Inhaber Hubert Döpfer macht Schwandorfer Bildungs-Imperium fit für die Zukunft

Wenn Hubert Döpfer an diesem Sonntag seinen 70. Geburtstag feiert, dann könnte er sich zufrieden zurücklehnen. Von bescheidenen Anfängen hat sich die Döpfer Gruppe zu einem beachtlichen Player in Deutschland entwickelt. Doch noch immer hat der Bildungsunternehmer jede Menge Pläne und Ideen – auch am Stammsitz in Schwandorf.
Die Zahlen, die Hubert Döpfer präsentiert, sind beeindruckend: Rund 1000 Beschäftigte hat das Unternehmen deutschlandweit – die Freiberufler noch gar nicht eingerechnet. Elf Standorte gibt es von Kelheim bis Hamburg. Rund 1200 Studentinnen und Studenten basteln laut Döpfer an den vier Hochschulen an ihrer Karriere – in der Psychiatrischen Pflege oder Sozialen Arbeit, als angehende Medizinpädagogen oder Bildungspsychologinnen.
Ein Professor als Mentor für die Nachfolger
Um die Zukunft des Familienunternehmens zu sichern, hat Hubert Döpfer auch personell die Weichen neu gestellt. Zum 1. Januar 2024 wird Stefan Stein als „Managing Director Development“ mit an die Firmenspitze rücken.
Der Bildungsexperte baut zurzeit den Standort Potsdam zur Zentrale der Hochschulen Döpfer (HSD) auf und ist künftig mit Finanzchefin Birgit Zweck für das operative Geschäft der Gruppe zuständig. Zugleich soll er „den Gesamtbetrieb nicht nur absichern, sondern auch weiterentwickeln, bis die Nachfolge erfolgt“, wie es in einem internen Rundschreiben heißt.
Stichwort Nachfolge: Die Döpfer Gruppe soll als Familienunternehmen erhalten bleiben, das ist dem Inhaber wichtig. Auf die Familie, sagt Döpfer, war und ist Verlass. Seine Ehefrau Sandra habe ihm in den zurückliegenden 25Jahren „immer den Rücken freigehalten. Dafür bin ich sehr dankbar“.
Und seine beiden Kinder seien bereit, Verantwortung zu übernehmen: Sohn Stephan aus erster Ehe ist schon seit zehn Jahren im Betrieb tätig – als Leiter des Standorts Nürnberg und aller Berufsfachschulen in Bayern. Tochter Alexandra studiert zurzeit noch Business Management in München und bereitet sich auf eine führende Rolle im Unternehmen vor.
Döpfer selbst will neue Projekte vorantreiben
Ihnen beiden soll der neue Managing Director bei der Nachfolge als eine Art Mentor zur Seite stehen. Hubert Döpfer sieht darin auch ein wichtiges Signal an die Mitarbeiter, „dass es eine Absicherung gibt und einen geordneten Übergang“. Er selbst versteht seine Rolle vor allem als Ideengeber und Stratege. „Mein Job ist es, neue Projekte anzufangen“, sagt der Unternehmer.
An denen ist kein Mangel – gerade in Schwandorf, wo nach wie vor das Herz des Bildungsimperiums schlägt. Der Unternehmensgründer ist immer noch damit beschäftigt, den Stammsitz mit 550Schülern und 120 Mitarbeitern neu zu ordnen. Und das ist eine komplizierte Angelegenheit.
Vorhaben Nummer eins betrifft die zentrale Managementverwaltung, die noch im Müller-Haus an der Breite Straße 15 untergebracht ist. Die Einheit mit Buchhaltung, Personalverwaltung, Marketing, IT und Controlling soll laut Hubert Döpfer umziehen „an einen anderen Standort in der Innenstadt“. Bis zu den Herbstferien 2024 soll dieser Schritt vollzogen sein.
Die frei werdenden Räume – Projekt Nummer zwei – will der Unternehmer anschließend umbauen und hier die Pflegeausbildung unterbringen, die derzeit noch im ehemaligen E.ON-Kundencenter an der Regensburger Straße 4 a stattfindet. Der Umzug soll voraussichtlich Ende des kommenden Jahres erfolgen.
Ehemaliges Vereinshaus soll verkauft werden
Anschließend ist am Standort nahe der Adenauerbrücke ein Anbau für die Fachakademie für Sozialpädagogik geplant, die derzeit über der Grundschule Döpfer an der Klosterstraße l9 logiert. Im Wechsel könnte hier dann wieder die Ergo- und Physiotherapie-Ausbildung stattfinden.
Das ehemalige Vereinshaus an der Ecke Kloster- und Höflingerstraße spielt bei diesen Überlegungen keine Rolle mehr. Nach einem Wasserrohrbruch 2017 hatte Döpfer hier ursprünglich einen Neubau mit zusätzlichen Wohn- und Büroflächen geplant. „Doch die Kosten sind regelrecht explodiert“, sagt der Unternehmer, und so zog er die Reißleine. Das Objekt soll mittelfristig verkauft werden.

