Schluss mit Leerstand: Nittenau hat jetzt wieder einen Griechen

In der Nittenauer Gastroszene tut sich derzeit so einiges: Nachdem kürzlich in der Innenstadt erst ein neues Café eröffnet wurde, ist nun auch in das benachbarte leerstehende griechische Restaurant wieder Leben eingekehrt: Wirt Nikolaos Kadis betreibt das Lokal mit seinen beiden Schwestern.
„Mykonos“ steht auf dem großen Schild in der Hauptstraße 6, und der Name ist Programm: Hier können sich die Gäste über Gerichte der traditionellen griechischen Küche freuen. Kadis stammt ursprünglich aus einem kleinen Ort 60 Kilometer nördlich von Thessaloniki, lebt aber schon seit 25 Jahren in Deutschland.
Die Oberpfalz ist nicht seine erste Station in Deutschland: Er sei bundesweit schon viel herumgekommen, sagt der 45-Jährige. Daheim in Griechenland habe er nach der Schule eine Ausbildung zum Goldschmied gemacht – ein Beruf, der leider keine Zukunft gehabt habe. Mit 18 Jahren ging Kadis dann für einige Zeit zum Militär und beschloss danach, seiner Schwester nach Deutschland zu folgen.
Der neue Wirt hofft auf viele Jahre in Nittenau
Eine Zeit lang lebte Kadis bei ihr in Bergisch-Gladbach, arbeitete danach aber an verschiedenen Orten in der Gastronomie, zum Beispiel in Aachen, Rostock und Warnemünde. Zuletzt sei er als Kellner im Akropolis in Maxhütte-Haidhof beschäftigt gewesen, sagt der 45-Jährige. Mittlerweile ist er nach Nittenau übergesiedelt und hofft, in der Stadt lange bleiben zu können. „Am liebsten würde ich hier bis zur Rente arbeiten“, sagt er schmunzelnd.
Das „Mykonos“ in Nittenau betreibt Kadis zusammen mit seinen beiden Schwestern Maria und Eirini. Der Familienzusammenhalt ist ihnen wichtig. Der neue Wirt wird selbst am Herd stehen und kochen, aber natürlich auch die Gäste bedienen. Er hoffe sehr, dass sich die schlechten Zeiten für die Gastronomie, die von der Corona-Krise ausgelöst wurden, nicht wiederholen, sagt er.
Das neue Restaurant erfordert viel Zeit
Noch hatte Kadis kaum Zeit, sich in Nittenau näher umzusehen. Er sei derzeit fast pausenlos mit dem neuen Restaurant beschäftigt. Er habe aber fest vor, die Stadt und ihre anderen Lokale bald kennenzulernen und dort auch selbst einzukehren. „Ich habe hoffentlich bald Zeit zum Genießen“, sagt Kadis.
Am liebsten würde ich hier bis zur Rente arbeiten.Nikolaos Kadis, neuer Wirt
Kürzlich bekam er bereits Besuch von Bürgermeister Benjamin Boml (FW). Er gratulierte zur Neueröffnung und wünschte Kadis viel Erfolg sowie zahlreiche zufriedene Gäste. Auch die Verpächter des Lokals, Dieter und Alexandra Mohr, zeigen sich erfreut über die Wiederbelebung des Standorts in zentraler Lage und wünschten einen erfolgreichen Start.

„Billigster Grieche Deutschlands“ hat in Nittenau lange um seine Existenz gekämpft
Das Restaurant in der Hauptstraße, das nun „Mykonos“ heißt, hatte in den vergangenen Jahren einige Veränderungen erlebt. Im Mai 2019 war der frühere Wirt Christos Misailidis von Steinberg nach Nittenau gekommen und hatte hier die „Taverna Metropolis“ eröffnet. Die Corona-Pandemie und die steigenden Preise infolge des Ukraine-Kriegs machten ihm aber das finanzielle Überleben bald schon schwer.
Ende 2024 entschied sich Misailidis deshalb, einen neuen Weg einzuschlagen: Aus der Taverna Metropolis wurde die Gyros-Box. Doch nicht nur der Name des Lokals änderte sich: Misailidis verkleinerte unter anderem die Speisekarte, um auch mit weniger Personal alles frisch zubereiten zu können. Außerdem strich er Gerichte mit Grillfleisch von der Karte, um die Stromkosten zu senken. Er selbst bezeichnet sich im Gespräch mit der Mittelbayerischen als „billigsten Griechen Deutschlands“. Doch Ende Januar 2026 musste der Gastronom die Reißleine ziehen und sein Lokal endgültig schließen. Er habe keine Kraft mehr weiterzukämpfen, sagte er.