Stadt kämpft um Nachnutzung auf Chamer Marktplatz: Was wird aus dem Eiscafé Venezia?

Es waren heftige Szenen, die sich da am 25. November 2024 im Hinterhof des Gebäudes am Marktplatz 6 abgespielt haben. Nach dem Brand von Gartenmöbeln müssen die Chamer Stadtfeuerwehren zehn Bewohner mit Steckleitern von den Balkonen retten. Damals ahnt niemand, dass das auch das vorläufige Ende des Eiscafés Venezia sein würde – und der Anfang einer dringenden Suche der Stadt nach neuen Belebungen für das Chamer Wohnzimmer.
Die Alarmzeichen für das Aus des Eiscafés mehrten sich im Frühjahr: Die Tür blieb zu, und auch die 60 Sitzplätze auf dem Marktplatz sind bis heute nicht draußen. Es gibt wohl einen Pächterwechsel innerhalb der Besitzerfamilie, aber es ist bisher keine Konzession beim Landratsamt beantragt, und auch kein Gewerbe bei der Stadt.
Hoher Brandschaden
Ein Problem für den Weiterbetrieb dürfte nicht nur der Allgemeinzustand der historischen Gebäude sein, die teilweise mehr als 400 Jahre schon dort stehen. Manche seit vielen Jahren leer. Der Brand hat den Besitzer hart getroffen. Große Teile der Elektrotechnik sind verschmort, Fenster durch die Hitze geschmolzen. Die Polizei hatte damals eine erste Schadensschätzung von mindestens 100 000 Euro abgegeben.
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Die Polizei Cham hat die Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft in Straubing weitergegeben, die für Brände zuständig ist. Auf dem Briefkasten stehen 20 verschiedene Namen der Bewohner. Das zeigt auch, wie riesig die Grundflächen der alten Häuser sind, die teilweise bis hinüber auf den Rindermarkt reichen.
Der Leerstand ist ein gewaltiger Tiefschlag für die Bemühungen um Belebung des Marktplatzes.
Martin Stoiber, Chamer Bürgermeister zur Situation
Bürgermeister Martin Stoiber ist alarmiert: „Der Leerstand ist ein gewaltiger Tiefschlag für die Bemühungen um Belebung des Marktplatzes“, sagt er. Jetzt laufen im Hintergrund hektische Bemühungen, um diese Lücke zu schließen. Die Stadt hat laut Stoiber mehrere Investoren an der Hand, die nun Kontakt zum neuen Besitzer suchen, um die Räume von innen besichtigen zu können. Noch sei ein solcher Termin allerdings nicht zustande gekommen.
Truck oder Pop up?
Um die Zeit der Verhandlungen zu überbrücken, will Bürgermeister Stoiber nun mehrere Möglichkeiten ausloten. „Wir sind auf der Suche nach jemanden, der entweder einen Food-Truck dort betreibt oder über einen solchen Food-Truck eventuell einen Pop-up-Biergarten auf die Beine stellt“, berichtet Stoiber. Außerdem gebe es Verhandlungen mit dem Betreiber des Rathaus-Cafés, um eine Ausweitung der Öffnungszeiten zu erreichen. „Da sind wir dabei“, sagt der Bürgermeister.
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Als zweite Möglichkeit erwägt Stoiber, ein weiteres der alten Häuser in der historischen Zeile des Marktplatze wiederzubeleben. „Wir könnten uns vorstellen, dass wir damit einem Existenzgründer auf die Beine helfen“, so Stoiber. Allerdings sei das dann halt keine Gastronomie. Deswegen bleibt der ungenutzte Vorplatz einstweilen eine bittere Lücke.
Und so appelliert der Bürgermeister an alle, die sich gerne betätigen wollen, sich zu melden, ob Pop up oder Existenzgründer. Vorsorglich: (09971) 85 79 149.