Stadt hat Geschäft am Marktplatz gepachtet: Neue Ideen für Korbwaren-Weber in Cham

Von Christoph Klöckner · 9. Januar 2026 um 17:00

Die Plakate zum Abverkauf hängen noch im Schaufenster von Korbwaren Weber am Marktplatz. Der Inhaber hatte den Laden Ende des vergangenen Jahres aus gesundheitlichen Gründen geschlossen. Damit war ein neuer Leerstand in bester Lage entstanden, den nun die Stadt füllen will.

„Wir haben uns das Geschäft von Korbwaren Weber gesichert“, sagte jetzt Bürgermeister Martin Stoiber auf Nachfrage. Die Stadt Cham habe die Geschäftsräume vom Inhaber ab Mitte des Monats Januar gepachtet, verkündete er die Neuigkeit. Die Stadt wolle die Geschäftsräume umbauen und danach für eine neue Nutzung weiterverpachten.

Grundsätzlich, so Stoiber, sei dies nicht Aufgabe der Kommune, hier Geschäfte anzumieten und für eine Neunutzung fertig zu machen. Doch sei das Geschäft direkt am Marktplatz in bester Lage – von daher wolle man hier keinen weiteren Leerstand zulassen. „Ich habe das Gespräch mit Ralf Weber gesucht, damit die Stadt an dieser Stelle selber etwas entwickeln kann!“, so Stoiber.

Ab 15. Januar gelte der Pachtvertrag der Stadt mit dem Vermieter. Ohne den Eingriff der Stadt gehe es offensichtlich nicht, denn private Pächter für Leerstände seien nicht zu finden, die dann auch in die Räume investieren würden. Man werde die Räumlichkeiten neu gestalten, um sie dann an einen neuen Nutzer weiter verpachten zu können.

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Es gebe durchaus schon Interessenten für die Geschäftsräume, doch werde die Stadt auch offensiv weitere Bewerber für eine passende Nachnutzung suchen, erläuterte Stoiber das weitere Vorgehen. Die Stadt hatte schon bei einem Nachbarhaus am Marktplatz zugegriffen und die Räume für eigene Zwecke umgebaut und gepachtet.

Das ehemalige Schmuckgeschäft Winter wurde dadurch zur neuen Tourist-Info – und damit das ortsprägende Haus nach langem Leerstand wiederbelebt. Um weitere Leerstände in der Altstadt zu vermeiden und zu füllen, hatte der Stadtrat zuletzt die Beratungsakademie immakom engagiert, die wiederum eine vom Staat finanziell geförderte Standortkoordinatorin für Cham gesucht und angestellt hatte.

Dabei waren auch ein Konzept für Pop-up-Stores diskutiert wie auch leerstehende Immobilien besichtigt worden, um neues Leben in die Stadt zu bringen. Gebracht hatte es am Ende eher wenig – die Standortkoordinatorin hatte Mitte des Jahres die Segel gestrichen, Pop-up-Stores gab es nicht mehr.