Beliebtes Ausflugsziel in Ostbayern: Die Wutzschleife in Hillstett hat 150. Jubiläum

Viele Gäste des Hotels Wutzschleife in Rötz (Landkreis Cham) gehören quasi zur Familie. Wie Lilo Bauer, die schon über 20 Jahre nach Hillstett kommt und mit ihrem Hund die Gegend, die reizvoll am Schwarzwihrberg und dem Eixendorfer Stausee liegt, erkundet.
Früher war sie mit ihrem Mann, der bereits verstorben ist, aus ihrer Heimat Gerabronn in das Vier-Sterne-Hotel gekommen, und sie nennt die Wutzschleife ihr „zweites Zuhause“, erzählt Gregor Hauer. Bei ihren Aufenthalten in Hillstett besucht sie sogar das Grab der Eltern des Hotelchefs.

Der Spitzenkoch, der das Familienunternehmen seit 2017 führt und die Wutzschleife mit einer Neugestaltung des Wellness- und Spabereichs in die Zukunft gelenkt hat, konnte in diesem Jahr in großer Runde das 150. Jubiläum seines Hotels feiern. 120 Gäste waren aus diesem Anlass zu einer Küchenparty geladen, darunter viele Stammgäste und Freunde des Hauses.
Wurzeln zurück bis 1875
Die Wurzeln der Wutzschleife reichen zurück bis ins Jahr 1875, als der Bierbrauer Alois Wutz aus Rötz eine Glasschleife mit Schankwirtschaft nach dem Ankauf von 0,5 Hektar Grund – des ehemaligen Grunds des verlassenen und zerstörten Schlossgutes Hillstett – gründete. So entstand später auch der Name „Wutzschleife“, „den die Gäste ganz einprägsam und spannend finden und Vermutungen anstellen, wie er wohl entstanden sein könnte“, sagt Gregor Hauer mit einem Schmunzeln. „Er hat eben einen gewissen Wiedererkennungswert.“

Der Hotelchef legt Wert darauf, dass die Wurzeln des renommierten Hauses in Erinnerung behalten werden. Jede Generation habe einen großen Teil dazu beigetragen, dass die Wutzschleife das sei, was sie heute ist. Die Jubiläumsschrift verrät außerdem, dass es 1881 die erste Konzession für eine Schankwirtschaft gab. Und dass sich der Poliermeister Josef Ermer 1903 entschied, die heutige Wutzschleife für 80 000 D-Mark zu kaufen. Bereits 1906 fand die Übergabe an seinen Sohn Justin statt.
1934 wurde die Glasschleife endgültig aufgegeben und 1937 in eine Fremdenpension umgebaut, die nach dem Tod von Justin Ermer 1949 an dessen Tochter Isabella überging. 1950 eröffnete Isabellas Gatte Josef Hauer die Pension Waldheim.
Beliebtes Ausflugsziel in Ostbayern

Diese war in den 1960er Jahren ein beliebtes Ausflugsziel in Ostbayern mit deftiger Küche. Mit dem Bau des Eixendorfer Stausees musste die Pension umsiedeln, sie wurde am Standort der heutigen Wutzschleife neu errichtet. 1970 fand die Eröffnung statt, und 1979 wurde die Wutzschleife an Isabellas Sohn Josef Hauer jun. und seine Gattin Monika übergeben. Anfang bis Mitte der 80er Jahre entstand ein moderner Seminarbereich, 1988 wurden die Badelandschaft, die Clubbar, Konferenzräume und der Landhaustrakt gestaltet. Auch entwickelten sich erste Pläne für einen Golfplatz.
Josef Hauer jun. wusste seine Ideen konsequent in die Realität umzusetzen und eine wahre „Wohlfühl-Oase“ zu schaffen. So wurde 1993 der dritte große Trakt der Wutzschleife, unter anderem mit der gläsernen, lichtdurchfluteten Hotelhalle gebaut.
Sein plötzlicher Tod durchkreuzte im Jahr 1997 jedoch seine weiteren Vorhaben jäh. „Er war ein großer Visionär und hätte noch viele weitere Pläne gehabt, die er hätte umsetzen wollen“, sagt Gregor Hauer. Monika Hauer übernahm zunächst alleine die Geschäftsführung, später unterstützt von ihren Söhnen Gregor und Jörg. Vor allem ihre Hilfsbereitschaft war für Gregor Hauer eine besonders ausgeprägte Eigenschaft seiner Mutter, erinnert er sich, und „Wertschöpfung durch Wertschätzung“ sei ihr liebstes Zitat gewesen.

In der Jubiläumsfestschrift wird hervorgehoben, dass das Anwesen sich „nach zahlreichen Herausforderungen vor allem durch die Handschrift und den unermüdlichen Einsatz von Monika Hauer bis zu ihrem Tod 2017 zu dem entwickelte, was es heute ist“. Im Jahr 2000 wurde ihr dafür der Preis „Hotelier des Jahres“ überreicht, der bedeutendste Preis in der Hotelbranche. Auch im Bereich „Tagungshotel des Jahres“ belegte die Wutzschleife wiederholt einen der vorderen Ränge.
Neben den Vorzügen des Hotels selbst schätzen die Gäste die sehr ruhige Lage fernab großer Straßen, hat Gregor Hauer immer wieder gehört. Viele von ihnen würden ihre Vierbeiner mitbringen. Dafür sei das Hotel sehr gut ausgelegt, so der Hotelchef. Mit „Vierbeinern“ sind allerdings nicht immer Hunde gemeint, plaudert er aus dem Nähkästchen. Es habe auch schon Gäste gegeben, die ihre Kaninchen mitgebracht haben, und dem Housekeeping habe ein Papagei, „ein sehr lustiger Entertainer“, besonders viel Unterhaltung beschert.
Neben dem „Business-Traveller“, also dem Tagungsgast, und dem „klassischen Wellnessgast“, der Schwimmbad, Sauna, Whirlpool, Massagen und die Beauty-Abteilung genießt, kommt auch der „aktive Gast“, der golft, wandert, Tennis spielt, Rad oder auch Motorrad fährt, gern in die Wutzschleife – viele verbinden natürlich auch alle Aspekte.

Beliebt bei Hotel- als auch externen Gästen ist die „Küchenparty“, mit der auch das Jubiläum gefeiert wurde, das klassische Abendessen steht den externen Gästen ebenfalls offen. Ab 2026 werden Motto-Küchenpartys angeboten, „zu denen Gäste aus der Umgebung wie immer herzlich willkommen sind“. Für Feierlichkeiten wie Taufe, Firmung, Hochzeiten oder Geburtstage ist die Wutzschleife ebenfalls gefragt.
Auch bei der Werbung hat sich im Vergleich zu früher viel getan, berichtet Gregor Hauer: Sei früher noch der Hotelprospekt das A & O gewesen, drehe sich heute in diesem Bereich vieles um Sichtbarkeit, Reichweite und Platzierung der richtigen Suchbegriffe online und speziell in den sozialen Medien: „80 Prozent der Gäste buchen mit dem Smartphone.“ Außer bei den Tagungsgästen: Hier laufe die Anfrage noch immer per E-Mail oder Telefon.
„Wert legen auf Tradition und sich gleichzeitig stetig weiterentwickeln“: Das sei von Anfang an das Credo gewesen und werde es auch bleiben, ist der Hotelchef sich sicher.