E-Rezept und hohe Kosten: Johannes-Apotheke in Hohenwarth schließt Ende Juni

Für die Gemeinde Hohenwarth sind es schlechte Nachrichten: Ende Juni schließt die Johannes-Apotheke. Warum dieser Schritt auch ihnen nicht leicht gefallen, aber unumgänglich ist, erklären die Inhaber Stefanie und Henrik Henke im Gespräch mit unserem Medienhaus.
Die Henkes betreiben in zweiter Generation die Sonnen-Apotheke in der Innenstadt von Bad Kötzting. Rund 30 Mitarbeiter sind an den bislang zwei Standorten beschäftigt, sagen sie. Die Johannes-Apotheke hatten sie erst zum Jahreswechsel 2017/18 übernommen. „Schon damals war sie eigentlich nur in Kombination mit der Sonnen-Apotheke tragfähig“, sagt Apothekerin Stefanie Henke.
Bereits 2024 mussten neue Wege gegangen werden
Personal- und Energie-Kosten, steigende Konkurrenz im Internet, dabei seit vielen Jahren keine Anpassungen mehr bei der Vergütung – die Gründe seien vielfältig, weshalb es bereit 2024 schlecht um den Fortbestand der Apotheke in Hohenwarth gestanden habe. „Damals haben wir das noch auffangen können, indem wir uns aktiv darum bemüht haben, Heime beliefern zu können“, sagt Stefanie Henke. Fündig geworden sei man schließlich in Cham – ein Arrangement, das auch weiterlaufen werde, aber ab Juli eben nicht mehr über die Johannes-, sondern über die Sonnen-Apotheke. Den letzten Anstoß zur Entscheidung, die Apotheke in Hohenwarth zu schließen, habe die Digitalisierung gegeben.
„E-Rezept“ lautet der Grund, wie beide sagen. Dabei sind beide dafür, dass Digitalisierung noch viel mehr Einzug im Gesundheitswesen hält. Im Fall der Johannes-Apotheke, die auch noch äußerst günstig gelegen in einem Gebäude mit einem Ärztehaus und einer Physiotherapie-Praxis untergebracht ist, habe das aber bedeutet, dass der Umsatz weiter zurückgegangen sie. „Gerade Patienten, die Dauermedikamente benötigen, gehen jetzt einmal im Quartal zum Arzt und geben ihre Karte ab – danach holen sie sich ihre Medikamente, wenn nicht nicht in Hohenwarth leben, eben dort, wo sie wohnen“, erklärt Stefanie Henke.
Der Ratschlag der Kollegen fiel immer sehr ähnlich aus
Sie hätten sich auch mit Kollegen ausgetauscht, die selbst bereits bestehende Filialen geschlossen hätten. Letztlich sei der Rat immer derselbe gewesen: „Entscheidet euch, bevor es zu spät ist.“ Stefanie Henke sagt darum heute: „Letztlich ist es keine Entscheidung gegen Hohenwarth, sondern für die dauerhafte Qualität an einem Standort.“ Fünf Mitarbeiter, darunter eine Apothekerin, hätten jeden Tag vor Ort sein müssen. Auch personell eine Aufgabe, die immer schwerer zu bewältigen sei. Beide wissen natürlich auch, dass einmal weggefallene Strukturen wohl nicht mehr wiederkommen werden. „Wir bedauern diesen Schritt sehr, auch mit Blick auf unsere langjährigen Kunden. Wir wissen, wie wichtig die Apotheke vor Ort ist“, sagt Henrik Henke deshalb.

Immerhin: Den bislang angebotenen Liefer-Service für ältere Patienten, die nicht mehr mobil sind, den werde es auch weiterhin für die Hohenwarther geben, versichern beide. Stefanie Henke sagt: „Ich war immer gerne selbst vor Ort und erinnere mich gerne daran.“ Auch sie habe den familiären Umgang in der kleinen Johannes-Apotheke sehr zu schätzen gewusst – ebenso wie die Hohenwarther ihre kleine Apotheke, die es nun bald nicht mehr geben wird.