Entwicklung gegen den Trend: Neunburger Polizei registrierte 2025 mehr Straftaten

Neunburg hat sich schon öfter gegen den Trend entwickelt. Während die Neunburger Polizei in ihrem Dienstbereich, zu dem sechs Kommunen gehören, 2025 mehr Straftaten verzeichnete, ging die Kriminalität in der Pfalzgrafenstadt deutlich nach unten. Auch in Sachen Ausländerkriminalität kann Neunburgs Polizeichef Markus Schmitt sehr erfreuliche Zahlen verkünden.
■ Leichter Anstieg bei den Straftaten: Bayernweit gab es im Vorjahr weniger Straftaten (-4,3 Prozent), in der Oberpfalz ging deren Zahl sogar um 7,4 Prozent zurück. Noch besser konnte der Landkreis Schwandorf abschneiden: Hier lag der Rückgang bei 8,6 Prozent. Im Dienstbereich der Polizeiinspektion Neunburg stieg die Zahl der Straftaten 2025 dagegen leicht an: von 409 auf 416. Es ist der vierte Anstieg in Folge – im Jahr 2021 war die Zahl letztmalig deutlich gesunken.
Sorgen macht sich Neunburgs Polizeichef Markus Schmitt wegen des Anstieges nicht. Es gebe immer um die 400 Straftaten im Jahr – mal etwas weniger, mal etwas mehr. Auch in den Jahren 2018 bis 2020 sei das der Fall gewesen.
Einfache Diebstähle haben sich das fünfte Jahr in Folge erhöht
Die Rohheitsdelikte – unter anderem Körperverletzungen, Bedrohungen und Freiheitsberaubung – haben sich dabei leicht erhöht von 88 auf 90 Strafanzeigen und bleiben damit auf einem hohen Niveau, erläuterte Schmitt. Während die gefährlichen Körperverletzungen von 16 auf sieben zurückgingen, gab es deutlich mehr einfache Körperverletzungen (54 statt 41).
Die Delikte der Eigentumskriminalität nahmen ebenfalls leicht zu von 101 auf 108 Fälle. Nachdem sich die besonders schweren Diebstähle im Jahr 2024 mit 29 Anzeigen fast verdoppelt hatten, sind sie im Vorjahr wieder auf 21 gesunken. Die einfachen Diebstähle haben sich dafür auf 87 Delikte erhöht. Es ist der fünfte Anstieg in Folge. Lag die Zahl im Jahr 2020 noch bei knapp über 40 ging es danach auf 49 (2021), 55 (2022), 59 (2023), 72 (2024) und nun auf 87 nach oben.
Erfreuliches konnte Schmitt den Bürgermeistern aus seinem Dienstbereich in Sachen Sachbeschädigungen verkünden. Die haben sich 2025 deutlich von 59 auf 39 Delikte verringert und liegen damit nun wieder auf dem Niveau der Jahre 2021 bis 2023. Den Rückgang rechnet die Polizei vor allem der Klärung der Sachbeschädigungen im Neunburger Stadtpark zu. Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU) hatte dazu einen großen Beitrag geleistet.
■ Mehr Delikte konnten aufgeklärt werden: Im vergangenen Jahr konnte die Neunburger Polizei rund 78 Prozent der Straftaten aufklären. Die Aufklärungsquote konnte damit um fünf Prozent gesteigert werden und entsprach nun wieder in etwa dem Wert der Jahre 2022 und 2023. Die Neunburger Polizei liegt mit ihrer Aufklärungsquote auch deutlich über den Quoten im Landkreis Schwandorf (72,7 Prozent), der Oberpfalz (71,5 Prozent) und Bayern (66,0 Prozent).
Während von den Eigentumsdelikten nur jeder zweite aufgeklärt werden konnte, lag die Quote bei den Rohheitsdelikten bei 96,7 Prozent.
In Neukirchen-Balbini gab es eine Steigerung von 250 Prozent
In den sechs zur PI Neunburg gehörenden Gemeinden war die Aufklärungsquote in Dieterskirchen mit 83,3 Prozent am höchsten, knapp gefolgt von Bodenwöhr mit 82,6 Prozent. Den größten Sprung nach oben hat Neukirchen-Balbini gemacht, wo die Aufklärungsquote von 25 auf 71,4 Prozent angestiegen ist. Da die Zahl der Straftaten in Neukirchen-Balbini aber gering ist, machen nur wenige Fälle diese Steigerung aus.
■ Weniger Fälle in Neunburg, dafür Sprung nach oben bei den Nachbarn: In der Stadt Neunburg sank die Zahl der Straftaten von 269 auf 229. Das sei laut Schmitt der zweitniedrigste Wert im Fünf-Jahres-Vergleich. Bei den fünf anderen Kommunen der PI Neunburg gab es dagegen mehr Fälle. Während die Steigerung in Bodenwöhr mit 15 Prozent noch recht moderat ausfiel, hat sich die Zahl in Dieterskirchen verdoppelt. Noch größer war der Anstieg in Thanstein (+ 225 Prozent) und Neukirchen-Balbini (+ 250 Prozent).
Auch wenn die betroffenen Gemeinden auf die höchsten Zahlen an Straftaten im Fünf-Jahres-Vergleich kommen, zu Kriminalitätshochburgen haben sie sich deshalb nicht entwickelt – die Zahlen sind nach wie vor niedrig. Zugenommen habe laut dem Polizeichef vor allem die einfache Kriminalität. „Wir werden das natürlich beobachten. Sollten die Zahlen höher bleiben, müssen wir noch mal genauer draufschauen“, kündigte Schmitt gegenüber der MZ an.
■ Ausländerkriminalität sinkt deutlich: Bei den 268 ermittelten Tatverdächtigen handelt es sich um 197 Deutsche und 71 Ausländer. Mit einem Anteil von 26,5 Prozent erreicht die Ausländerkriminalität den niedrigsten Wert seit Jahren. 2024 betrug der Anteil noch 38 Prozent, in den beiden Jahren davor waren es 30 und 31 Prozent. Das spiegelt sich auch in den realen Zahlen wieder: 2024 waren von den 245 ermittelten Tatverdächtigen 93 Ausländer. Bundesweit ist die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen um etwa zehn Prozent höher.
Zahl der Asylbewerber in Neunburg geht zurück
Auch die Zahl der tatverdächtigen Asylbewerber hat sich im Vorjahr verringert: Wurden 2024 noch 25 Asylbewerber als Täter ermittelt, waren es im Vorjahr nur 16. Von diesen 16 Personen wurden insgesamt 26 Straftaten begangen. Der Rückgang hängt auch mit der gesunkenen Zahl an Asylbewerbern in Neunburg zusammen. Waren am 4. März 2024 noch 134 Personen in der Gemeinschaftsunterkunft auf dem Plattenberg registriert, lag die Zahl am 19. Februar 2026 bei nur noch 69. Auch bei der dezentralen Unterbringung sieht es ähnlich aus: Hier ging die Zahl der registrierten Personen von 81 (3. Januar 2024) auf 57 (5. September 2025) zurück.
Die gesunkene Zahl an Aylbewerbern sei aber nur ein Grund für den deutlichen Rückgang bei der Ausländerkriminalität, so Schmitt. Es müsse weitere Gründe geben, die so aber nicht erklärbar seien. Er bezeichnet die gesunkene Ausländerkriminalität als „sehr erfreulich“.
Markus Schmitt lobte die sehr gute Zusammenarbeit zwischen der Neunburger Polizei und den Kommunen im Dienstbereich.
Weitere statistische Daten
• Geschlechterverteilung: Von den 268 Tatverdächtigen waren 195 männlich und 73 weiblich. Der Anteil weiblicher Tatverdächtiger hat sich damit von 24 auf 27 Prozent erhöht.
• Altersgruppen: Von den Tatverdächtigen waren 232 älter als 21 Jahre, 25 Personen zwischen 14 und 21 Jahre und elf Personen bis 14 Jahre alt. Der Anteil der 14- bis 21-Jährigen ist gegenüber 2024 von 18 auf neun Prozent gesunken.
• Vermögens- und Fälschungsdelikte: Es gab einen Anstieg von 38 auf 49 Taten.
• Wohnungseinbrüche: Deren Zahl verringerte sich von vier auf zwei und blieb damit auf einem niedrigen Niveau.
• Gewalt gegen Polizeibeamte: Nachdem es 2024 mit elf Fällen einen traurigen Höchststand gegeben hatte, lag die Zahl der Gewalttaten gegen Polizeibeamte 2025 bei neun. Zwei Beamte wurden dabei leicht verletzt, waren aber weiterhin dienstfähig. 19 Beamte wurden teils massiv beleidigt.