Thomas und Theresa Frey verwandeln ehemaliges Stoffhaus in Cham in Praxis für Physiotherapie

Wo bislang Stoffballen, Gardinen und Nähzubehör verkauft wurden, sollen künftig Patienten an ihrer Beweglichkeit arbeiten. Die frühere Verkaufsfläche des Stoffhauses Fischer im sogenannten Shop-Center in Cham-Süd bekommt nur wenige Monate nach der Schließung des Traditionsgeschäfts neue Mieter: Thomas und Theresa Frey aus Neukirchen-Balbini eröffnen dort am 22. Juni ein physiotherapeutisches Sport- und Mobilitätszentrum. Für sie ist es nach der Praxis in ihrer Heimatgemeinde der zweite Standort.
Dass die rund 250 Quadratmeter große Fläche im ersten Obergeschoss des Gebäudekomplexes an der Rodinger Straße nicht lange leer stehen würde, hatte sich bereits abgezeichnet. Gebäudeinhaber Hans Gietl jun. berichtet von mehreren Anfragen für die exponierte Fläche neben C&A. Dennoch spüre auch er die derzeit schwierigere wirtschaftliche Lage. „Man merkt schon, dass Interessenten länger überlegen“, sagt Gietl.
Mit Thomas und Theresa Frey habe sich letztlich jedoch ein Konzept gefunden, das gut zum bestehenden Angebot passe. „Wir achten immer auf einen ausgeglichenen Branchenmix“, betont der Eigentümer. Neben Geschäften wie C&A, New Yorker, Tedi oder dem Café Coco ergänze eine Physiotherapie-Praxis das Angebot im Gebäudekomplex sinnvoll.
Praxis gesellt sich zu C&A, New Yorker und Tedi
Für das junge Ehepaar aus dem Landkreis Schwandorf ist die Erweiterung um den Standort in Cham ein bewusst gewählter Schritt. Schon seit längerer Zeit hätten sie sich nach geeigneten Räumlichkeiten in der Kreisstadt umgesehen, berichtet Thomas Frey und gesteht: „Wir sind absolute Cham-Fans.“ Ausschlaggebend seien letztlich die gute Verkehrsanbindung, die Nähe zur B 85 und die zahlreichen kostenfreien Parkplätze gewesen. „Das ist eine Top-Lage hier draußen.“
Wir sind absolute Cham-Fans.Thomas Frey, Inhaber der Physiotherapie-Praxis
Noch laufen in den früheren Verkaufsräumen die Umbauarbeiten auf Hochtouren. Wo einst Stoffregale standen, entstehen derzeit Behandlungsräume, getrennt durch neu eingezogene Trockenbauwände. Künftig führt ein großer Flur durch die Praxis. Laut Gietl seien die neuen Mieter eng in die Planung eingebunden worden, um Raumaufteilung und Lichtkonzept optimal auf den künftigen Praxisbetrieb abzustimmen.
Die neue Filiale bedeutet für das Ehepaar Frey zugleich eine deutliche Erweiterung ihres bisherigen Angebots. Im Vergleich zum Hauptstandort in Neukirchen-Balbini biete die größere Fläche in Cham mehr Möglichkeiten, erklärt Thomas Frey. Herzstück der neuen Praxis soll unter anderem eine große Trainingsfläche für gezieltes Gerätetraining werden. Perspektivisch sei zudem ein Bereich für Leistungsdiagnostik geplant. Auch Akuttermine sollen künftig angeboten werden. Obwohl es sich um eine Privatpraxis handelt, richtet sich das Angebot nicht ausschließlich an Privatpatienten. Neben Privatversicherten sollen dort auch Patienten mit Rezepten der Berufsgenossenschaft, Zusatzversicherte und Selbstzahler behandelt werden, erklärt Theresa Frey.
Fachkräftemangel sorgt für rege Nachfrage
Die Nachfrage scheint bereits vor der offiziellen Eröffnung vorhanden zu sein. Interessierte konnten sich schon in den vergangenen Monaten vormerken lassen. Mittlerweile werden feste Termine vergeben. Vor allem wegen des anhaltenden Fachkräftemangels in der Physiotherapie sei die Resonanz in Cham bislang groß.
Zum Start sollen am neuen Standort rund sieben Kräfte beschäftigt sein. Zwei Physiotherapeuten werden dabei zwischen Neukirchen-Balbini und Cham pendeln. Für Januar ist laut Thomas Frey bereits eine weitere Vollzeitstelle geplant. Theresa Frey, ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin, übernimmt künftig die Standortleitung in Cham. Auch Schülern der Berufsfachschule für Physiotherapie möchten Thomas und Theresa Frey die Möglichkeit geben, bereits während der Ausbildung praktische Erfahrungen zu sammeln. „Immer wieder kommen Auszubildende auf uns zu und fragen nach“, sagt Theresa Frey.
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Bis zur Eröffnung am 22. Juni bleibt auf der Baustelle allerdings noch einiges zu tun. Derzeit wird in den ehemaligen Verkaufsräumen noch fleißig gehämmert, geschraubt und montiert – damit aus dem einstigen Stoffhaus schon bald eine moderne Physiotherapie-Praxis wird.