Besuch von Ministerin: Schwandorfer Hubert Döpfer fordert mehr Geld für Fachkräftenachwuchs

Eine knappe Stunde hatte sich Bayerns Kultusministerin Anna Stolz (FW) am Freitag Zeit genommen für den Besuch der Döpfer Schulen. Entsprechend eng war das Programm gestrickt. Schließlich wollte die Ministerin nicht nur die Schwandorfer Einrichtung genauer kennenlernen, geplant war auch ein internes Gespräch.
Bildungsunternehmer Hubert Döpfer hatte konkrete Forderungen an die Ministerin: Der Betriebszuschuss für berufliche Privatschulen in Bayern sollte im nächsten Doppelhaushalt für 2026/27 um circa zehn Prozent angehoben werden.
Auch die Pro-Kopf-Förderung für jeden Schüler sollte erhöht werden, forderte der 71-Jährige. 2018 eingeführt, sei der Betrag nach seinen Worten seitdem nicht erhöht worden. Gleichzeitig seien aber die Kosten für die Schulen gestiegen.
Mehr als 36 Millionen Euro nötig
Sie wolle sich die Forderungen „im Detail anschauen“, erklärte Anna Stolz vor dem nichtöffentlichen Gespräch mit Döpfer. Wiederholt verwies sie auf die bereits erfolgten finanziellen Verbesserungen. Dies erkennt auch Hubert Döpfer an. Allerdings handele es sich dabei um zusätzliche Mittel für allgemeinbildende Privatschulen. Für diese war der Zuschusssatz ab dem 1. Januar 2024 in drei Schritten angehoben worden. Nun müsste es ebenfalls mehr Geld für die beruflichen Privatschulen geben, so der Inhaber des Schwandorfer Bildungsimperiums.
Ein höherer Zuschuss sei auch deshalb erforderlich, um den Beschäftigten gute Gehälter zahlen zu können. Denn für berufliche Schulen sei der Wettstreit um Fachkräfte viel stärker als bei allgemeinbildenden Schulen, erklärte Döpfer. Während die Lehrkräfte dort in der Regel verbeamtet seien, würde seine Schule mit vielen anderen Gesundheitseinrichtungen um Mitarbeiter konkurrieren.
Schülerinnen berichten von Gruppenarbeit
Die geforderte Anhebung der Betriebszuschüsse und Bonusleistungen würde den Freistaat rund 36,5 Millionen Euro kosten, hat der Rat Freier Schulen errechnet. Weitere gut 4,3 Millionen Euro wären jedes Jahr für die Anpassung von Schulgeldersatz und Bonus nötig. Letzteres sei bis jetzt ungeregelt.
Dass das zusätzliche Geld gut investiert wäre, davon konnte sich die Ministerin bei ihrem kurzen Rundgang überzeugen. Anna Stolz nutzte dabei immer wieder die Gelegenheit, mit Schülern ins Gespräch zu kommen. Die angehenden Erzieherinnen Katharina Füßl, Nina Faderl und Ida Braden erzählten der FW-Politikerin beispielsweise von ihrer aktuellen Gruppenarbeit.
Die drei 19-jährigen Schülerinnen diskutierten über Schutzkonzepte in sozialpädagogischen Einrichtungen. Dabei ging es um bestimmte Fälle und wie Erzieherinnen darauf reagieren sollten. Bei den drei Schülerinnen ging es um das Problem Anschreien in der Kita.
Für Anna Stolz war es – das wurde deutlich – kein unverfänglicher Smalltalk, sie zeigte sich durchaus interessiert. „Ich bin jede Woche an Schulen unterwegs. Dabei ist mir der Austausch mit Schülern und Lehrern wichtig“, erklärte die Ministerin. Aus diesen Gesprächen nehme sie sich Impulse für ihre Arbeit im Ministerium mit, fügte die 42-Jährige hinzu.
Parteikollege empfahl Ministerin den Besuch der Döpfer Schulen
In Schwandorf konnte sie auch einen Blick in die private Grundschule werfen, in der aktuell 97 Kinder in vier Klassenstufen unterrichtet werden. Als Kultusministerin ist Anna Stolz eben nicht nur für ältere Schüler zuständig, sondern auch für die Jüngsten.
Ihr Parteikollege, der Neunburger Landtagsabgeordnete Martin Scharf, der Anna Stolz bei ihrem Besuch in den Döpfer Schulen begleitete, sparte nicht mit Lob. Sie sei die „beste Kultusministerin“, die es in den 16 Bundesländern gebe.
Scharf hatte auch die Stippvisite der Ministerin in die Wege geleitet. Wenn sie nach Schwandorf komme, müsse sie unbedingt bei den Döpfer Schulen vorbeischauen. Es sei eine tolle Bildungseinrichtung, lautete seine Empfehlung. Anna Stolz kann dies nach dem kurzen Rundgang nur bestätigen. Hier werde „hervorragende Arbeit geleistet“, so der Eindruck der Ministerin.
Ihre lobenden Worte sind natürlich noch keine Garantie, dass es künftig auch mehr Geld vom Freistaat gibt. Zu den beruflichen Privatschulen gebe es aktuell Gespräche, bestätigte Stolz. Gleichzeitig erinnerte sie in ihrem Statement gegenüber der Presse daran, dass Bayerns Haushaltslage angespannt sei und sie deshalb auch keine Versprechungen machen könne. Sie sicherte aber zu, sich für Verbesserungen einsetzen zu wollen.
