Dr.-Bruno-Faderl-Platz in Schwandorf: Was wurde eigentlich aus dem großen Erbe?

Von Johannes Hartl · 23. März 2026 um 15:00

Es war eine Erbschaft, wie es sie nicht alle Tage gibt: Der verstorbene Mediziner Bruno Faderl wollte der Bürgerspitalstiftung, die das Elisabethenheim betreibt, etwa ein Drittel seines Vermögens vererben – vorausgesetzt, ein Platz oder ein Straße wird in Schwandorf nach ihm benannt. Inzwischen gibt es seit knapp einem Jahr den Dr.-Bruno-Faderl-Platz. Doch die Sache mit dem Geld, die ist etwas langwieriger.

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Wie berichtet, war Dr. Bruno Faderl im Juni 2024 verstorben. Der Gynäkologe, der einst in Wackersdorf aufgewachsen war, hatte lange als Oberarzt in einer Münchner Klinik gearbeitet. Mit seinem Tod im Alter von 80 Jahren hatte der kinderlose Arzt ein beträchtliches Vermögen hinterlassen. Nach MZ-Informationen geht es um eine Summe von bis zu drei Millionen Euro.

Auch mehrere Sportwagen gehören zum Vermögen des Mediziners

Zu den Vermögenswerten gehören unter anderem zwei vermietete Wohnhäuser in Wackersdorf, Finanzanlagen sowie ein Bankguthaben von etwa 500 000 Euro. Und nicht nur das: Der Mediziner, ein passionierter Autofan, hat eine Sammlung von sechs Sportwagen hinterlassen. So gehörten ihm beispielsweise ein Ferrari 458 Spider und ein Porsche 911 Carrera RS, Typ 964.

Zu den schnellen Flitzern des Gynäkologen gehört auch ein Ferrari. - Foto: Stefan Schmidbauer

Einen Teil dieses Vermögens, nämlich etwa ein Drittel, wollte Dr. Faderl nach seinem Tod der Bürgerspitalstiftung hinterlassen. Die übrige Erbschaft sollte an mehrere Hospizvereine in Bayern sowie einen Verein für krebskranke Kinder verteilt werden.

Für Schwandorf gab es allerdings eine Bedingung: Die Stadt sollte einen Platz oder eine Straße nach dem Mediziner benennen, wenn sie das Erbe erhalten möchte. Unter den Stadträten war der Vorschlag durchaus diskutiert worden – zumal der Mediziner noch zu Lebzeiten mit einem ähnlichen Vorschlag an Wackersdorf herangetreten war. Die dortigen Gemeinderäte hatten jedoch abgelehnt.

Das Nachlassverfahren läuft nach wie vor.Andreas Hofmeister, Pressesprecher der Stadt Schwandorf

Doch in Schwandorf gingen die Stadträte einen anderen Weg. In nicht-öffentlicher Sitzung machten sie den Weg frei, damit die Große Kreisstadt das Erbe annehmen konnte. Im Gegenzug sollte der Platz direkt vor dem Elisabetenheim, der bisher keinen Namen trug, nach dem Mediziner benannt werden. Tatsächlich hat der Bauhof noch im April 2025 ein entsprechendes Straßenschild angebracht. Seitdem handelt es sich um den Dr.-Bruno-Faderl-Platz.

Über die Verwendung der Gelder wird in Schwandorf noch entschieden

So weit, so gut. Aber hat die Stadt inzwischen die Erbschaft bekommen? Offensichtlich nicht, wie aus einer Antwort des Rathauses auf eine MZ-Anfrage hervorgeht. „Das Nachlassverfahren läuft nach wie vor“, sagt Pressesprecher Andreas Hofmeister. „Aus diesem Grund können zum Zeitpunkt und zur genauen Höhe eines möglichen Mittelzuflusses derzeit keine weiteren Angaben gemacht werden.“

Wofür genau das Geld verwendet wird, ist bisher offen. Zwar hatte die Stadt voriges Jahr mitgeteilt, dass die Mittel für die klimaangepasste Ertüchtigung der Glasfassade und der Glasschrägdächer am Elisabethenheim verwendet werden sollen. Doch nun hält es die Pressestelle allgemeiner: Man werde über die konkrete Verwendung der Gelder entscheiden, heißt es, sobald das Verfahren abgeschlossen ist.