Pöbelei am Sprungturm: Polizei rückt im Chamer Freibad wegen zehn jungen Männern an

Von Selina Schaefer · 14. Juli 2026 um 15:00

Eigentlich wollte sein Kollege im Chamer Freibad nur daraufhinweisen, dass sich eine zehnköpfige Gruppe leiser und angemessener benehmen solle. Dann sei die Situation schnell eskaliert, sagt Erwin Zankl, stellvertretender Betriebsleiter der städtischen Bäder. Letztlich musste die Polizei anrücken.

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Die jungen Männer betraten das Bad gegen 17 Uhr am Sonntag, schildert Zankl. Beim Springen am Sprungturm schrien sie und fielen auch sonst durch ihr Benehmen negativ auf. Da der Hauptaufsichtspunkt für die Schwimmmeister ohnehin nebenan sei, bemerkte das sein Kollegen sofort und wies die jungen Männer zurecht. „Daraufhin ist das Ganze irgendwie eskaliert“, sagt Zankl, der selbst gerade anderweitig beschäftigt war. Ein Mann habe den Schwimmmeister angepöbelt: „Wer bist du? Was willst du?“ Um eine Zwei-gegen-zehn-Situation und eine weitere Eskalation zu verhindern, riefen sie die Polizei.

Marco Müller, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizei Cham, bestätigte den Vorfall. „Wir haben die Stadt bei der Durchsetzung des Hausrechts unterstützt“, sagt er. Mit mehreren Streifen rückten die Beamten an. Die Gruppe sei dann anstandslos gegangen. „Der Hauptaggressor war ein 21-jähriger Syrer, so Müller.“ Hinweise auf Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten gebe es nicht.

Bis auf kleinere Ermahnungen verläuft die Saison trotz Hitzewellen bisher ruhig

Die Männer erhalten nun ein Hausverbot, sagt Zankl. Dass man jemanden ermahne, geschehe zwar häufig. Generell sei es bisher heuer aber ruhig und angenehm gewesen. Trotz großer Hitzewelle. „Wir hatten vergangenes Jahr schon kleinere Vorfälle.“ Zankls Wahrnehmung nach fielen dabei zwar oft ausländische Badegäste negativ auf. Aber: „Das passiert mit deutschen Jugendlichen genauso.“ Obwohl er und seine Kollegen eigentlich nur für Sicherheit sorgen wollen, müssten sie sich manchmal im eigenen Bad fürchten.

Bei Eltern sei man schnell „der Böse“, wenn man ein Kind ermahne, etwa nicht vom Beckenrand zu springen. In den vergangenen 20 Jahren habe sich etwas verändert: „Der Status als Bademeister zählt eigentlich nicht mehr.“