Der Stadt sei Dank: Gastro-Ehepaar und Koch wollen Chamer Restaurant wiedereröffnen

Über ein Jahr hat es gedauert – jetzt wird der Ofen am Chamer Marktplatz wieder angeschürt. Ende März schon will Enzo Perrupato die Tradition eines italienischen Restaurants in Chams guter Stube fortführen. Möglich macht das auch eine Kooperation mit der Stadt Cham.
Seit dem Brand am 25. November 2024 im Hinterhof des Lokals hatte das Eiscafé und Pizza-Bistro Venezia geschlossen. Enzo Perrupato und seine Frau Marta Zander haben sich nun mit Gerardo Saviello einen erfahrenen Chefkoch an die Seite geholt, der ein neues Italo-Konzept umsetzen soll. Das stellte das Trio am Dienstagmittag den Vertretern von Stadtverwaltung und Stadtrat vor, die sich vor Ort über das Ende des Leerstands freuten.
Stadt arbeitet mit Investoren zusammen
Bürgermeister Martin Stoiber erklärte dabei die Idee hinter dem Vorhaben, ohne die sich wohl kein neuer Investor gefunden hätte. Zu viel Schaden hatte der Brand verursacht, der die zusammenhängenden, teils über 400 Jahre alten Gebäude stark in Mitleidenschaft gezogen hatte. Dabei befanden sich die historischen Gebäude ohnehin schon in keinem guten Allgemeinzustand. Durch das Feuer verschmorten große Teile der Technik und sogar Fenster – mindestens 100.000 Euro Schaden attestierte die Polizei direkt nach dem Brand.
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Nun tritt zwar Marta Zander als Investorin auf, doch plant die Stadt, die rückwärtigen Gebäudeteile zum Rindermarkt hin zu übernehmen. „Einen Teil der Fläche wollen wir für Parkplätze nutzen“, verrät Stoiber schon jetzt. Wichtig sei nun, dass es schnell weitergeht mit einem Gastro-Angebot, was man nach vielen Gesprächen mit den Investoren und der Familie Plößl als Vertreter der Rhaner Brauerei geschafft habe. Perrupato ist längst kein Unbekannter in Cham, er hat vor 20 Jahren an selber Stelle mit dem Restaurant Italia den Grundstein für seine gastronomischen Erfolge gelegt.
Natürlich kann sich die Stadt nicht um jeden Leerstand direkt kümmern, aber gerade in der Innenstadt ist uns das wichtig.Martin Stoiber, Chams Bürgermeister
Sale & Zucchero soll das neue Restaurant nun heißen, sagt Perrupato. Salz und Zucker, das stehe für Gerichte wie Pizza und Pasta sowie Süßes wie Eis, das wie schon in den vergangenen Jahren auch im Straßenverkauf angeboten werden soll. Bei der Küche selbst wollen sich das Ehepaar Zander/Perrupato und ihr Koch an den verschiedenen italienischen Regionen orientieren. In einem ihrer Restaurants im Regensburger Donau-Einkaufszentrum kommt das bereits gut an: Alle 14 Tage Gerichte aus einer anderen Region Italiens. „Typisch italienische Gerichte wie Lasagne und Rigatoni al forno bieten in Cham schon andere an, und die machen das auch gut. Wir wollen etwas Neues“, sagt Perrupato, und seine Frau ergänzt: „Wir möchten zurück zur typisch italienischen Küche, es wird gekocht, wie die Nonna am Sonntag zu Hause aufgekocht hat.“ Dazu greife man vor allem auf regionale Zutaten und Partner zurück – nicht nur Milch und Mehl kommen von hiesigen Anbietern.
Abwechslung soll die Speisekarte beleben
Eine kleine Karte und wechselnde Wochenkarten sowie stets frischer Fisch aus Italien sollen Abwechslung auf den Tisch bringen, verspricht auch Koch Saviello. Der 53-Jährige bringt seine ganze Erfahrung aus 20 Jahren Gastro und seinem Lokal in Lappersdorf mit, und schätzt, dass er auf jeden Fall acht, neun Mitarbeiter beschäftigen wird. Um den Start in Cham reibungslos über die Bühne zu bringen, wird er auch hierher ziehen.

Das Projekt am Marktplatz ist Teil des Konzepts der Stadt, Leerstände mit Leben zu füllen. So hat die Stadt die Tourist-Info ins historische Gebäude des früheren Schmuckgeschäfts Winter verlegt, und angekündigt, für die Räume von Korbwaren Weber eine Nachnutzung zu finden. „Natürlich kann sich die Stadt nicht um jeden Leerstand direkt kümmern, aber gerade in der Innenstadt ist uns das wichtig“, begründet Stoiber die Stadtrats-Entscheidungen, die letztlich dazu führen sollen, die Innenstadt wieder zu beleben. Das Stadtfest im Sommer und die geplanten längeren Abende in der Innenstadt sollen ebenfalls dafür sorgen, dass im Chamer Wohnzimmer wieder mehr los ist.
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Als nächstes stehe nun eine Lösung für den früheren „Goldenen Löwen“ am Marktplatz an. Stoiber betont: „Die Botschaft ist klar: An zentralen Stellen können wir als Stadt unterstützen.“ Schon in den nächsten Tagen soll mit den Umbauarbeiten begonnen werden. Perrupato: „Zum Frühjahr wollen wir starten.“ Dann soll auch die historische Madonnenfigur wieder einen Ehrenplatz am Gebäude erhalten.