Schwandorfer Unfallkreuzung soll entschärft werden – Stadträte aber uneins über Umbau

Von Jan Lange · 10. April 2026 um 19:00

Dass die Kreuzung der Kreisstraße SAD2, der Klardorfer Straße und der Autobahnanschlussstelle Schwandorf-Süd entschärft werden muss, darüber sind sich Schwandorfs Stadträte einig. Die Unfallzahlen an dem Knotenpunkt sind zu hoch. Doch wie die Kreuzung umgebaut werden soll, darüber gehen die Meinungen auseinander, wie am Donnerstag im Bauausschuss deutlich wurde.

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Im September 2025 hatte die CSU-Stadtratsfraktion beantragt, die Kreuzung zu entschärfen. Anlass dafür waren die häufigen Unfälle. Bereits vor mehr als zehn Jahren war der Knotenpunkt als Unfallhäufungsstelle eingestuft worden. Seitdem hatte sich die Zahl der Unfälle kaum verringert. In den Jahren 2021 bis 2023 wurden 16 Verkehrsunfälle von der Polizei erfasst.

Bau eines Kreisels würde eine Million Euro kosten

Danach wurden Stop-Schilder aufgestellt und eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf der Kreisstraße angeordnet. Außerdem wurde eine Verkehrsinsel auf der Klardorfer Straße errichtet. Den gewünschten Erfolg – eine Vermeidung von Unfällen – haben diese Maßnahmen nicht gebracht: Auch in den Jahren 2024 bis 2026 krachte es regelmäßig an der Kreuzung. Allein zwei Unfälle mit Schwerverletzten und vier Unfälle mit Leichtverletzten finden sich in der Polizeistatistik.

Deshalb wird seit dem Herbst ein Umbau der Kreuzung forciert. Der Kreisbauausschuss hatte das Landratsamt im November beauftragt, die drei Varianten Kreisverkehr, Ampelanlage oder eine „versetzte Kreuzung“ zu prüfen. Am Donnerstag präsentierte Paul Witt vom Tiefbauamt des Landkreises die Ergebnisse im städtischen Bauausschuss.

Die Ampeln können so programmiert werden, dass früh erkannt wird, wenn frei ist, und sie auf Grün schalten.Paul Witt, Tiefbauverwaltung des Landratsamtes

Für den Umbau zur Lichtsignalanlage seien lediglich Anpassungen der Verkehrsinseln mit Bau der Mastfundamente in den Einmündungen sowie die Verkabelung und Erneuerung der Deckschicht und der Fahrbahnmarkierungen im Kreuzungsbereich erforderlich, erläuterte Witt. Es sei die Variante mit dem baulich geringsten Aufwand. Innerhalb von zwei bis drei Monaten könnte die Kreuzung bei der Variante Ampelanlage umgebaut werden. Die Kosten schätzt Witt auf rund 400 000 Euro.

Deutlich teurer würde der Bau eines Kreisverkehrs werden. Hier schätzt die Bauverwaltung die Kosten auf circa eine Million Euro. Die Bauzeit würde sich laut Witt bei der Variante Kreisverkehr auf etwa neun Monate belaufen – wäre also auch dreimal so lang wie bei der Errichtung einer Lichtsignalanlage.

Am teuersten wäre eine Versetzung der Kreuzung

Die baulich aufwendigste Variante wäre die Versatzlösung. Da die Ausfahrt der Autobahn nicht versetzt werden kann, müsste die Einmündung der Klardorfer Straße verlegt werden. Es bräuchte dafür entsprechende Flächen und auch bestehende Waldflächen müssten gerodet werden. Darüber hinaus müsste aufgrund der zusätzlich versiegelten Flächen ein Regenrückhaltebecken errichtet werden. Diese Variante geht folglich mit erheblichen Eingriffen in Natur und Landschaft einher. Eine Entzerrung der Kreuzung wäre mit rund 1,4 Millionen Euro Baukosten auch die teuerste der drei Varianten.

Aufgrund der kurzen Bauzeit, der geringeren Kosten sowie der deutlich reduzierten Eingriffe in Natur und Umwelt empfiehlt das Landratsamt eine Lichtsignalanlage.

Während eine Versetzung der Kreuzung für die Stadträte nicht infrage kommt – Alfred Braun (SPD) bezeichnete die vergleichbare Maßnahme auf der B85 in Heselbach gar als „Umweltfrevel“ –, war die Einschätzung der beiden anderen Varianten unterschiedlich. CSU-Stadtrat Hans Sieß erklärte, dass er eher zu einem Kreisverkehr tendiere, da er glaube, dass dort der Verkehr besser abfließe als bei einer Ampel. Auch 3. Bürgermeisterin Marion Juniec-Möller (Grüne) findet einen Kreisverkehr sinnvoller. Robert Koller von der CSU hält einen Kreisverkehr ebenfalls für die bessere Variante. Er merkte an, dass die Ergebnisse der Verkehrserhebung vom 20. Januar 2026 im Sommer vermutlich anders ausfallen würde, wenn die Gäste an den Steinberger See fahren oder von dort zurückkommen.

Verwaltungen sind angehalten, die kostengünstigste Variante zu nehmen

Die Befürworter eines Kreisverkehrs führten auch die bereits vorhandenen Kreisel an der Oder-Kreuzung und am Ortseingang von Klardorf an. Dort gebe es erfahrungsgemäß keinen großen Rückstau.

Witt erklärte, dass es auch bei einer Ampelanlage zu keinem Rückstau – speziell in Richtung Autobahn – kommen muss. Die Ampeln könnten so programmiert werden, dass sie frühzeitig erkennen, wenn frei sei und dann auf Grün schalten. Witt betonte auch, dass die Bauverwaltungen angehalten seien, die kostengünstigsten Varianten umzusetzen.

Unterstützung erhielt er dabei von AfD-Fraktionschef Reinhard Mixl, der meinte, dass nichts für einen Kreisverkehr spreche. Aufgrund des Verkehrsaufkommens seien die dafür erforderlichen Mehrkosten nicht gerechtfertigt. SPD-Stadtrat Alfred Braun gab zu bedenken, dass die Lichtsignalanlage wesentlich günstiger sei. Auch Jochen Glamsch (UW) sieht keinen Vorteil in einem Kreisverkehr.

Den größten Anteil der Kosten trägt die Autobahn GmbH

Letztlich stimmten fünf Stadträte für die Lichtsignalanlage, fünf für einen Kreisverkehr. Damit hatte sich kein klares Meinungsbild seitens der Stadträte ergeben. Das ist wahrscheinlich auch nicht ausschlaggebend. Denn die Stadt Schwandorf ist nur einer von mehreren Entscheidern. Zudem trägt sie mit 14,6 Prozent den kleinsten Anteil der Baukosten.

Die Federführung liegt beim Landkreis Schwandorf als Straßenbaulastträger der SAD2. Am kommenden Montag wird der Kreisbauausschuss dann über die Umbau-Varianten abstimmen. Der Landkreis ist mit etwas mehr als 29 Prozent an den Kosten beteiligt.

Den größten Anteil (56 Prozent) trägt die Autobahn GmbH, die sich in ihrer Stellungnahme für die Errichtung einer Lichtsignalanlage ausgesprochen hat.

Der Ball liege nun beim Landkreis, lautete der abschließende Tenor im Schwandorfer Bauausschuss.