Neunburgs Polizei verzeichnete 2024 leichten Anstieg bei Straftaten

Von Jan Lange · 27. Mai 2025 um 19:00

Es ist eine gute Tradition: Einmal im Jahr trifft sich Neunburgs Polizeichef Markus Schmitt mit den Bürgermeistern aus seinen Dienstbereich, um ihnen die Statistik des Vorjahres zu präsentieren. Auch heuer konnte der Erste Polizeihauptkommissar anhand der Zahlen belegen, dass der Raum Neunburg sicherer ist als andere Regionen.

Auto- und Motorraddiebe hatten Neunburg und Schwarzhofen im Frühjahr 2024 in Atem gehalten. Neben einem BMW wurden ein hochwertiges Ducati-Motorrad sowie zwei E-Bikes gestohlen. Die Diebstähle konnten aufgeklärt und die Täter, vier tschechische Staatsbürger, festgenommen werden. Es war einer der Ermittlungserfolge, den der Neunburger Polizeichef Markus Schmitt bei der Vorstellung des Sicherheitsberichtes 2024 erwähnen konnte.

Polizei Neunburg hat hohe Aufklärungsquote

Während die Bürger damals kurzzeitig um ihr Hab und Gut fürchten mussten, bleibt der Raum Neunburg eine sichere Gegend. Das zeigt die Polizeistatistik. Die Zahl der Straftaten ist mit 409 zwar leicht gestiegen, liegt aber immer noch deutlich unter den Werten des Landkreises Schwandorf, der gesamten Oberpfalz und des Freistaates Bayern.

Markus Schmitt verdeutlichte dies anhand der Häufigkeitszahl: In der PI Neunburg, deren Bereich sechs Gemeinden mit knapp 17 500 Einwohnern umfasst, sind es 2340 Straftaten pro 100 000 Einwohner. Im Landkreis Schwandorf sind es 3154 Delikte pro 100 000 Einwohner, in der Oberpfalz 3865.

Wir leben noch in einer ruhigen und sicheren Gegend.

Walter Schauer, Bürgermeister von Thanstein

Thansteins Bürgermeister Walter Schauer (CWK) kam denn auch zu dem Schluss: „Wir leben noch in einer ruhigen und sicheren Gegend.“ Für seine eigene Gemeinde gilt das auf jeden Fall: In Thanstein wurden im vergangenen Jahr gerade mal vier Straftaten registriert – der niedrigste Wert seit langem. Und alle vier Delikte konnten aufgeklärt werden.

Lag die Aufklärungsquote in Thanstein 2024 bei traumhaften 100 Prozent, sind es in der gesamten PI Neunburg 73 Prozent. Dabei unterscheidet sich die Quote bei den verschiedenen Straftaten deutlich: Von den Eigentumsdelikten werden etwas mehr als die Hälfte (50,5 Prozent) aufgeklärt, bei den Rohheitsdelikten sind es dagegen 94,3 Prozent.

Handys von jugendlichen Vandalen wurden ausgewertet

Dass die Aufklärung nicht immer ganz einfach ist, erklärte Schmitt anhand der deutlich zugenommenen Sachbeschädigungen (von 32 auf 59 Delikte angestiegen). Vandalen hatten sich im Vorjahr immer wieder im Stadtpark zu schaffen gemacht. So hatten sie beispielsweise die öffentliche Toilette überflutet. Durch einen Zeugen konnte schließlich eine Gruppe Jugendlicher als mutmaßliche Täter ausfindig gemacht werden. Die Handys der jungen Täter wurden eingezogen, um Beweise sichern zu können. Denn oft würden die Taten mit dem Handy gefilmt. Da dabei aber riesige Datenmengen gesichtet werden müssten, dauere eine solche Auswertung mehrere Monate, erklärte Schmitt. In dieser Zeit hätten die Jugendlichen schon wieder ein neues Handy, so der Neunburger Polizeidienststellenleiter weiter.

Der Anteil der Jugendlichen an den Tatverdächtigen hat laut Schmitt im vergangenen Jahr auch zugenommen. Waren 2023 von 248 ermittelten Tatverdächtigen 29 Personen zwischen 14 und 21 Jahren alt, sind es im Vorjahr bereits 43 von 245 gewesen.

Zugenommen hat ebenso die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen: 93 der 245 ermittelten Personen hatten keinen deutschen Pass. Im Jahr zuvor waren es 76 von 248 ermittelten Tatverdächtigen. Sehr wahrscheinlich haben auch die vier festgenommen tschechischen Staatsbürger zu diesem Anstieg beigetragen.

Sicherheitsbericht in Zahlen

• Straftaten insgesamt: Die Polizeiinspektion Neunburg registrierte im Vorjahr 409 Straftaten. 2023 waren es mit 402 Straftaten geringfügig weniger, 2022 lag die Zahl bei 387 Taten.

• Rohheitsdelikte (zum Beispiel Körperverletzungen, Nötigung, Bedrohung, Freiheitsberaubung und Stalking): Die Zahl veränderte sich von 86 auf 88 Delikte. 2022 waren es 67 Delikte.

• Sachbeschädigungen: Sie nahmen von 32 auf 59 Delikte deutlich zu. 2022 waren es 38 Sachbeschädigungen.

• Aufklärungsquote: Sie sank erneut von 79 auf 73 Prozent. 2022 lag sie noch bei 81 Prozent.

• Tatverdächtige nach Nationalität: Bei den 245 ermittelten Tatverdächtigen handelte es sich um 152 Deutsche (62 Prozent) und 93 nichtdeutsche Personen (38 Prozent). 2023 lag das Verhältnis bei 69 Prozent (172 Deutsche von 248 Tatverdächtigen) und 31 Prozent (76 nichtdeutsche Personen).

• Tatverdächtige nach Altersgruppen: Von den Tatverdächtigen waren 190 älter als 21 Jahre (77 Prozent), 43 Personen zwischen 14 und 21 Jahren (18 Prozent) und zwölf Personen unter 14 Jahren (fünf Prozent).