La Mamma ist umgezogen: Neunburger Italiener bewirtet seine Gäste nun im eigenen Haus

Von Jan Lange · 13. Juni 2026 um 15:00

Aus der Gastronomie in Neunburg (Landkreis Schwandorf) gibt es endlich wieder gute Nachrichten: Das italienische Restaurant „La Mamma“ ist umgezogen und hat ein paar Meter vom bisherigen Standort entfernt neu eröffnet. Die Räume wurden schon in der Vergangenheit gastronomisch genutzt.

Video ansehen

Für eine Kleinstadt wie Neunburg ist das Angebot an italienischen Restaurants durchaus beachtlich: Gleich drei Gastronomen werben um Gäste – die Pizzeria Latina in der Buchbindergasse, das La Villa in der Vorstadt und in der Bahnhofstraße das La Mamma. Letzteres war jahrelang in der Bahnhofstraße 15 zu finden. Nun ist Inhaber Besim Leka mit seinem Gastrobetrieb in die Bahnhofstraße 6 gezogen.

Er sei schon länger auf der Suche nach etwas Eigenem gewesen, berichtet der 52-jährige Gastronom. In der Bahnhofstraße 15, wo Leka sein italienisches Restaurant seit 1997 betrieben hatte, war er nur eingemietet. Die Möglichkeit, ein Haus zu kaufen und dort sein Restaurant zu eröffnen, ergab sich aber erst, als die Eigentümer der Bahnhofstraße 6 ihre Immobilien in andere Hände geben wollten.

Das Gebäude samt der darin befindlichen Wohnungen wurde saniert

In den vergangenen Monaten wurde das Gebäude, in dem sich auch sechs Wohnungen befinden, komplett saniert und in der unteren Etage das Restaurant eingerichtet. Nun konnte Besim Leka mit seiner Familie, Freunden, den am Bau beteiligten Firmen und Vertretern der Stadt Neunburg auf die Wiedereröffnung des „La Mamma“ anstoßen.

Bürgermeister Martin Birner (CSU) dankte dem Gastronomen, dass er Neunburg immer treu geblieben sei. Und er lobte seinen Mut, auch in schwierigen Zeiten zu investieren. In der Gastronomie sei das noch einmal schwieriger als in anderen Branchen. „Das tut Neunburg gut“, fand der Rathauschef. Er wünschte Leka immer viele Gäste.

Danke, dass Du Neunburg immer treu geblieben bist.Martin Birner, Bürgermeister von Neunburg

In den ersten Tagen sei das Interesse der Gäste groß gewesen, die neuen Räumlichkeiten kennenzulernen, berichtete der bekannte Gastwirt. Das liegt sicher auch daran, weil Besim Leka eine Gastro-Institution in Neunburg ist. Im November 1992 kam er nach Deutschland, nachdem das ehemalige Jugoslawien zerbrochen und ein Krieg ausgebrochen war. Er hätte damals ebenfalls kämpfen oder eben seine Heimat verlassen müssen, erinnerte sich der heute 52-Jährige.

Er entschied sich dafür, seiner Heimat den Rücken zu kehren. Da ein Cousin von ihm in Nürnberg als Lehrer tätig war, zog er zu ihm. „Ich wollte ihm nicht auf der Tasche liegen, sondern mein eigenes Geld verdienen“, so Leka. Da in der Gastronomie immer Leute gesucht wurden, fing er in einem Nürnberger Restaurant in der Küche an. „Ich habe schon vorher für meine Mama lieber gekocht, als das ich mit ihr zum Arzt gegangen wäre“, blickte er zurück.

So sieht es nun im „La Mamma“ aus. - Foto: Jan Lange

Nach Stationen in Dinkelsbühl und Ansbach kam er vor 34 Jahren nach Neunburg. Erst war er bei einem anderen Italiener in der Küche und im Service tätig, machte sich dann aber 1997 selbstständig. Die italienische Küche habe ihm immer gelegen, auch wenn er selbst kein gebürtiger Italiener ist. Das Essen sei hervorragend, lobte Bürgermeister Birner die Kochkünste von Besim Leka. Auch mit seiner Art verzaubere er die Gäste, meinte der Rathauschef.

Seine Kinder sollen später mal das Restaurant weiterführen

Am neuen Standort greift er nun eine alte Gastro-Tradition auf. Früher befand sich hier eine Druckerei, später ein Schreibwaren- und Zeitungsgeschäft. 2009 eröffneten Sigrun und Herbert Bauer hier schließlich eine Gaststätte. Nachdem sie diese während der Corona-Pandemie zweimal schließen mussten, wagten sie 2023 mit „Bauers Bistro“ einen Neustart. Das Bistro war inzwischen auch Geschichte. Mit dem „La Mamma“ können sich die Neunburger nun wieder in der Bahnhofstraße 6 gastronomisch verwöhnen lassen.

Gut 15 Jahre habe er nach etwas Eigenem gesucht, erzählte Leka. Auch wenn sich in Neunburg lange keine passende Immobilie fand, verlassen wollte er die Pfalzgrafenstadt auf keinen Fall. Mit seiner Frau Vlora, die er im Urlaub in der alten Heimat kennengelernt hatte und mit der er seit 21 Jahren verheiratet ist, betreibt er das „La Mamma“. Unterstützt werden sie von drei festangestellten Mitarbeitern und mehreren Aushilfen. Am Wochenende helfen auch seine Söhne Dior (20) und Dorin (17) sowie Tochter Arisa (16) mit aus.

Wegen seiner Kinder habe er diese große Investition noch mal gewagt. Sie sollen den Betrieb später einmal weiterführen. Um einen sicheren Beruf in der Hinterhand zu haben, absolvieren seine beiden Söhne noch eine Ausbildung zum Industrieelektroniker, während die Tochter die Wirtschaftsschule besucht.

Mit dem Umzug ist die Gaststätte etwas kleiner geworden und statt einem Biergarten gibt es jetzt nur eine Terrasse. Für seine Gäste wird Besim Leka aber weiterhin mit ganzer Leidenschaft da sein und ihnen italienische Gerichte auf die Teller zaubern.