Nachfrage nach Krippenplätzen bricht ein – Stadt Burglengenfeld speckt Projekt ab

Auch zum Thema Kindertagesstätten gab es im Burglengenfelder Stadtrat kurz vor der Sommerpause interessante Neuigkeiten. Die Kernbotschaft von Bürgermeister Martin Antretter (SPD): Eines der beiden geplanten Projekte, nämlich die im Neubaugebiet Hussitenweg vorgesehene „Hasellohe“, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit kleiner ausgeführt werden, als es bis vor kurzem zwingend erforderlich schien.
Antretter unterrichtete den Stadtrat am 22. Juli darüber, dass der Bedarf an Kindergarten- und -krippenplätzen derzeit finalisiert werde. Dies sei erforderlich, weil bezüglich der angemieteten Container in der Ludwig-Erhard-Straße, wo die Johanniter eine Kita betreiben, eine Entscheidung zu treffen sei.
Vorhandene Kapazitäten sollen besser genutzt werden
Nach derzeitigem Stand sieht es laut Antretter stark danach aus, als wenn die Nachfrage nach Betreuung von Kindern unter drei Jahren stark rückläufig ist. Darauf müsse man bei der Planung für den Neubau, der das Provisorium ersetzen soll, reagieren. Ein Festhalten am ursprünglichen Konzept wäre „weder fachlich sinnvoll noch gegenüber den Steuerzahlern vertretbar“, betonte der Rathauschef auf Nachfrage.

Nach dem bisherigen Stand waren für den Hussitenweg zwei Kindergarten- und vier Krippengruppen vorgesehen. An den Kindergartengruppen soll laut Antretter festgehalten werden, die Zahl der Krippengruppen ließe sich aber reduzieren. Zusätzlich werde geprüft, die Einrichtung so zu gestalten, dass Räume bei Bedarf für beide Zwecke genutzt werden könnten. Parallel dazu werde untersucht, ob es möglich wäre, bestehende Kapazitäten an anderen Standorten besser auszulasten.
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Welche Ausbaustufe konkret umgesetzt werde und welche Kosten damit verbunden seien, stehe noch nicht fest, erklärte Antretter. Unabhängig davon solle die neue Einrichtung so geplant werden, dass eine spätere Erweiterung bei steigendem Bedarf ohne größeren Aufwand möglich bleibe. Antretter sprach von einem legosteinartigen Konzept, das sehr praktisch sei.
Die Entwicklung bei den Bedarfszahlen könnte den einen oder anderen Burglengenfelder verwundern. In unguter Erinnerung ist nämlich die gar nicht lange zurückliegende Zeit, in der sich viele Eltern vergeblich um Krippenplätze bemühten. Der damalige Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) erklärte, die Stadt tue alles in ihrer Macht stehende, um die Situation zu entspannen. Hauptursache für die Betreuungslücke sei aber der Mangel an Fachpersonal, und solches könne man sich nicht schnitzen.
Grundstückstausch zwischen Stadt und Kirche

Auch zum zweiten Kindergartenneubau, der „Königsbergwiege“, gibt es Nachrichten: An der Kallmünzerstraße wurde mit der Erschließung begonnen. Kurz zuvor war ein Tauschgeschäft zwischen der Stadt und der Pfründestiftung notariell beurkundet worden. Die Kirche wollte dadurch gewährleisten, dass die neue Kita, die den Don-Bosco-Kindergarten ersetzen soll, wieder auf kirchlichem Grund steht.
Sowohl die Hasellohe als auch die Königsbergwiege werden nicht von der Stadt, sondern den Stadtwerken (SWB) errichtet. SWB-Vorstand Johannes Ortner hat dafür in seinen Wirtschaftsplan jeweils 1,4 Millionen Euro eingestellt. Zwei Millionen sollen durch Darlehen abgedeckt werden, 800 000 Euro erwartet Ortner als Baukostenzuschuss von der Kommune. Nach Fertigstellung werden die Gebäude an die Stadt vermietet.