Neue Pläne für Döpfer-Vereinshaus in Schwandorf – 32 Wohnungen sollen entstehen

Für das ehemalige Vereinshaus der Döpfer Schulen an der Ecke Kloster- und Höflingerstraße in Schwandorf könnte schon bald die letzte Stunde schlagen. Das Gebäude soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Die Pläne wurden jetzt im Schwandorfer Bauausschuss vorgestellt.
Seit einem Wasserrohrbruch im Jahr 2017 kann das Vereinshaus an der Klosterstraße nur eingeschränkt genutzt werden. Zuletzt war hier die Pflegeschule untergebracht, die in diesem Jahr auch ausgezogen und nun im Sparkassen-Gebäude zu finden ist. Das riesige Gebäude ist seitdem komplett ungenutzt. Neue Nutzungen sind nicht in Sicht. Das Haus sei zu marode, erklärt Hubert Döpfer.
Aus diesem Grund soll das Gebäude abgerissen und auf der Fläche ein Mehrfamilienwohnhaus errichtet werden. Im Schwandorfer Bauausschuss wurde am Dienstag darüber informiert. Geplant sind insgesamt 32 Wohnungen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Appartements mit einer Größe von 23 Quadratmetern. Einige Wohneinheiten sollen auch größer werden (32 bis 33 Quadratmeter).
Wohnungen sollen komplett möbliert angeboten werden
Auch wenn es sich um eher kleinere Wohnungen handelt, sollen alle über eigene Naßzellen und Küchenbereiche verfügen. Die Wohnungen sollen komplett möbliert sein und zudem über einen Parkplatz, einen Fahrradabstellplatz und einer Lagermöglichkeit verfügen. In dem geplanten Neubau sind darüber hinaus auch Gemeinschaftsräume vorgesehen.
Die geplanten Wohnungen sollen vorrangig an Schüler und Mitarbeiter der Döpfer Schulen vermietet werden. Wie Hubert Döpfer erklärt, kommen inzwischen viele Schüler aus dem Ausland. Im Pflegebereich sei deren Anteil mittlerweile höher als der der deutschen Schüler. Damit die jungen Menschen aus dem Ausland überhaupt ein Visum bekommen, müssen sie neben einem Schul- und Ausbildungsvertrag auch Deutschkenntnisse sowie eine Wohnung nachweisen.
In der Regel werden ihnen die Wohnungen von den Döpfer Schulen vermittelt. Untergebracht sind diese Schüler dabei nicht nur in der Großen Kreisstadt, sondern im gesamten Landkreis Schwandorf. Künftig könnte ein großer Teil von ihnen an einem Standort untergebracht werden – was auch logistisch ein großer Vorteil wäre. Hubert Döpfer sieht in dem geplanten Mehrfamilienhaus auch eine Stärkung der Kernstadt, die ihm als Schwandorfer sehr am Herzen liege.
Das Bauvorhaben soll auch die Innenstadt stärken.Hubert Döpfer über die Schaffung von 32 Wohnungen in der Klosterstraße
Da die Zahl der Schüler immer wieder mal schwanke, will sich Hubert Döpfer auch die Option offen halten, die Wohnungen an private Dritte zu vermieten. Erst vor einigen Monaten musste die Bildungseinrichtung schmerzlich erfahren, dass Schüler ihre Ausbildung nicht beginnen konnten. Acht junge Iraner sollten an die Döpfer Schulen kommen. Nach dem Beginn des Iran-Krieges konnten sie von einem Tag auf den anderen nicht mehr ihr Heimatland verlassen, berichtet Hubert Döpfer.
Schon seit vielen Jahren gibt es Pläne, auf der Fläche einen Neubau zu errichten
Pläne für das Areal des Vereinshauses gibt es schon seit vielen Jahren, informierte die Verwaltung die Stadträte. Bereits 2013 war bei der Stadt Schwandorf eine Bauvoranfrage zur Errichtung eines Schulgebäudes gestellt worden, die auch genehmigt wurde. Die damalige Planung sah ein Gebäude mit Satteldach, vier Vollgeschossen und einer Wandhöhe von 10,50 Metern vor. Vier Jahre später wurde dann ein Bauantrag eingereicht, der einige Änderungen vorsah. So sollte das Gebäude nun ein Flachdach, dafür aber eine Wandhöhe von mehr als 13 Metern haben.
2018 wurden zwei weitere Tekturenplanungen eingereicht, welche zuletzt ein Flachdachgebäude mit vier Vollgeschossen und einer Wandhöhe von 13,32 Metern aufwies. Dieses Bauvorhaben wurde aber nicht genehmigt. Wieder drei Jahre später wurde ein Bauantrag eingereicht und genehmigt, bei dem ein Flachdachgebäude mit vier Vollgeschossen vorgesehen war. Das Dachgeschoss sollte aber als Staffelgeschoss ausgebildet werden. Die Genehmigungen für die Bauvorhaben wurden aber nie in Anspruch genommen. Vielmehr war nun ein neuer Bauantrag gestellt worden.
Zwischenzeitlich hatte Hubert Döpfer auch mit einem Verkauf der Immobilie geliebäugelt. Es habe durchaus Interessenten gegeben, sagt der 72-Jährige. Irgendwann sei aber die Frage aufgekommen, warum man die Fläche verkaufen solle, wenn man sie doch für eigene Zwecke nutzen könne. Und so wurden die Planungen für das Mehrfamilienhaus vorangetrieben. Das 37 Meter lange und gut 19,50 Meter breite Gebäude soll nun nur noch drei Vollgeschosse haben, wobei in der untersten Etage die Parkplätze vorgesehen sind. Die Grundfläche wird rund 723 Quadratmeter groß sein. Der Neubau wäre damit deutlich kleiner als das jetzige Gebäude mit seiner Grundfläche von 871 Quadratmetern.
Noch in diesem Jahr könnte der Abbruch erfolgen
Die Verkleinerung des Gebäudes gegenüber den früheren Planungen kam bei den Stadträten gut an. 2. Bürgermeister Matthias Kuhn (SPD) lobte, dass man deutlich hinter den bisherigen Vorstellungen zurückbleibe. Auch Hans Sieß (CSU) stimmte für das Vorhaben, da man in Schwandorf Wohnraum brauche. FW-Stadtrat Florian Spiegler fand es gut, dass das Wohnungen für die Schüler ganz in der Nähe zur Schule entstehen sollen. Die einzige Gegenstimme kam von Linken-Stadtrat Tobias Mainka. Er monierte die kleine Größe der Wohnungen.
Nach der positiven Entscheidung im Bauausschuss könnte alles nun schnell gehen. Hubert Döpfer hofft jedenfalls, dass er bis Ende Juni einen Bescheid von der Stadt erhält. Dann laufe nämlich eine KfW-Förderung aus. Und die will er gern beantragen. Sobald die Fördermittel bewilligt seien, könne mit dem Abbruch des alten Gebäudes begonnen werden. Döpfer rechnet damit, dass dies in zwei bis drei Monaten der Fall ist. Mit der Errichtung des Neubaus könnte dann im nächsten Jahr nach der Winterpause begonnen werden.