Walter Peter und Max Stahl - P&S – sind in Cham krisenfest und auf Wachstumskurs

Der Anfang ist hart: Weil das Rodinger Gründerzentrum zum 1. April 1996 nicht fertig wird, sind Walter Peter und Max Stahl – P&S – erst einmal einen Monat lang arbeitslos. Von da an geht’s bergauf! 1997 haben die beiden schon einen Mitarbeiter. Heute – 30 Jahre nach der Gründung – sind es am Standort in Cham 110 bei einem Jahresumsatz von rund 16 Millionen Euro.
Die beiden Geschäftsführer stellen Sondermaschinen im Metallbau her und erzählen nicht nur eine Erfolgsgeschichte. Sie beschreiben auch den Aufbau eines Unternehmens, das gemeinsam mit all den anderen seiner Art das Geheimnis des Erfolgs dieser Kreisstadt Cham darstellt: familiengeführt, flexibel, krisenfest, innovativ, entscheidungsfreudig.
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Entscheidungsfreudig ja, aber nicht um jeden Preis, sagt Walter Peter. „Wir haben immer erst erweitert, nachdem wir uns gefragt haben: Was bringt es uns und was ist das Risiko?“ Bei zwei Geschäftsführern braucht das auch einmal seine Zeit. Max Stahl lacht: „Beim Erweiterungsbau hat erst er mit dem Kopf angeschoben. Dann ich. Dann beide. Da war die Zeit reif!“
Die Nachfolge steht und die Weichen werden gestellt
P&S hat noch ein Kapital, das die Zukunft sichert: Die Nachfolge steht! Philipp Stahl ist bereits Chef in der Abteilung Forschung und Entwicklung. Michael Peter studiert gerade Wirtschaftsinformatik. Die beiden halten sich im Hintergrund: „30 Jahre – das ist jetzt erst einmal das Verdienst der Väter und Firmengründer. Unsere Zeit kommt noch“, sagt Philipp Stahl. Eine paar Jahre wird das schon noch dauern, weil die Väter noch durchaus voller Tatendrang wirken: Sie bereiten gerade den Boden für ihre beiden Söhne. 18 000 Quadratmeter neuen Firmengrund haben sie gerade erst in der Gemeinde Wilting gekauft.
Auch hier gehen sie nach der Strategie vor, die ihr Unternehmen so erfolgreich gemacht hat: Sie halten die Firma zusammen. „Wilting ist nah genug“, sagt Peter.
Gebaut wird erst, wenn das Risko abgewogen ist
In der direkten Nachbarschaft läuft die Hochspannungsleitung und nach der Erweiterung von 3000 auf 12.000 Quadratmeter hat es im Umfeld keine erschwinglichen Flächen mehr gegeben. Auch die Tatsache, dass es noch keinen konkreten Bauplan gibt, hat einen Ankauf in Cham verhindert. Doch auch das gehört zur Erfolgsstrategie und bringt die beiden Gründerväter nicht aus der Ruhe: „Wir planen und bauen erst, wenn wir wissen, wohin wir uns entwickeln wollen. Dann müssen die Gebäude zur Entwicklung passen“, sagt Stahl. 110 Mitarbeiter hat P&S inzwischen und einen Jahresumsatz von 16 Millionen Euro.
30. Geburtstag feiert man als Unternehmen allerdings kaum mit einer Strategie, die jedes Risiko eingeht. „Das Risiko wird nicht weniger. Im Grunde steigt es mit jeder Vergrößerung“, sagt Peter. Und er fügt hinzu: „A g’mahde Wiesn is des nie!“
Eie Erfolgsgarantie gibt es nicht
Eine Erfolgsgarantie, sagt Stahl, gibt es nicht: „Du brauchst auch Glück mit den Kunden.“ Doch auch hier haben die beiden eine klare Linie: Sie machen ihre Geschäfte nicht mit jedem. Das können sie sich leisten: „Wir kommen aus der Feinmechanik – klein und präzise. So sind wir auch im Großen geblieben“, sagt Stahl.
P&S hat sich einen Namen gemacht und muss nicht jeden Kunden nehmen, vor allem keinen, der nur Ärger macht. „Wir haben uns da nie auf große Experimente und Diskussionen eingelassen“, sagt Stahl. Das Unternehmen hat sich von der Teilefertigung gemausert, hin zu einem Global Player, der selber hochpräzise Maschinen für die Metallbearbeitung fertigt. Die Kunden sitzen in China, Japan, Korea, Mexiko, in den USA, Israel, Österreich...
Der Anfang stand auf einem kleinen Spiralblock
Das macht auch krisenfest, wenn ein Trump mal Zölle verteilt. „Natürlich spüren wir das alles. Aber wir haben Antworten“, sagt Peter.
Kaum zu glauben, dass die Unternehmens-Geschichte mit einem eng beschriebenen Blatt auf einem karierten Block begonnen hat: dem 1. Investitionsplan. Von der Fräs-, Dreh und Bohrmaschine ist dort alles gelistet, bis hin zum Regal. Am Ende summieren sich 495 000 Mark.
Akribisch. So ist es 30 Jahre geblieben. Nun hat die Firma erfolgreich eine KI-gesteuerte Kalkulation von Kundenaufträgen entwickelt. Klappt das? „Ja“, sagt Junior Philipp Stahl. Und Gründervater Max fügt mit der gleichen Überzeugung an: „Aber wir rechnen nach!“
