Seele und Anker im Herzen der Stadt: Das Chamer Unternehmen Frey feiert Geburtstag

Wer älter wird, erkennt bald, dass die eigene Leistungsfähigkeit abnimmt. Beim Unternehmen Frey ist das anders – auch nach 125 Jahren ist die Chamer Firma ein Jungbrunnen an Ideen und Innovationen – so fit, als wäre es Januar 1901 und die Ladentüre gerade erst aufgeschlossen worden. „Jeder Generation ist etwas Besseres eingefallen“, so Amran Frey, die aktuelle siebte Generation der Inhaberfamilie, beim Geburtstagsempfang am Donnerstag.
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Das scheint das Rezept zu sein, um jung bleiben und am Markt zu überleben – ohne den Ansporn, sich immer wieder neu zu erfinden, hätte die Unternehmensgruppe am Donnerstag wohl nicht ihr 125 -jähriges Bestehen in Cham feiern können. Diese Erkenntnis war vielfach von den Gratulanten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – darunter auch Staatsminister Albert Füracker – zu hören.
Die Familie Frey als gemeinsamer Nenner über die Jahre
Und auch Amran Frey, Neffe von Caroline Frey und seit 2023 offiziell in der Geschäftsführung, hob dieses ständige Neuerfinden hervor, auch wenn es ihn, wie er bemerkte, unter Druck setze. Das Unternehmen sei seit der Gründung stetig gewachsen und sei aus jeder Generationsstufe ganz anders herausgegangen als gestartet. „Die Familie ist dabei der gemeinsame Nenner“, sagte er.
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Er freue sich auf die schöne Aufgabe, hier zu wirken, und prognostizierte: „Das Beste liegt noch vor uns!“ Dazu schilderte er, wie wohl ein Einkauf in der Zukunft ausschauen wird, wo moderne Technik die Verkäuferin Steffi begleitet, sie mit viel Erfolg ganz persönlich mit Kunden verbindet. „Sie verdient mehr als ihr Mann, der Ingenieur ist“, so die Vision Freys. Er schaue mit Zuversicht und mit viel Neugier in die Zukunft.
Mit viel Mut und Risiko in der Handelswelt unterwegs
Unternehmensleiter Helmut Hagner beschrieb den Mut und das Risiko der Familie Frey, wie ihn viele Familien im stationären Einzelhandel beweisen würden und damit die Innenstädte am Leben erhalten. Doch habe sich der Handel heute radikal verändert: „Wir sind im Auge des Sturms!“ Es gebe „tektonische Verschiebungen“, die sich nicht mehr ändern würden.

Es gelte, die richtigen Antworten zu finden auf Leerstände, Perspektivlosigkeit, Gleichschaltung der Innenstädte durch Ketten und Discounter. Es gehe nur über die Menschen – über beste Beratung in tollem Umfeld, mit Aufrichtigkeit und emotionaler Intelligenz, wie er es nannte: „Bei uns sind alle Kunden VIP-Kunden.“ Er mahnte die Politik an, faire Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, mehr Vertrauen zu haben und weniger Regulierung zu verursachen. Sein Dank galt vor allem den über 500 Mitarbeitern, ohne die das alles nicht möglich sei.
Hier entscheidet der Kunde über Erfolg oder Misserfolg
Staatsminister Albert Füracker berichtete von einem schwierigen Tag für ihn – da er am Donnerstag die Zahlen zur neuen Steuerschätzung bekam. Daher freue ihn der Termin in Cham – hier werde nicht gejammert. Er sei stolz, dass Bayern solche Unternehmerfamilien habe wie Frey, die sich immer an Veränderungen anpassen würden.

Hier entscheide der Kunde über Erfolg oder Misserfolg – es sei wie beim Angeln: Der Köder müsse dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Jeder Bürgermeister könne stolz sein, ein solches Unternehmen vor Ort zu haben. Aus der Geschichte der Firma über sieben Generationen sei herauszulesen, dass nichts so beständig sei wie der Wandel. Die Warenhäuser von einst seien heute Erlebniskaufhäuser. Das sei wunderbar – und auch ausgezeichnet, wies Füracker auf den Bayerischen Mittelstandspreis hin, den das Unternehmen Frey 2025 erhalten hat.
Immer wieder neue Einkaufserlebnisse
Er nutzte seine Glückwunschrede auch, um für Demokratie zu werben. Die brauche für manche Prozesse Zeit, doch gebe es keine Alternative zu ihr. „Wir strengen uns auch an“, betonte Füracker. Doch komplexe Fragen seien nicht mit einfachen Antworten zu bedienen. „Glauben sie nie dem Politiker, der ihnen am meisten verspricht!“, sagte er.

Während Dr. Alexander von Preen, der Präsident des Handelsverbands, bei Frey von der Seele der Stadt Cham sprach, beschrieb Bürgermeister Martin Stoiber das Unternehmen als „Anker der Handelstadt“. Mit viel Innovationskraft schaffe Frey immer wieder neue Einkaufserlebnisse und ziehe Menschen an – dafür sei er dankbar und wünsche dem Unternehmen alles Gute.
Kindheitserinnerungen der Chamer Politik
Dass das Unternehmen Frey auch bei den Menschen vor Ort tief verankert ist und Identität schafft, veranschaulichten Landrat Christian Schindler und auch der FW-Landtagsabgeordnete Julian Preidl, die von ihren Kindheitserinnerungen im Kaufhaus erzählten – beide auch in Frey-Anzügen eingekleidet, wie sie hervorhoben.

Mit seinem Bruder sei er oft von zuhause in Cham-West zum Frey geradelt, beschrieb Christian Schindler seine besondere Beziehung zum Haus. Dort habe es alles gegeben, von Elektro über Mode bis zu Schallplatten. In der ersten Etage seien sie dann im Spielwarenparadies gelandet, hätten neueste Errungenschaften von Lego oder Nintendo erkundet oder drei Stunden Videospiele ausprobiert.
Heute kleide er sich bei Frey ein – und pflege hier zudem auch eine eigene Familientradition: Am 24.12. seien die Männer der Familie seit seiner Kindheit immer im Frey-Restaurant zu finden, wenn man den Frauen zuhause im Weg sei: „Das pflegen mein Papa und ich so bis heute“ – nur das Getränk habe sich geändert – statt heißer Schokolade gebe es mittlerweile Kaffee.
