Ausbau der Zellertalstraße zwischen Bad Kötzting und Arnbruck soll 2027 beginnen

Von David Salimi · 15. Juli 2026 um 15:15

Die Ortsumgehung für Traidersdorf nimmt nach Jahrzehnten der Planungen immer konkretere Formen an. Seit Langem wird über eine Entschärfung der kurvigen und stellenweise schmalen Staatsstraße 2132 zwischen Bad Kötzting und Arnbruck diskutiert. Mit dem Planfeststellungsbeschluss im Januar wurde der entscheidende rechtliche Meilenstein erreicht.

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Nachdem bis Ende März keine Klagen gegen das Vorhaben eingegangen waren, besteht inzwischen Baurecht. Für die rund elf Millionen Euro teure Gesamtmaßnahme hat Dr. Richard Bosl, Leiter der Straßenbauabteilung am Staatlichen Bauamt Regensburg, nun den aktuellen Stand der Bauvorbereitung vorgestellt – und dabei auch einen konkreten Zeithorizont für den Baustart genannt.

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Bis die Bagger anrollen, wird allerdings noch ein wenig Zeit vergehen. Nach derzeitigem Stand sei der Baustart frühestens im Frühjahr 2027 vorgesehen. „Bis dahin müssen wir noch unsere restlichen Hausaufgaben machen“, sagt Bosl.

Die Staatsstraße 2132 führt von Bad Kötzting über Arnbruck, das Zellertal weiter nach Zwiesel und in den unteren Bayerischen Wald. Gleichzeitig ist sie Teil der touristisch bedeutenden Glasstraße. Besonders der Abschnitt zwischen Bad Kötzting und Arnbruck gilt seit Jahren als eng, kurvig und unübersichtlich. Die geplante Ortsumgehung soll zumindest Traidersdorf vom Durchgangsverkehr entlasten und die Verkehrssicherheit erhöhen.

Bauabschnitt beginnt beim „Eisernen Tor“ kurz nach Bärndorf

Bosl erinnert daran, dass der Weg bis zum heutigen Planungsstand alles andere als geradlinig verlaufen sei. Während die Umfahrung für Traidersdorf und Steinbühl nun kurz vor der Umsetzung stehe, ruhen die Planungen für den ebenfalls vorgesehenen Ausbau zwischen Bad Kötzting und Bärndorf vorerst. Dort habe bislang keine Einigung mit den betroffenen Grundstückseigentümern erzielt werden können. Stattdessen konzentriere sich das Staatliche Bauamt zunächst auf den Abschnitt zwischen Bärndorf und Matzelsdorf.

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Die neue Trasse beginnt laut Bosl auf Höhe der Firma Landmaschinen Kauer in Bärndorf und führt auf rund zwei Kilometern südlich an Traidersdorf vorbei, ehe sie kurz vor Matzelsdorf wieder in die bestehende Staatsstraße einmündet. Traidersdorf erhält auf Höhe des Autohauses Gogeißl eine Anschlussstelle mit Verkehrsinsel und Linksabbiegespur. Auch Himmelreich und Wurz werden über eigene Knotenpunkte an die neue Straße angebunden.

In den Planungen berücksichtigt worden ist auch die altbewährte Route des Kötztinger Pfingstritts. Der Teil der bisherigen Staatsstraße aus Richtung Bad Kötzting kurz vor Traidersdorf bleibt als Alttrasse erhalten, ist für den regulären Verkehr künftig jedoch nicht mehr befahrbar. Die mit Pollern gesicherte Anbindung wird ausschließlich für den Pfingstritt geöffnet.

Künftig führt der Verkehr zwischen Bad Kötzting und Zwiesel südlich an Traidersdorf und Steinbühl vorbei. - Foto: Staatliches Bauamt Regensburg

Für das Jahr 2035 werde auf diesem Abschnitt mit bis zu 3500 Fahrzeugen täglich gerechnet, „auch wenn der Schwerlastverkehr vergleichsweise gering ist“, so der Abteilungsleister. Damit liege die Verkehrsbelastung „oberpfalzweit ein bisschen über dem Durchschnitt“.

Erneuerung der Deckschicht bis zur Landkreisgrenze

Im Bereich des markanten „Eisernen Tores“ seien bereits zwei ältere Gebäude erworben worden, die für den Neubau der Straße weichen sollen. Außerdem sei vorgesehen, im Zuge der Maßnahme auch die Deckschicht der bestehenden Staatsstraße zwischen dem südlichen Bauende bei Matzelsdorf und der Landkreisgrenze kurz vor Niederndorf zu erneuern.

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Mit einer Fahrbahnbreite von 6,50 Metern falle die neue Staatsstraße zwar etwas schmaler aus als manche andere Staatsstraße. Sie werde aber „dennoch einen gängigen Querschnitt für Staatsstraßen aufweisen“, betont Bosl. Begegnungsverkehr – auch zwischen Lastwagen – sei damit problemlos möglich. Gleichzeitig trage die geringere Breite einer möglichst flächenschonenden Bauweise Rechnung.

Gut sechs Jahre seien vom Antrag auf Planfeststellung bis zum rechtskräftigen Beschluss vergangen – laut Bosl ein durchaus üblicher Zeitraum für ein Straßenbauprojekt dieser Größenordnung. Zwischen November 2020 und Januar 2021 lief das Anhörungsverfahren mit öffentlicher Auslegung. Nach einem Erörterungstermin in Bad Kötzting folgte im Januar 2026 der Planfeststellungsbeschluss. Ende März stand schließlich fest, dass keine Klagen gegen das Projekt eingereicht worden waren – der Weg für das Baurecht war frei.

Vergangene Woche seien außerdem die geotechnischen Untersuchungen abgeschlossen worden. Mit den Ergebnissen rechnet das Staatliche Bauamt im Herbst. Auch naturschutzrechtliche Vorgaben seien berücksichtigt worden. So würden unter anderem Ausgleichsflächen für betroffene FFH-Gebiete geschaffen.

Derzeit arbeitet das Staatliche Bauamt vor allem am Grunderwerb und an den Ausschreibungen. Sämtliche Grundstückseigentümer seien inzwischen informiert worden. Erste Bauerlaubnisse lägen bereits vor. „Ohne Grunderwerb können wir nicht bauen“, macht Bosl deutlich.

Zwei Jahre Bauzeit unter Vollsperrung

Dennoch zeigt er sich optimistisch. Der Tenor bei den bisherigen Informationsveranstaltungen sei „überwiegend positiv“ gewesen. Für Autofahrer werde sich allerdings zunächst noch nichts ändern. „Aktuell läuft vieles noch im Hintergrund, ohne dass man draußen auf der Straße etwas sieht“, erklärt Bosl.

Ist der Baustart erfolgt, müssen sich Verkehrsteilnehmer allerdings auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Nach Angaben des Staatlichen Bauamts wird die Bauzeit rund zwei Jahre betragen. „Eine Vollsperrung der Staatsstraße ist nicht zu vermeiden, da größtenteils am Bestand gebaut wird“, kündigt Bosl an. Die offizielle Umleitung soll von Bad Kötzting über Wettzell und Viechtach in Richtung Zellertal beziehungsweise in Gegenrichtung verlaufen. Davon betroffen sein dürfte auch die Schülerbeförderung zwischen Arnbruck und Bad Kötzting, für die während der Bauzeit entsprechende Lösungen gefunden werden müssen.

Mit der Ortsumgehung Thalersdorf wurde 2007 wenige Kilometer weiter im Landkreis Regen bereits ein Teil der Zellertalstraße ausgebaut. Nun soll die Streckencharakteristik auf Chamer Seite mit der Umgehung Traidersdorf fortgeführt werden. - Foto: Franz Hackl/Archiv
Mit der Ortsumgehung Thalersdorf wurde 2007 wenige Kilometer weiter im Landkreis Regen bereits ein Teil der Zellertalstraße ausgebaut. Nun soll die Streckencharakteristik auf Chamer Seite mit der Umgehung Traidersdorf fortgeführt werden. - Foto: Franz Hackl/Archiv
Mit der Ortsumgehung Thalersdorf wurde 2007 wenige Kilometer weiter im Landkreis Regen bereits ein Teil der Zellertalstraße ausgebaut. Nun soll die Streckencharakteristik auf Chamer Seite mit der Umgehung Traidersdorf fortgeführt werden. - Foto: Franz Hackl/Archiv
Mit der Ortsumgehung Thalersdorf wurde 2007 wenige Kilometer weiter im Landkreis Regen bereits ein Teil der Zellertalstraße ausgebaut. Nun soll die Streckencharakteristik auf Chamer Seite mit der Umgehung Traidersdorf fortgeführt werden. - Foto: Franz Hackl/Archiv
Mit der Ortsumgehung Thalersdorf wurde 2007 wenige Kilometer weiter im Landkreis Regen bereits ein Teil der Zellertalstraße ausgebaut. Nun soll die Streckencharakteristik auf Chamer Seite mit der Umgehung Traidersdorf fortgeführt werden. - Foto: Franz Hackl/Archiv
Mit der Ortsumgehung Thalersdorf wurde 2007 wenige Kilometer weiter im Landkreis Regen bereits ein Teil der Zellertalstraße ausgebaut. Nun soll die Streckencharakteristik auf Chamer Seite mit der Umgehung Traidersdorf fortgeführt werden. - Foto: Franz Hackl/Archiv
Mit der Ortsumgehung Thalersdorf wurde 2007 wenige Kilometer weiter im Landkreis Regen bereits ein Teil der Zellertalstraße ausgebaut. Nun soll die Streckencharakteristik auf Chamer Seite mit der Umgehung Traidersdorf fortgeführt werden. - Foto: Franz Hackl/Archiv
Mit der Ortsumgehung Thalersdorf wurde 2007 wenige Kilometer weiter im Landkreis Regen bereits ein Teil der Zellertalstraße ausgebaut. Nun soll die Streckencharakteristik auf Chamer Seite mit der Umgehung Traidersdorf fortgeführt werden. - Foto: Franz Hackl/Archiv
Mit der Ortsumgehung Thalersdorf wurde 2007 wenige Kilometer weiter im Landkreis Regen bereits ein Teil der Zellertalstraße ausgebaut. Nun soll die Streckencharakteristik auf Chamer Seite mit der Umgehung Traidersdorf fortgeführt werden. - Foto: Franz Hackl/Archiv
Arnbrucks Bürgermeisterin Angelika Leitermann (links) und Regens Landrat Ronny Raith an der Landkreisgrenze bei Niederndorf: Während die Umfahrung für Traidersdorf nun vor dem Baustart steht, ist die Zukunft der ebenfalls geplante Ortsumgehung für Niederndorf auf niederbayerischer Seite noch weiter offen. - Foto: Hans Weiss/Archiv

In der kommenden Woche will das Staatliche Bauamt Regensburg außerdem Arnbrucks Bürgermeisterin Angelika Leitermann über die anstehenden Arbeiten informieren. Während mit der Ortsumgehung Thalersdorf auf niederbayerischer Seite bereits seit 2007 ein Teil der Zellertalstraße ausgebaut ist, wartet die ebenfalls seit Langem herbeigesehnte Umfahrung von Niederndorf weiterhin auf ihre Umsetzung. Für deren Planung ist das Staatliche Bauamt Passau zuständig. Leitermann forderte zuletzt, das Projekt wieder in die höchste Dringlichkeitsstufe aufzunehmen, nachdem es noch vor ihrer Amtszeit aus dieser Priorisierung herausgenommen worden war.