Nach 21 Jahren bei „Sturm der Liebe“: Hillstetter leitet nun Neunburgs Stadtmarketing

Von Jan Lange · 16. Juni 2026 um 17:00

Mehr als 4700 Folgen mit rund 235.000 Sendeminuten und etwa 127.000 Szenen sind seit 2005 von der ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“ entstanden. Einer der hauptverantwortlich für deren Entstehung war, ist Markus Bauer-Wurth. Nach 21 Jahren Tätigkeit in München ist der Hillstetter beruflich und privat in die alte Heimat zurückgekehrt – zur Freude seines neuen Arbeitgebers.

Video ansehen

2005 hatte Markus Bauer-Wurth als Praktikant bei der Aufnahmeleitung von „Sturm der Liebe“ begonnen, war dann schnell Assistent geworden und nach der Verantwortung für die Motiv- und später die Set-Aufnahmeleitung schließlich zum 1. Aufnahmeleiter aufgestiegen, dem auch die Koordination der Produktion oblag. Er organisierte dabei beispielsweise anhand der Bücher die Drehorte und war auch für kaufmännische Belange zuständig. Wenn ein neues Motiv besichtigt wurde, war Bauer-Wurth oft dabei. Gleichzeitig war er die Schnittstelle zwischen allen Gewerken, von der Ausstattung über die Regie bis hin zu den Schauspielern.

Unglaublicher Zusammenhalt in der „Sturm der Liebe“-Familie

Innerhalb der „Sturm der Liebe“-Familie habe ein unglaublicher Zusammenhalt geherrscht, blickt der 45-Jährige zurück. Am meisten ans Herz gewachsen sei ihm die Schauspielerin Antje Hagen, die seit der ersten Folge Hildegard Sonnbichler spielt. Mir ihr hat er auch privat viel unternommen. Gern will Markus Bauer-Wurth mit Antje Hagen und den anderen Schauspielern weiter in Kontakt bleiben. Denn für „Sturm der Liebe“ ist er seit Kurzem nicht mehr tätig. Der Hillstetter kümmert sich nun um das Stadtmarketing von Neunburg. Nachdem die bisherige Verantwortliche Ulrike Gruber im Rathaus auf eine andere Position gewechselt war, hatte die Stadt nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin gesucht.

Wir waren die ersten Studenten und konnten den Studiengang noch mitgestalten. Das war toll.Markus Bauer-Wurth über sein Studium der Medientechnik an der Fachhochschule Amberg-Weiden

Es sei ein absoluter Glückstreffer gewesen, dass er die Ausschreibung gesehen habe, erzählt Markus Bauer-Wurth. Für ihn sei sofort klar gewesen, dass es der perfekte Job sei. Weil er die Stelle unbedingt wollte, habe er eine Bewerbung par exellance eingereicht. Laut Bürgermeister Martin Birner (CSU) gab es viele Bewerber. Markus Bauer-Wurth sei gleich einer der Favoriten gewesen, denn er habe die umfangreichen Voraussetzungen ohne Abstriche erfüllt. Und so kam Beides zueinander: bei Markus Bauer-Wurth der Wille, den Job unbedingt haben zu wollen, und bei der Stadt eine sehr gute Nachbesetzung der offenen Stelle.

Den Fokus will er auf Familien legen, sagt Bauer-Wurth. Denn Neunburg hatte erst heuer das Prädikat „Familienfreundliche Kommune“ erhalten – zum fünften Mal in Folge. Diesen Titel mit Leben zu füllen, darin sieht der 45-Jährige eine seiner wichtigen Aufgaben. Mit Neunburg hatte er schon immer eine enge Verbindung. Als Hillstetter habe er in der Vergangenheit das kulturelle Leben von Neunburg – vom Ostermarkt über das Festspiel bis zum Stadtball – schon miterlebt.

Auch während seiner Münchner Zeit Veranstaltungen in Neunburg besucht

Auch nach seinem Umzug nach München habe er immer wieder Veranstaltungen in der Pfalzgrafenstadt besucht – denn seine Eltern und die Verwandtschaft leben ja nach wie vor im Raum Neunburg. Insofern habe er der Heimat nie wirklich den Rücken gekehrt, meint Bauer-Wurth.

In den 90er Jahren hatte er nach der Schule eine Lehre als Schreiner im Neunburger Ortsteil Seebarn absolviert. Das sei ihm in die Wiege gelegt worden, weil sein Vater auch Schreiner war. Doch irgendwas habe er „im Leben vermisst“. Er holte deshalb das Fachabitur nach und begann ein Studium der Medientechnik an der Fachhochschule Amberg-Weiden. Dieser Studiengang sei damals neu ins Leben gerufen worden, Markus Bauer-Wurth gehörte zu den ersten Studenten. „Wir konnten den Studiengang noch mitgestalten. Das war toll“, erinnert sich der heute 45-Jährige.

Auf dem Empire State Building habe ich meiner Frau einen Heiratsantrag gemacht. Romantischer hätte es auch bei „Sturm der Liebe“ nicht ablaufen können.Markus Bauer-Wurth hat seine Frau Katharina am Set der Telenovela kennengelernt

Er und seine Kommilitonen haben Filme selbst gedreht, Radiobeiträge geschnitten, Kamera geführt, geschnitten und auch mehr über Produktionsmanagement und Produktionsfinanzen erfahren. Auch ein Praktikumssemester mussten die Studenten absolvieren. Er habe mehrere Möglichkeiten gehabt – unter anderem auch bei BMW. Doch Markus Bauer-Wurth entschied sich für ein Praktikum bei „Sturm der Liebe“, da er selbst filmaffin war. Diese Entscheidung sollte sein Leben für die nächsten 20 Jahre bestimmen.

Seit dem ersten Drehtag war er dabei gewesen. Die Telenovela sei in relativ kurzer Zeit aus dem Boden gestampft worden. Es habe am Anfang eine „Goldgräberstimmung“ geherrscht, meint Bauer-Wurth. Er bekam nach dem mehrmonatigen Praktikum immer wieder Anschlussverträge und machte schnell Karriere.

„Sturm der Liebe“ hatte nicht nur beruflich lange Zeit sein Leben bestimmt, auch privat fand er hier sein Glück. Seine Frau, Katharina Wurth, arbeitete als Autorin für „Sturm der Liebe“. Beim Memo-Verteilen haben sich beide kennen- und liebengelernt. 2019 machte er seiner Katharina auf dem Empire State Building bei Sonnenuntergang einen Heiratsantrag – romantischer hätte es bei „Sturm der Liebe“ auch kaum sein können.

Kinder sollen auf dem Land aufwachsen

Er und seine Frau hätten den Wunsch gehabt, dass ihre beiden Söhne, die inzwischen drei und fünf Jahre alt sind, auf dem Land aufwachsen. Sie konnten auf dem Familiengrundstück in Hillstett ein Haus bauen, das sie bereits vor eineinhalb Jahren fertiggestellt hatten.

Damals sei noch nicht klar gewesen, ob sie tatsächlich in die Oberpfalz zurückkehren und das Haus selber nutzen oder ob sie es vermieten. „Wir hatten keinen Zeitdruck bei der Suche nach einem Job in der alten Heimat“, meint Bauer-Wurth. „Wenn es nichts geworden wäre, wären wir auch in München geblieben“, fügt er hinzu. Doch mit der Stelle im Neunburger Rathaus klappte es und so zog die vierköpfige Familie zurück nach Hillstett und nutze das Eigenheim nun doch für sich.

Nun freut sich Markus Bauer-Wurth erst einmal auf seine neuen Aufgabengebiete – und geht diese sehr motiviert an. „Es ist etwas, was mir liegt“, findet er mit Blick auf seine Stelle im Neunburger Rathaus.