Seit 50 Jahren ein prägendes Bauwerk: Tag der offenen Tür beim Eixendorfer Stausee

Großer Andrang herrschte am Sonntag beim Tag der offenen Tür der Seemeisterstelle am Eixendorfer See. Rund 350 Besucher nutzten die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen des Stausees zu werfen, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert.
Der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Weiden, Mathias Rosenmüller, eröffnete die Veranstaltung und betonte die große Bedeutung des Eixendorfer Sees für die Region. Seit einem halben Jahrhundert prägt das Bauwerk Landschaft und Leben im Schwarzachtal und erfüllt wichtige Aufgaben im Hochwasserschutz, bei der Niedrigwasseraufhöhung sowie bei der Energieerzeugung. Besonderen Dank richtete Rosenmüller an die Mitarbeiter der Seemeisterstelle, die mit Fachwissen und Engagement täglich für den sicheren Betrieb der Anlage sorgen würden.
Ortschaften mussten dem Bau weichen
In seiner Ansprache erinnerte er auch an die Entstehungsgeschichte des Stausees. Der Bau des Eixendorfer Speichers erfolgte von 1973 und 1975, im November 1975 der Einstau. Ein Jahr später ging die Turbine in Betrieb, die ministerielle Einweihung folgte 1977. Die Baukosten lagen bei 37,1 Millionen Mark. Das Großprojekt brachte allerdings auch einschneidende Veränderungen für viele Menschen mit sich: Die Ortschaften Eixendorf und Seebarnhammer sowie weitere Anwesen mussten dem See weichen, ihre Bewohner wurden umgesiedelt.

Auch Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU) würdigte die Entwicklung des Eixendorfer Sees zu einem wichtigen Bestandteil der regionalen Infrastruktur und des Freizeitangebots. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass hinter der Entstehung des Sees auch persönliche Schicksale standen, da mehrere Familien ihre Heimat verlassen mussten. Umso mehr sei es heute wichtig, den See als gemeinsamen Lebens-, Natur- und Erholungsraum für die Region zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Im Anschluss konnten die Besucher das Gelände bei drei Führungen erkunden: Am Betriebshof gewährten Betriebsleiter Ludwig Reitinger und Wasserbauarbeiter Georg Blab spannende Einblicke in den Arbeitsalltag.
Betriebsbeauftragter Christian Götz führte die Besucher zum neuen Entnahmeturm und vermittelte Wissenswertes über Technik und Sicherheit der Anlage. Beim Rundgang durch das Kraftwerk erklärte Wasserbauarbeiter Franz Lottner anschaulich, wie aus Wasserkraft Strom erzeugt wird.

Ausstellung zeigte Zeitreise durch fünf Jahrzehnte
Ergänzend dazu luden im Betriebsgebäude historische Fotos und Schautafeln zu einer Zeitreise durch fünf Jahrzehnte Eixendorfer See ein – von der Planung über den Bau bis zur heutigen Nutzung als Hochwasserschutzanlage, Energiequelle, Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie touristischer Anziehungspunkt.
Auch für das leibliche Wohl war gesorgt: Mit regionalen Produkten, darunter Fischburger vom Fischereiverein Neunburg, konnten sich die Gäste stärken. Die Resonanz auf die Veranstaltung fiel dabei durchweg positiv aus. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit zum Austausch mit den Mitarbeitern vor Ort. „Es war spannend, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Wir kommen gerne wieder“, lobte Johann Rahm aus Tirschenreuth.
Geplant war ursprünglich auch der Besuch von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW). Der wurde aber kurzfristig auf Mai verschoben.

