Hoher Sanierungsdruck im Schwandorfer Bad: Rutsche und Solebecken müssen erneuert werden

Von Jan Lange · 11. Juni 2026 um 17:00

Das Schwandorfer Erlebnisbad muss nach 33 Jahren dringend saniert werden. Dabei seien zwei Varianten möglich, wie Bäderleiter Michael Maget den Stadträten jetzt erklärte. Bevor endgültig klar ist, was genau gemacht wird, sollen aber erstmal Fördermittel beantragt werden. Wie viel und ob sie überhaupt bewilligt werden, ist dabei völlig offen.

Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel: Vor der Saisoneröffnung im Erlebnisbad Schwandorf müssen die während der Wintermonate entstandenen Schäden behoben werden. Viel Zeit bleibt Bäderleiter Michael Maget und seinem Team dafür nicht. Heuer waren es zwischen dem Ende des Bodenfrostes und dem Saisonstart gerade mal zwei bis drei Wochen. Diese Zeit würde ausreichen, wenn es sich nur um ein paar kleinere Schäden handeln würde. Doch 33 Jahre nach der letzten Komplettsanierung werden die Schäden immer umfangreicher. Deshalb sollen nun die Rutsche erneuert und das Multifunktionsbecken saniert werden.

Eine Möglichkeit: Riesenrutsche könnte künftig aus Edelstahl sein

Die 70 Meter lange und 7,30 Meter hohe Riesenwasserrutsche könnte laut Maget wieder aus robustem glasfaserverstärktem Kunststoff (GfK) gefertigt werden. Ihre Betriebsdauer würde nach seinen Worten in diesem Fall 20 bis 25 Jahre betragen und die Kosten bei circa 180.000 Euro liegen. Alternativ könnte sie als Edelstahl-Rutsche ausgeführt werden. Die Vorteilen seien dabei die nahezu unbegrenzte Haltbarkeit und die Unempfindlichkeit gegenüber Hitze und Witterung. Die Kosten liegen aber bei rund 230.000 Euro.

Deutlich teurer für die Stadt Schwandorf wird die Erneuerung des Multifunktionsbeckens mit dem Erlebnis- und Nichtschwimmerbecken sowie dem Solebecken. Auch hier gibt es zwei Möglichkeiten: So könnte das Becken teilsaniert werden. Die defekten Fliesen würden dann abgebrochen und anschließend erneuert. Die Sanierung würde laut Maget sechs bis acht Monate dauern und eventuell keine Einschränkungen für den Badesommer 2027/28 mit sich bringen. Eine Teilsanierung wäre aber nicht förderfähig. Die Laufzeit würde auch nur um etwa drei bis fünf Jahre verlängert werden, so der Bäderleiter. „Die Infrastruktur bleibt alt“, benennt Maget einen weiteren Nachteil einer Teilsanierung.

Das Becken könnte aber auch einer Vollsanierung unterzogen werden. Die Beckenlandschaft würde in diesem Fall abgebrochen und anschließend neu aufgebaut sowie mit Edelstahl ausgekleidet werden. Die Sanierungskosten wären dann förderfähig und die weitere Laufzeit liege bei 25 bis 30 Jahren.

Bei Vollsanierung: Bauzeit wäre viel länger und Becken in nächster Saison nicht nutzbar

Der große Nachteil bei einer Vollsanierung wäre die deutlich längere Bauzeit, die Maget auf zwölf bis 18 Monate schätzte. Das Multifunktionsbecken würde in diesem Fall eine komplette Badesaison nicht genutzt werden können. Auch die Kosten sind um einiges höher: Der Bäderleiter bezifferte sie auf sechs bis acht Millionen Euro. Selbst wenn es eine Förderung für das Vorhaben geben würde, läge der Eigenanteil der Stadt Schwandorf immer noch bei drei bis vier Millionen Euro, erklärte Maget.

Lange überlegen können die Stadträte nicht mehr: Der Sanierungsbedarf sei inzwischen so enorm, dass man keine drei bis vier Jahre mehr warten könne, betonte Maget. Vorher will sich die Stadt Schwandorf noch um Fördermittel bemühen. Im Blick hat sie dabei zwei Förderprogramme: Zum einen das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“, für das sich die Kommunen bis zum 19. Juni bewerben müssen. Zum anderen wird eine Förderung über das Bayerische Sonderprogramm „Schwimmbadförderung“ beantragt.

Das Schwimmerbecken und das Planschbecken können wir noch ein paar Jahre halten, aber irgendwann muss auch hier eine Sanierung erfolgen.Michael Maget, Bäderleiter

Für die Förderprogramme gibt es aber viele Interessenten, sie sind vielfach überzeichnet. Das musste die Große Kreisstadt bereits beim Sepp-Simon-Stadion erfahren, für dessen Sanierung ebenfalls Bundesmittel beantragt wurden. Man sollte es aber auf jeden Fall probieren, meinte Oberbürgermeister Andreas Feller (BLS).

Rutsche muss auch ohne Förderung erneuert werden

Etwas unter Druck gesetzt fühlte sich SPD-Fraktionsvorsitzende Karin Frankerl. Der Projektaufruf für das Bundesprogramm sei schon am 20. März erfolgt. Jetzt kurz vor dem Ende der Bewerbungsfrist werde den Stadträten der Beschluss vorgelegt. Maget verteidigte die „späte“ Vorlage, weil erst nach der Frostperiode die Schäden sichtbar seien. Für die Beantragung der Mittel sei aber nur eine Projektskizze erforderlich, so dass der Antrag noch rechtzeitig eingereicht werden könne.

Sollte aus dem Bundesprogramm keine Förderung für die Rutsche bewilligt werden, sollte man sie trotzdem erneuern, um den zahlreichen Besuchern weiterhin den Rutschenspaß bieten zu können, meinte Schwandorfs Kämmerer Michael Neidl. Die Erneuerung der Rutsche sei deshalb auch schon in den Haushalt 2026 aufgenommen worden. Im Herbst, wenn alle Förderungen wohl klar seien, müssten die Stadträte dann über das Becken und den dortigen Umfang der Sanierung sprechen, so Neidl.

Die Stadträte votierten einstimmig für die Beantragung von Fördermitteln aus beiden Programmen.

Auf Nachfrage eines Stadtrates zum Sanierungsbedarf der anderen Anlagen im Erlebnisbad erklärte Maget, dass das Schwimmerbecken und das Planschbecken noch einige Jahre gehalten werden könnten. Irgendwann stehe aber auch hier eine Sanierung an.

Alles rund um das Schwandorfer Freibad

• Erbaut: 1966

• Umbau: In den Jahren 1991 bis 1993 wurde das Schwandorfer Freibad an der Wackersdorfer Straße saniert und zum jetzigen Erlebnisbad umgebaut.

• Gesamtfläche: 42 000 Quadratmeter

• Wasserfläche: 2600 Quadratmeter

• Wasserinhalt: vier Millionen Liter

• Besucher: durchschnittlich 200 000 Badegäste pro Saison; seit der Eröffnung 1993 insgesamt mehr als sechs Millionen Gäste

• Nichtschwimmerbereich: 230 Quadratmeter Nichtschwimmerbecken, 670 Quadratmeter Erlebnisbereich, 180 Quadratmeter Solebecken und 28 Quadratmeter Landebecken samt GfK-Großrutsche mit 78 Metern Länge und Breit-Wellenrutsche mit 26 Metern Länge