28 Gänge und ein Blick in die Küche: Küchenparty in der Wutzschleife sorgt für Applaus am Herd

Von Stefanie Bauer · 28. Februar 2026 um 11:00

Faschingszeit war auch heuer wieder Krapfenzeit, vom mit Marmelade gefüllten Klassiker bis hin zur beschwipsten Variante mit Eierlikör. Aber so einen Krapfen, wie er vergangene Woche in der Wutzschleife am Eixendorfer See im Landkreis Cham kreiert wurde, bekommt man nicht alle Tage: Er trug ein Matcha-Mäntelchen und hatte eine zarte Limetten-Note.

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Gregor Hauer lässt sich für seine Gäste immer wieder etwas Neues einfallen. Der Hotelchef und Spitzenkoch führt das Familienunternehmen seit 2017 und konnte im vergangenen Jahr das Jubiläum des Hauses – eineinhalb Jahrhunderte reichen die Wurzeln des heutigen Vier-Sterne-Hotels zurück – mit vielen Gästen feierlich begehen. Mit einer Neugestaltung des Wellness- und Spabereichs hat Hauer das Hotel in die Zukunft gelenkt – und auch in der Küche gibt es immer wieder frischen Wind.

Speisen werden direkt in der Küche abgeholt

Schon seit Jahren locken zum Beispiel einmal im Monat an einem Freitagabend die „Küchenpartys“ Gäste an die Tische – und in die Küche. Dabei werden die Speisen nicht serviert, sondern direkt in der Küche abgeholt, und die Gäste dürfen dem Küchenchef und seinem Team bei der Zubereitung über die Schulter schauen.

28 Gänge an einem Abend – Küchenchef Gregor Hauer bekommt spontan Applaus von den Gästen. - Foto: Stefanie Bauer
Die Karamellkruste der „Vanille Crème Brûlée mit Schokoladenperlen“ entsteht direkt vor den Augen der Gäste. Serviert wird sie in flachen Tellern, damit auf jedem Löffel auch Krokant ist. - Foto: Stefanie Bauer
Die Crêpes gibt es mit Blutorangenkompott und weißem Schokoladeneis. - Foto: Stefanie Bauer
Die Qual der Wahl: Dessertspiegel mit Petit Fours und Pralinen - Foto: Stefanie Bauer
Der Aperitif in knalliger Farbe besticht zumindest schon optisch. - Foto: Stefanie Bauer
Auch auf den Tischen findet sich das Motto der „Küchenparty“. - Foto: Stefanie Bauer
Auch auf den Tischen findet sich das Motto der „Küchenparty“. - Foto: Stefanie Bauer

Neu ist, dass die „Küchenpartys“ seit diesem Jahr jeweils ein Motto haben. Und vergangene Woche lautete es: „Fastnacht in der Küche“.

Begrüßt werden die Gäste mit einem knallgrünen Aperitif. Wer verkleidet kommt, erhält auch noch einen Cocktailgutschein, und tatsächlich sind an diesem Abend einige originelle Kostüme zu sehen. Gleich im Anschluss gibt es eine Führung durch die Küche, bei der den Gästen die verschiedenen Stationen erklärt werden, von den Canapés über die Vorspeisen, Suppen und Hauptgängen bis hin zu den Desserts. Die Speisen können entweder mit an den Tisch genommen oder auch gleich in der Küche verzehrt werden.

Es sind lauter Köstlichkeiten im Miniaturformat, die vor dem Probieren erst einmal bestaunt werden: Das „Garnelenpflanzerl mit Gurken-Limettensalat und lila Kartoffelchips“, die „Lachsrose mit Avocado und knusprigem Sushireis“ oder der „Mini-Beefburger mit Speckmarmelade, Käse und Süßkartoffelpommes“ – allein fünf verschiedene Vorspeisen gibt es zur Auswahl, inklusive der Desserts sind es sage und schreibe 28 Gänge.

Spontaner Applaus für den Küchenchef

Auch bei den Hauptgängen gibt es Fisch (ein Beispiel gefällig? „Seehecht mit lila Blumenkohlpüree und Topinamburchips“), Fleisch („Rehrücken im Brotmantel auf Kürbis-Sellerie-Mousseline und Biskuit“) und Vegetarisches („Gratinierte Rahmschwammerl mit Knödelscheibe und Wachtelei“) zur Auswahl. Ob schon einmal ein Gast geschafft hat, sich durch jeden einzelnen Gang durchzuprobieren? „Ab und zu kommt das vor“, erzählt Gregor Hauer und lacht.

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Er ist natürlich in der Küche und bereitet die Hauptgerichte zu, schaut aber zwischendurch bei seinen Gästen vorbei und erntet dort spontanen Applaus für seine Kochkünste. Im Nachgang bekommt er sogar öfter ein Feedback per E-Mail, was besonders gut mundete – diesmal war es für einen der Gäste die „Verbrannte Garnele mit Miso-Mayonnaise und süß-saurer Sauce“. Die Idee hinter diesem Fingerfood, erklärt der Küchenchef, ist der optische Reiz der kohlschwarzen Garnele und außerdem, dass mit den beiden Soßen viele Geschmacksrezeptoren angesprochen werden. Die Miso-Mayo mit Umami-Salzigkeit und Tiefgang durch das Fett der Mayo und die kombinierte Sauce liefere zugleich Süße, Säure und Schärfe.

An diesem Freitagabend sind knapp 100 Gäste da. „Das war sehr entspannt“, sagt der Küchenchef hinterher und erzählt, dass bis zu 150 Gäste möglich wären. Im Service seien diesmal zwischen sechs und sieben Personen im Einsatz gewesen, da lediglich die Getränke serviert und die leeren Teller abgeräumt werden müssen. Für das acht- bis neunköpfige Küchenteam gibt es an diesem Abend natürlich besonders viel zu tun, bestätigt der Küchenchef und verrät, dass gute Vorbereitung in der Küche alles ist.

Die Inspirationen für seine Gerichte holt Gregor Hauer sich aus verschiedenen Kanälen in den sozialen Medien, um seinen Gästen immer wieder neue Geschmackserlebnisse bieten zu können. Die „Küchenpartys“ eignen sich dafür perfekt.

Als nächstes, berichtet Hauer, ist im März ein Abend mit Gast-Winzer Bernd Hermes geplant, im April folgt eine „Küchenparty“ unter dem Motto „Casino Royal“ und im Mai eine „Bayerische Nacht“.