Museumsschänke: Salzfriedl-Wirt hat gekündigt – Pächtersuche beginnt in Rötz von Neuem

Von Stefanie Bauer · 11. Juni 2026 um 10:18

Ende November 2025 hatte Salzfriedl-Wirt Simon Wellnhofer seinen zunächst für eineinhalb Jahre abgeschlossenen Pachtvertrag für die Museumsschänke vorzeitig für weitere drei Jahre verlängert. Nun muss die Stadt Rötz im Landkreis Cham sich jedoch auf die Suche nach einem neuen Pächter machen.

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Am 1. Mai 2024 hatte Wellnhofer den Salzfriedl in Hillstett gemeinsam mit Luca Pregler übernommen. Wie Bürgermeister Gerhard Hofmann auf Anfrage bestätigt, habe Wellnhofer ihm am Mittwoch persönlich mitgeteilt, dass er „aus wirtschaftlichen Gründen“ den Pachtvertrag zum 31. Dezember 2026 beenden will. „Die Entscheidung ist von ihm ausgegangen“, bedauert Hofmann, der dies als „Schlag für die Stadt“ bezeichnete.

Er habe die Nachricht den Mitarbeitern der Stadt und den Stadträten am Mittwoch mitgeteilt. Die Neuigkeiten müsse man nun verdauen und sich dann so frühzeitig wie möglich auf die Suche nach einem Nachfolge-Pächter für die beliebte Museumsschänke machen.

Erste Selbstständigkeit für den jungen Gastronomen

Simon Wellnhofer merkt man an, wie schwer ihm die Entscheidung gefallen ist. Er bestätigt, dass diese nichts mit der Stadt zu tun gehabt habe, sondern rein aus den genannten wirtschaftlichen Gründen erfolgt sei. Alle Kosten seien gestiegen, von Energie bis hin zu Personal, und die Mehrkosten auf die Kundschaft umzulegen, das sei natürlich immer schwierig. Zudem sei die Gastronomie auch eine der ersten Posten, die es treffe, wenn die Leute anfangen müssten, sparsamer zu werden. Das hätten ihm auch einige Kollegen bestätigt, so Wellnhofer.

Die Museumsschänke Salzfriedl hatte für den jungen Gastronomen aus Winklarn die erste Selbstständigkeit bedeutet. Gemeinsam mit Luca Pregler kämpfte er sich durch die Anfangsschwierigkeiten und stellte ein gutes Team für Küche und Service zusammen.

Er persönlich habe sich besonders darüber gefreut, dass sich schnell eine Stammkundschaft in der Museumsschänke heimisch gefühlt habe, so Wellnhofer, das spreche sicherlich für sich. Seine Aufgabe als Salzfriedl-Wirt füllte er mit Herzblut aus. „Es hat mir immer sehr viel Spaß gemacht“, sagt Wellnhofer selbst. Er und Pregler, mit dem er seit langem befreundet ist, können beide viel Erfahrung in der Küche ihr Eigen nennen.

Und nicht nur kulinarisch stimmte es im Salzfriedl, auch die traumhafte Lage am Eixendorfer Stausee und das traditionsreiche Gebäude selbst, das von der Stadt einer Generalsanierung unterzogen worden war, ziehen die Gäste an. Das sehr durchwachsene Wetter im vergangenen Sommer jedoch spielte dem Biergartenbetrieb nicht in die Karten. Dennoch hatte Wellnhofer Ende des Jahres die Entscheidung für die Vertragsverlängerung ab dem 1. Januar 2026 getroffen. Doch nun müsse er „die Notbremse“ ziehen. „Ich habe selbst viel investiert“, sagt er. So gern er weiterhin Salzfriedl-Wirt geblieben wäre, aus wirtschaftlicher Sicht sei es für ihn nicht mehr machbar.

Mit seinem Personal in der Küche und im Service habe er noch vor seinem Termin bei der Stadt gesprochen, damit diese sich darauf einstellen können. Zu seinen eigenen Plänen sagt Wellnhofer, nach seiner Zeit als Salzfriedl-Wirt wolle er sich beruflich neu orientieren und etwas Abstand gewinnen. In der Gastronomie als Koch angestellt zu sein, wäre für ihn persönlich nach seiner Selbstständigkeit wahrscheinlich eine eher schwierige Situation.

Ein wenig bleibt er der Gastronomie allerdings weiterhin erhalten: Die Eltern des Salzfriedl-Pächters führen in Winklarn das Gasthaus „Zum Simmerl“. Ihnen will Wellnhofer an den Wochenende natürlich weiterhin unter die Arme greifen. Und wie geht es bis Jahresende mit der Museumsschänke weiter? „Ganz normal“, versichert der Pächter, „sowohl im Sommer mit dem Biergartenbetrieb als auch im Winter“ und zu den auf der Salzfriedl-Homepage angegebenen Öffnungszeiten.

Speisekarte wurde der Jahreszeit angepasst

Dort findet man die erst kürzlich erweiterte Brotzeitkarte, auch die Speisekarte wurde diese Woche der Jahreszeit neu angepasst. Aktionen wie das „Ripperl-Essen“ seien von Anfang an gut angekommen, auch diese will Wellnhofer weiterhin anbieten. In der Zeit, in der er noch Salzfriedl-Wirt ist, will er mit seinem Team für seine Gäste wie gewohnt mit voller Motivaton da sein.