Sechs Stadträte in Nittenau verabschiedet: Albert Meierhofer erhält stehenden Applaus

Sechs Stadtratsmitglieder schieden in Nittenau (Landkreis Schwandorf) zum Ende der Legislaturperiode aus und wurden in der letzten Stadtratssitzung verabschiedet. Besonders lange – nämlich fast drei Jahrzehnte – gehörte Albert Meierhofer dem Gremium an, davon zwei Amtsperioden als stellvertretender Bürgermeister.
Bürgermeister Benjamin Boml (FW) blickte in seiner Laudatio auf die Arbeit der Räte in der vergangenen Amtsperiode zurück, auch in den verschiedenen Gremien, und führte Beispiele an: „Besonders viel ist für Kinder und Jugendliche passiert. Mit dem Jugendtreff wurde ein wichtiger Ort geschaffen und mit dem Jugendparlament sogar ein echtes Leuchtturmprojekt.“
Ob bei Bildung und Betreuung, Bauen und Stadtentwicklung: Es sei viel umgesetzt worden. Ein Meilenstein sei die Freigabe der neuen Großen Regenbrücke gewesen. „Wir mussten auch Entscheidungen treffen, die niemand gerne trifft, wie Gebührenerhöhungen“, räumte Boml ein. Auch die Pandemie fiel in die Zeit der abgelaufenen Wahlperiode. Nun beginne eine neue Phase.
Jedes verabschiedete Mitglied erhielt Applaus
Für die geleistete Arbeit bedankte sich Boml beim Stadtrat und würdigte die ausscheidenden Mitglieder mit persönlichen Worten. Künftig nicht mehr im Gremium vertreten sind Julia Zeidler (2021 bis 2026), Michaela Reisinger (2020 bis 2026), Jürgen Hildebrand (2020 bis 2026), Christoph König (2017 bis 2026), Thomas Hochmuth (2011 bis 2026) und Albert Meierhofer (1997 bis 2026).
Jedes verabschiedete Mitglied erhielt Applaus – Albert Meierhofer sogar stehenden und lange anhaltenden. Die Rührung war dem 60-Jährigen deutlich anzusehen. „Die Hälfte meines Lebens habe ich in diesem Gremium verbracht. Es war mir eine Ehre, Entscheidungen mitzutragen“, erklärte Meierhofer. „Ich möchte keinen Tag missen und habe viel gelernt.“ Meierhofer war zudem in mehreren Ausschüssen tätig. Alle sechs scheidenden Räte erhielten von Boml als Anerkennung eine Urkunde und ein Geschenk.
Die Hälfte meines Lebens habe ich in diesem Gremium verbracht. Es war mir eine Ehre, Entscheidungen mitzutragen.Albert Meierhofer, Verabschiedeter Stadtrat
Zuvor hatte der Stadtrat noch wichtige Beschlüsse gefasst. Bereits 2025 waren die Richtlinien für einen ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten beschlossen worden, die Anfang des Jahres in Kraft traten. Dabei mussten bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Laut Boml gingen acht Bewerbungen ein, zudem fanden bereits Kennenlerngespräche statt. „Dabei wurde deutlich, dass alle Bewerber über unterschiedliche Erfahrungen verfügen und unterschiedliche Schwerpunkte setzen“, erläuterte der Bürgermeister. „Mit diesem Potenzial als Gruppe könnte man sich umfassender und zeitlich intensiver einbringen.“ Vertreter der Fraktionen und der Geschäftsleitung entwickelten daher die Idee, einen Inklusions- und Behindertenbeirat ins Leben zu rufen. Alle Bewerber erklärten sich damit einverstanden.
Bei den Stadträten stieß dieser Vorschlag auf einhellige Zustimmung. Es herrsche großer Bedarf für einen solchen Beirat, bekräftigte Elisabeth Bauer (Grüne). Auch Dorit Schwarzfischer (CSU), Mitglied des Seniorenbeirats, zeigte sich erfreut über die Bereitschaft, sich für andere Menschen einzusetzen. Einstimmig wurde die Schaffung des Beirats beschlossen. Ebenso befürwortete das Gremium die Errichtung einer Überdachung für den Stadtbauhof als nordseitigen Anbau in Form eines Pultdachs in Holzbauweise. Unterstellflächen für Geräte werden benötigt. Die Kosten liegen bei etwa 150.000 Euro.
Stadt bleibt bei Ökostrom ohne Neuanlagenquote
Eine kurze Diskussion folgte zum Thema Bündelausschreibungen für Strom- und Gaslieferverträge sowie zur Entscheidung über die Stromart. Die Ausschreibungen waren bereits 2025 beschlossen worden, nun blieb noch zu klären, ob Graustrom, Ökostrom ohne Neuanlagenquote oder Ökostrom mit Neuanlagenquote gewählt werden sollte. Christoph König (Grüne) plädierte für Ökostrom mit Neuanlagenquote, da die Stadt „eine Vorreiterrolle“ einnehmen sollte. Dennoch wurde mit zwei Gegenstimmen wie bisher Ökostrom ohne Neuanlagenquote beschlossen. Die Laufzeit beträgt zwei Jahre.
Zudem wurden einige Beschlüsse aus der nichtöffentlichen Sitzung im März bekannt gegeben. Dabei ging es unter anderem um die Sanierung und Erneuerung der Wasserleitung im Kreuzweg-Schlingmann-Areal. Außerdem soll das Integrierte Entwicklungskonzept (ISEK) neu gefasst werden. Der Auftrag in Höhe von 120.000 Euro wurde vergeben.