Schwandorf, Teublitz und Neunburg feiern parallel: So wollen die Festwirte ihre Zelte füllen

Am Wochenende stehen die Landkreisbewohner vor der Qual der Wahl: Welches Fest sollen sie besuchen? Mit den Volksfesten in Schwandorf und Teublitz sowie der Neunburger Wiesn finden drei Events gleichzeitig statt. Jeder Festwirt hat dabei seinen Plan, wie er sein Zelt voll bekommen will.
Dass mehrere Volksfeste auf den gleichen Termin fallen, ist schon 2024 der Fall gewesen. So fanden im Vorjahr das Teublitzer Volksfest und die Neunburger Wiesn gleichzeitig über Christi Himmelfahrt statt. Da die Wiesn 2024 nach vier Jahren Pause erstmals wieder gefeiert wurde, gab es die Konkurrenz mit Teublitz zuvor nicht. Vor 2018 handelte es sich nämlich um eine Herbst-Wiesn.

Im Vorjahr war Christi Himmelfahrt am 9. Mai – und damit recht früh. Heuer fällt der Vatertag dagegen auf den 29. Mai und liegt eine Woche vor Pfingsten. Dadurch kommt es nicht nur zur Konkurrenz zwischen Teublitz und Neunburg, sondern zudem mit Schwandorf, wo das Volksfest am Wochenende vor Pfingsten beginnt.
Beim Schwandorfer Volksfest: Preis für eine Maß steigt um 60 Cent
Der Termin ist der gleiche, aber die Feste sind grundverschieden. Das zeigt auch der Bierpreis. Während in Schwandorf die Maß 11,50 Euro und damit 60 Cent mehr als im Vorjahr kostet, müssen die Besucher in Teublitz 10,80 Euro für eine Maß hinblättern. In Neunburg sind es 9,80 Euro.

In Schwandorf gibt es am Eröffnungs-Freitag eine Jubiläumsaktion, weil das Volksfest zum 85. Mal stattfindet. Die Maß kostet dann 8,50 Euro – allerdings nur zwischen 18 und 19 Uhr. „In Neunburg fangen wir am Freitagabend erst um 19 Uhr an“, berichtet Wiesn-Chef Matthias Meier. Dann sei die Jubiläumsaktion in Schwandorf schon wieder vorbei.
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Zu einer Maß – in Teublitz und Schwandorf kommt das Bier von der Schlossbrauerei Naabeck zum Ausschank, in Neunburg liefert es die Familienbrauerei Jacob – gehören auch gute Bands. Schwandorfs Festwirt Gerhard Böckl setzt am Freitag neben einer Lasershow zu später Stunde auf die Gruppe Kzwoa. Rund um die Große Kreisstadt ist die Band aus Weilheim, die volkstümliche Musik mit Oldies, Schlagermelodien sowie Rock- und Popmusik mischt, bisher weniger bekannt. Dafür ist sie bereits beim Oktoberfest in München aufgetreten. Auch heuer sind die fünf Musiker wieder für die Wildstuben beim Oktoberfest gebucht.

In Teublitz wird am Freitagabend Hot Sugar für Stimmung sorgen. Zuletzt waren sie zweimal auf der Dult in Regensburg aufgetreten. Darüber hinaus hat die Band unter anderem beim Gillamoos Abensberg, beim Drachenstich Furth im Wald und bei der Kirta Dingolfing gespielt.
Schon öfter in der Region zu Gast war die Stimmungsbad Waidler Power, die am Freitag auf der Neunburger Wiesn erwartet wird. Vor knapp zwei Wochen hatten sie erst beim Volksfest in Nittenau für ordentlich Stimmung gesorgt – zur Freude auch von Festwirt Sebastian Jakob.

Am Samstag und Sonntag wird die Wahl dann noch schwerer: Während Böckl auf die Zugkraft der beiden Bands Volldampf und Power Hoch 5 setzt, können in Teublitz derweil Quetschnblech sowie Black & White erlebt werden. Neunburgs Festwirt fährt mit Blechzipfl, Rotzlöffl und der Kapelle Josef Menzl drei namhafte Kracher auf. „Mit unserem Programm und den Preisen müssen wir uns vor niemanden verstecken“, findet Matthias Meier. Er ist deshalb auch relativ gelassen angesichts der Konkurrenz der beiden anderen Volksfeste. Mit den bisherigen Reservierungen sei er sehr zufrieden. Es könnte laut Meier kaum besser laufen. Im Festzelt seien aber an jedem Tag noch genügend Plätze frei – auch für einen spontanen Besuch, versichert er.
195 Sitzgarnituren werden im Schwandorfer Festzelt aufgebaut
Auf der Neunburger Wiesn wird das Festzelt 21 mal 45 Meter groß sein. Es hat damit eine Fläche von 945 Quadratmetern und verfügt über rund 1000 Sitzplätze. In Teublitz ist das eigentliche Festzelt zwar etwas kleiner – 25 mal 35 Meter (875 Quadratmeter) –, aber es kommt noch ein Biergarten mit 250 Quadratmetern dazu. Laut Festwirt Daniel Feuerer werden 180 Biertischgarnituren aufgestellt, was eine Sitzplatzkapazität von mehr als 1400 macht.

Noch mehr Plätze bietet das Festzelt in Schwandorf. Nach Auskunft der Stadt hat Festwirt Gerhard Böckl 195 Biertischgarnituren angemeldet, was bei acht Personen je Sitzgruppe fast 1600 Plätze macht. Das Festzelt ist in Schwandorf 30 Meter breit und 35 Meter lang, hinzu kommt noch ein überdachter Biergarten von zehn Metern Länge.
Dass die Konkurrenz gar nicht so groß ist, wie mancher befürchtet, finden auch die kommunalen Spitzen. „Bis als krönender Abschluss des ersten Festtages eine tolle Lasershow auf dem Volksfestplatz startet, wird den Besuchern im Zelt und auf dem Festplatz ein attraktives und unterhaltsames Programm geboten“, ist Schwandorfs 2. Bürgermeister Andreas Wopperer (CSU) mit Blick auf das Programm für den kommenden Freitag überzeugt. „Das wird sicher ebenso seinen verdienten Zuspruch finden wie es bei der Neunburger Wiesn und dem Teublitzer Volksfest der Fall sein wird.“
Kaum anders sieht es der Teublitzer Bürgermeister Thomas Beer (CSU): „Die Menschen aus Teublitz und der Region halten dem Fest schon jahrelang die Treue. Ich bin zuversichtlich, dass die Mischung aus guter Musik, süffigem Bier aus der Brauerei Naabeck zu einem vernünftigen Preis, die Brotzeiten aus der Festküche und am Festplatz teilweise von regionalen Erzeugern und Firmen und das attraktive Fahrtprogramm mit zum Beispiel Autoscooter und Achterbahn die Besucher anziehen wird.“

Traditionell kommen die Gäste des Teublitzer Volksfestes aus dem südlichen Landkreis Schwandorf und dem nördlichen Landkreis Regensburg. „Insofern dürfte die Neunburger Wiesen keinen beziehungsweise nur geringen Einfluss auf die Besucherzahlen bei uns haben“, ist Beer überzeugt. Schade findet er es, dass „das Volksfest in Schwandorf nun gleichzeitig stattfindet und nicht mehr um das Pfingstwochenende“.
Das Programm der Neunburger Wiesn ist nicht zu toppen.
Martin Birner, Bürgermeister von Neunburg
Ähnlich äußert sich Neunburgs Rathauschef Martin Birner (CSU). Auch er glaubt, dass sich Teublitz und Neunburg nicht gegenseitig Besucher wegnehmen werden. Zwischen Schwandorf und Neunburg könnte es da schon anders aussehen. Das Programm der Neunburger Wiesn sei nach Birners Meinung aber „nicht zu toppen“. Es seien Bands, die die Leute aus der Region ansprechen würden. „Da ist Stimmung garantiert.“ Er habe mit Jugendlichen gesprochen, die bereits für jeden Wiesn-Tag einen Tisch im Festzelt reserviert haben.
Am Ende sei auch das Wetter entscheidend, wie viele Besucher zu den einzelnen Festen strömen würden, meint Martin Birner abschließend.