt, muss ernste Konsequenzen tragen.“ Sein Sohn habe mutig und aufmerksam gehandelt. Eines mache ihn als Vater allerdings traurig. „Statt anschließend einfach einen schönen Tag im Schwimmbad verbringen zu können, musste er fast zwei Stunden im Foyer warten und als Zeuge seine Aussage bei der Polizei in ein Aufnahmegerät sprechen.“ Ein Kind solle sich darauf freuen, unbeschwert schwimmen und planschen zu können „und nicht erleben müssen, wie jemand seine und Mamas Privatsphäre verletzt und was für ekelhafte Menschen auf der Welt herumlaufen“.
Politiker über Spanner-Vorfall in Regensburger Schwimmbad: „Hoffe, dass Fall konsequent aufgearbeitet wird“
Er hoffe nun, dass der Fall konsequent aufgearbeitet werde. „Und ich hoffe genauso, dass dieser Beitrag wachrüttelt. Schaut hin. Greift ein. Meldet verdächtiges Verhalten sofort dem Personal oder der Polizei. Manchmal reicht genau dieser eine Moment, um Schlimmeres zu verhindern.“
Polizeisprecher Reitmeier sagt auf Anfrage, dass es keine auffällige Häufung von Spanner-Vorfällen im Regensburger Westbad gebe. „Der Fall ist der erste bekannt gewordene in diesem Jahr, bei dem eine Person unter der Wand der Umkleidekabine durchgefilmt hat.“ In zwei Fällen sei heuer die Polizei hinzugezogen worden, als jeweils eine Person unter der Kabinenwand in die Nachbarkabine sah. Dabei sei aber nicht gefilmt oder fotografiert worden. „Ein weiterer Vorfall wurde gemeldet, bei welchem der Verdacht aufkam, dass eine Person im Ruhebereich des Saunabereiches Fotos gefertigt hatte.“