Mehr Straftaten in Nittenau: Polizei spricht dennoch von sehr guter Sicherheitslage

Von Cornelia Lorenz · 12. Mai 2026 um 19:00

348 Straftaten hat die Polizeistation Nittenau 2025 verzeichnet – und damit 11,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Grund zur Sorge besteht für die Bürger aber nicht. „Die Sicherheitslage ist weiterhin sehr gut“, sagte Mario Mühlbauer, Chef der Polizeistation, bei der Vorstellung der Kriminalstatistik im Nittenauer Rathaus.

Die Polizeistation Nittenau ist für rund 9860 Nittenauer und 4400 Brucker Bürger zuständig. Mühlbauer schlüsselte die Kriminalstatistik für die beiden Kommunen auf. Für den Anstieg in der Gesamtbilanz sind die Zahlen aus Nittenau verantwortlich: Hier kam es 2025 zu 272 Straftaten, während es im Vorjahr noch 228 gewesen waren. Die Aufklärungsquote sank im selben Zeitraum von 75 auf 72,4 Prozent.

Die Brucker Zahlen sind dagegen im Fünf-Jahres-Vergleich auf einem Tiefstand angekommen: 2025 wurden dort 76 Straftaten verzeichnet, somit acht Fälle weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote lag 2025 bei 65,8 Prozent.

Zehn-Jahres-Vergleich für Nittenau und Bruck: 2019 gab es deutlich mehr Delikte

Auch wenn man 2025, auf beide Kommunen bezogen, insgesamt einen Zuwachs an Straftaten registriert habe, sei das kein Grund zur Beunruhigung, betonte Mühlbauer. „Wenn man den Fernseher einschaltet, kann man den Eindruck gewinnen, dass die Welt immer krimineller wird – aber das ist nicht so“, sagte er.

Der Leiter der Nittenauer Polizeistation empfahl dazu, sich näher mit den Zahlen der vergangenen zehn Jahre zu beschäftigen. Denn da habe man bereits deutlich mehr Straftaten als 2025 verzeichnet: 2018 waren es in Nittenau und Bruck 383 Delikte, 2019 gar 413 – und danach habe die Corona-Zeit zu stark rückläufigen Fallzahlen geführt, erläuterte Mühlbauer. Deshalb sei die Zahl der Straftaten 2025 nicht außergewöhnlich hoch, sondern passe zu den Daten der Vorjahre.

Viel weniger Straftaten als im Oberpfälzer Vergleich

Um zu zeigen, dass die Bürger in Bruck und Nittenau sicher leben, hatte Mühlbauer ein eindrückliches Beispiel mitgebracht, und zwar die Häufigkeitsziffer. Sie sagt aus, wie viele Straftaten innerhalb eines Jahres registriert wurden, und zwar hochgerechnet auf 100.000 Einwohner. In Nittenau und Bruck liege diese Zahl für 2025 bei 2433 – und damit deutlich niedriger als oberpfalzweit (3646) und bayernweit (4094). Deutschlandweit am höchsten sei die Häufigkeitszahl in Bremen mit 15.500 Straftaten pro 100.000 Einwohner.

Wenn man den Fernseher einschaltet, kann man den Eindruck gewinnen, dass die Welt immer krimineller wird – aber das ist nicht so.Mario Mühlbauer, Chef der Polizeistation Nittenau

Auch wenn die objektive Sicherheitslage in Nittenau und Bruck weiterhin sehr gut sei, könne das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger von den objektiven Zahlen abweichen, räumte Mühlberger ein. „Mit der Einführung der Sicherheitswacht erhoffen wir uns eine Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls“, sagte er. Derzeit habe sie drei Mitglieder, solle jedoch ausgebaut werden.

Sicherheitswacht soll Sicherheitsgefühl der Bürger verbessern

Der Polizeichef gab darüber hinaus einen Überblick über die verschiedenen Deliktarten. Den größten Anteil an den Straftaten haben Diebstähle: Hier fanden 80 Fälle Eingang in die Kriminalstatistik, was 23 Prozent der Gesamtkriminalität ausmacht. Erfreulicherweise sei 2025 kein Wohnungseinbruch angezeigt worden. Zuletzt sei es 2022 zu einem solchen Delikt gekommen, erläuterte Mühlbauer.

Ein Minus gab es im Bereich der Gewaltkriminalität: Wie Mühlbauer berichtete, beinhaltet die Statistik für 2025 einen Fall von Vergewaltigung, zwei Raubdelikte und sechs Fälle von gefährlicher oder schwerer Körperverletzung. Hier könne man somit einen Rückgang von 17 Fällen 2024 auf neun Fälle 2025 vermelden. Die Aufklärungsquote sei mit 94,1 Prozent sehr hoch, da es sich häufig um Beziehungstaten gehandelt habe, bei denen das Opfer den Täter kenne.

Sachbeschädigungen am Jahnweg kamen am häufigsten vor

Einen Anstieg verzeichnete die Polizeistation Nittenau bei den Sachbeschädigungen: Mit 52 Fällen (2024: 38) machten sie 14,9 Prozent aller Straftaten aus. 45 Taten ereigneten sich in Nittenau, sieben in Bruck. Die Aufklärungsquote erreichte in diesem Deliktsbereich nur 36,5 Prozent. Wie Mühlbauer erläuterte, sei in Nittenau der Bereich des Jahnwegs in Sachen Vandalismus überrepräsentiert. Von einem Hotspot könne man allerdings nicht sprechen. Keinerlei Fälle wurden 2025 von der Angerinsel gemeldet.

Auf dem weitläufigen Gelände am Jahnweg kommt es häufiger zu Fällen von Vandalismus. - Foto: Cornelia Lorenz, Archiv

Kaum ins Gewicht fielen 2025 Fälle von Rauschgiftkriminalität: Hier stellten die Beamten neun Verstöße fest, lediglich einen mehr als 2024. Aufgrund einer Gesetzesänderung sei ein deutlicher Rückgang in diesem Deliktsbereich zu verzeichnen, so Mühlbauer. Einen leichten Rückgang gab es bei den Waren- und Warenkreditbetrügen, von denen elf registriert wurden (2024: 14). Ähnlich war die Tendenz bei Betrugsdelikten, wo man 26 Fälle verzeichnete (2024: 32).

15 Prozent der Tatverdächtigen waren Jugendliche

Auch zu den 207 registrierten Tatverdächtigen gab Mühlbauer eine Übersicht: 150 von ihnen waren männlich. 15 Prozent der Tatverdächtigen gehörten zur Altersgruppe der Jugendlichen, 4,8 Prozent waren Kinder. 31,4 Prozent der Tatverdächtigen hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Patrick Dengler, der stellvertretende Leiter der Polizeistation Nittenau, gab einen Überblick über das Unfallgeschehen 2025. Die Zahl der Verkehrsunfälle stieg auf 438 (2024: 372). Allerdings lägen die Zahlen aus 2025 im Fünf-Jahresvergleich auf durchschnittlichem Niveau, sagte er.

69 Personen wurden bei Unfällen in Nittenau und Bruck verletzt

Leider habe man 2025 zwei Verkehrstote zu beklagen gehabt. 69 Personen seien bei Unfällen verletzt worden, davon 66 leicht. „Die Anzahl der schwerverletzten Personen ist damit auf einem historischen Tiefstand“, so Dengler. Neun der registrierten Verkehrsunfälle seien auf Alkoholeinfluss zurückzuführen. Mit 160 Fällen sei der Anteil der Wildunfälle leicht gestiegen. Von den insgesamt 60 Verkehrsunfallfluchten habe man 21 aufklären können.

Franz Wenig, Chef der Polizeiinspektion Burglengenfeld, betonte, es sei wichtig, dass die Bürger ihre Augen und Ohren offenhielten und ihre Beobachtungen der Polizei mitteilten. Nittenaus Bürgermeister Benjamin Boml (FW) und Brucks Rathauschefin Heike Faltermeier (CSU) bedankten sich bei den Vertretern der Polizei für die gute Zusammenarbeit.