Zitzmann setzt auf zweiten Biber: Chamer Unternehmensgruppe erweitert sich mit OBI Zwiesel

Von Johannes Schiedermeier · 12. Mai 2026 um 08:30

Die Unternehmensgruppe Zitzmann hat den kleinen OBI-Markt in Zwiesel übernommen. Das wurde den Mitarbeitern am Wochenende mitgeteilt. Im Bild von links: Marktleiterin Sabine Friedl, Unternehmens-Geschäftsführer Thomas und Philipp Zitzmann, der Chamer Marktleiter Johann Bucher und Christoph Claas, Vertriebsleiter der OBI-Systemzentrale. - Foto: Zitzmann

„Es sind nur 4000 Quadratmeter. Aber immer, wenn ich reinkomme, geht mir das Herz auf!“ – Na gut, es wird den Männern ja gerne nachgesagt, dass sie sich in Baumärkten regelrecht versenken können. Aber bei Thomas Zitzmann, dem Geschäftsführer der gleichnamigen Chamer Unternehmensgruppe, hat das schon eine ganz eigene Dimension: Ihm gehören nun zwei OBI-Baumärkte in Cham und Zwiesel (Landkreis Regen). Doch der zweite orange Biber ist mehr als nur ein Investition. Er steht auch für eine Neuausrichtung.

Der Chef der Unternehmensgruppe Zitzmann in Cham erweitert mit dem neuen Franchise-Unternehmen seine Aktivitäten im Einzelhandel und setzt einen strategischen Wandel fort, der zuletzt für Schlagzeilen gesorgt hatte. Zitzmann hatte sein Betonwerk an der B 85 an die Unternehmensgruppe Josef Rädlinger verkauft.

Investitionen, Preisdruck und Konkurrenzkampf

Damit hat sich Zitzmann komplett aus der Produktion zurückgezogen und setzt voll auf den Handel – mit Baustoffen an den Standorten in Cham und Schwarzenfeld. „Wir können das, weil wir Vollsortimenter sind und alles anbieten. Teilweise sind wir sogar besser aufgestellt als bisher – es läuft“, sagt er. Und da sind dann noch die zwei OBI-Märkte – genau der richtige Schritt zur rechten Zeit, findet der Geschäftsführer.

Thomas Zitzmann gibt zu, dass es ihm schwergefallen ist. „Ich habe da was aufgegeben, was mein Vater und mein Großvater aufgebaut haben“, sagt er. Aber am Beispiel des Betonwerks habe sich gezeigt, dass ein Umsteuern dringend nötig ist. „Du kannst gar nicht mehr so schnell reagieren, wie die Krisen da sind. 2022 hatten wir noch tolle Zahlen. Dann ist 2023 alles von 100 auf 50 eingebrochen.“

Dazu kommen dann die ständigen Investitionen in Betonpumpen, Mischer und Maschinen. Im Gegenzug wird immer weniger bezahlt und der Konkurrenzkampf ist mörderisch, schildert Zitzmann seine Beweggründe. „Es war eine sehr emotionale Entscheidung, hinter der aber die ganze Familie steht“, sagt er und sein Sohn Philipp bestätigt das.

Die Enstcheidung für OBI Zwieselhat gut gepasst

Daher hat die Entscheidung für den zweiten OBI-Markt in Zwiesel sehr gut gepasst. „Das hat mich wieder etwas versöhnt. Das war schon ein Wunschtraum, weil ich diese OBI-Familie schon immer gut finde, auf vielen Tagungen war und heute in den Sechser-Gremium sitze, das die Franchise-Unternehmen vertritt“, erzählt Zitzmann.

Es wird Synergie-Effekte geben zwischen dem kleinen 4000 Quadratmetermarkt in Zwiesel und dem doppelt so großen in Cham, sagt der Geschäftsführer. In diesen Zeiten ist es hilfreich, wenn man Waren flexibel hin- und herschieben und auf zwei Märkte verteilen kann.

„Das wird uns aber auch fordern. Trotzdem macht es mir Freude“, versichert er. Probleme erwartet er eigentlich nicht. „Das ist der Bayerische Wald. Die Leute dort sind derselbe Menschenschlag. Das wird gut passen.“

„Nein, zwei Baumärkte sind wohl nicht genug“

Auf den Baustoffgroß- und Einzelhandel zu setzen war auch richtig, sagt Thomas Zitzmann. Denn die Menschen können es sich bei explodierenden Preisen immer weniger leisten, neue Häuser in die Landschaft zu stellen. „Es wird aber viel mehr Sanierungen im Bestand geben“, sagt Zitzmann voraus.

Der zweite Bieber war schon immer ein langgehegter Traum von Thomas Zitzmann. Jetzt hat er sich in Zwiesel diesen Traum erfüllt. - Foto: Zitzmann

„Alles im Leben hat seine Zeit. Und da ist Veränderung oft der richtige Weg. Das wird kein Selbstläufer, aber wenn ich an all die schlaflosen Nächte denke, die ich vor dem Rückzug aus der Produktion hatte, dann macht es jetzt schon viel mehr Spaß als vorher“, sagt er.

Und noch etwas sagt Zitzmann voraus: „Nein, zwei Baumärkte sind wohl nicht genug. Aber jetzt verdauen wir erst mal den neuen, bevor wir über etwas anderes nachdenken.“