Schwandorf hat bereits einen Dr.-Bruno-Faderl-Platz – doch auf das Erbe muss die Stadt noch warten

Von Johannes Hartl · 6. Juli 2025 um 15:00

Nun ist sein Wunsch also Realität geworden: Der Platz vor dem Elisabethenheim ist inzwischen in Dr.-Bruno-Faderl-Platz umbenannt. Es war die Voraussetzung, damit der verstorbene Gynäkologe aus Wackersdorf der Bürgerspitalstiftung einen Teil seines Vermögens vererbt. Bislang muss das Heim allerdings noch auf die Summe warten.

„Das Erbe umfasst vor allem Sachwerte, deren Vermarktung von einem Nachlassverwalter organisiert wird“, sagt Andreas Hofmeister, Pressesprecher der Stadt Schwandorf, auf MZ-Anfrage. Doch bislang seien noch keine Verkaufserlöse erzielt worden. Mit anderen Worten: Es gibt schlicht noch kein Geld, das an die Bürgerspitalstiftung – die Trägerin des Elisabethenheims – hätte überwiesen werden können. Fürs Erste muss sich die städtische Einrichtung also noch gedulden.

Wie berichtet, hatte der kinderlose Mediziner nach seinem Tod ein beträchtliches Vermögen von bis zu drei Millionen Euro hinterlassen. Nach MZ-Informationen gehören dazu zwei vermietete Wohnhäuser in Wackersdorf, Finanzanlagen und etwa 500 000 Euro Bankguthaben. Außerdem besaß der Gynäkologe, der zeitlebens ein großer Autofan war, eine Sammlung von sechs Sportwagen – darunter sind ein Ferrari 458 Spider und ein Porsche 911 Carrera RS, Typ 964.

Entscheidung war in Schwandorf diskutiert worden

Diese Vermögenswerte wollte Faderl nach seinem Tod vererben, um Gutes zu tun – so auch an die Bürgerspitalstiftung. Sie soll demnach ein Drittel seines Vermögens erhalten – vorausgesetzt, die Stadt benennt eine Straße oder einen Platz nach ihm. Die übrige Summe wollte er an mehrere Hospizvereine in Bayern sowie einen Verein für krebskranke Kinder verteilen.

Die Entscheidung, ob ein Platz nach den Mediziner benannt werden soll, war in Schwandorf durchaus diskutiert worden. Noch zu Faderls Lebzeiten war er nämlich mit einem ähnlichen Wunsch an Wackersdorf herangetreten. Die dortigen Gemeinderäten hatten aber abgelehnt – auch um keinen Präzedenzfall zu schaffen.

In Schwandorf fiel die Entscheidung hingegen anders aus. In nicht-öffentlicher Sitzung hatten die Stadträte dafür votiert, das Erbe anzunehmen. Für die Kommunalpolitiker überwogen letztlich die Vorteile. Im Gegenzug sollte der Platz vor dem Elisabethenheim nach den Mediziner benannt werden, der in Wackersdorf aufgewachsen ist und in einer Münchner Klinik als Oberarzt arbeitete. Faderl wurde 80 Jahre alt und ist am 20. Juni 2024 in einem Nürnberger Pflegeheim verstorben; er wurde am Friedhof in Wackersdorf beigesetzt.

Glasfassade am Elisabethenheim soll ertüchtigt werden

Das Straßenschild, das seinen Namen trägt, hängt bereits seit einigen Monaten. Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs hätten es Mitte April dort angebracht, erklärt Stadt-Sprecher Hofmeister.

Und nicht nur das: Es gibt auch bereits konkrete Ideen, wie das Elisabetenheim im Herzen der Stadt von dem Erbe profitieren soll. „Es ist geplant, den auf die Bürgerspitalstiftung entfallenden Anteil zur Finanzierung der klimaangepassten Ertüchtigung der Glasfassaden und Glasschrägdächer des Elisabethenheimes zu verwenden“, sagt Hofmeister auf Nachfrage der MZ. Jetzt muss das Geld nur noch bei der Bürgerspitalstiftung eingehen...