Rodinger Krankenhaus-Areal verändert Gesicht: Vom Bestand wird wenig übrig bleiben

Von Oliver Hausladen · 16. März 2026 um 15:00

Auf dem Areal des ehemaligen Krankenhauses in Roding (Landkreis Cham) tut sich derzeit einiges: Auf einem Teil des alten Parkplatzes an der Arnulfstraße sind Bagger zu Gange, enorme Erdmassen wurden dort bewegt, um Platz zu schaffen für das Ärztehaus.

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Der Ausweich-Parkplatz in der Nähe des (jetzigen) Haupteingangs ist fertig und oft gut belegt. Bald steht mit dem Spatenstich für das Ärztehaus der nächste Meilenstein bei der Umgestaltung zum Gesundheitscampus an. Von den ursprünglichen Gebäuden wird dabei nur wenig erhalten bleiben.

Riesiges Areal soll zu Gesundheits-Campus werden

Die Fläche ist riesig: Sie umfasst insgesamt etwa 45 000 Quadratmeter, 24 000 davon sind bebaut. Das Areal des ehemaligen Krankenhauses soll laut den Plänen der Sana-Kliniken des Landkreises Cham weiter zu einem Gesundheits-Campus mit vielfältigen Angeboten entwickelt werden, das erste Ärztehaus ist dabei ein sehr wichtiger Baustein. Es soll eine breite Palette medizinischer Dienstleistungen unter einem Dach vereinen und zielt darauf ab, durch enge interdisziplinäre Zusammenarbeit eine optimale Versorgung der Patienten zu ermöglichen.

Enorme Erdmengen wurden bereits bewegt. - Foto: Oliver Hausladen

Neben den Abbrucharbeiten müssen auch einige kleinere Gebäudeteile des ehemaligen Krankenhauses abgebrochen werden, bevor der Grundstein für das erste moderne neue Gebäude gelegt werden kann. Der Zeitplan für die Arbeiten, die von der Rodinger Firma Feldbauer als Investor und Generalunternehmer durchgeführt werden, ist dabei straff: Spätestens im Herbst kommenden Jahres soll das Ärztehaus betriebsfähig sein, es gäbe bereits viele Interessenten, hatte Geschäftsführer Hans Feldbauer jun. berichtet. Es sei sichergestellt, dass der Betrieb während der Bauphasen ganz normal weiterlaufen könne.

Inbetriebnahme spätestens im Herbst 2027 geplant

Etwa 20 Millionen Euro soll der Bau des Ärztehauses kosten. In dem Gebäude wird es eine Nutzfläche von 4500 Quadratmetern etwa für Facharztpraxen oder einen ambulanten OP-Bereich geben. Dieser für Roding sehr wichtige Sektor (ein Großteil der ambulanten Operationen wurden von Cham hierher verlegt) wandert dann aus dem Bestandsgebäude in den Neubau. Es habe sich ergeben, dass man fürs ambulante Behandeln andere als die vorhandenen Räumlichkeiten brauche, hatte Bürgermeisterin Alexandra Riedl dazu in der Stadtratssitzung im Dezember, in der Projektplaner Christian Weinzierl von der Firma Feldbauer den Bebauungsplan vorstellte, erläutert.

Das ambulante Operieren wandere deshalb ins Ärztehaus, das im städtischen Bauausschuss auch schon das gemeindliche Einvernehmen bekommen hat. Die Sana-Kliniken des Landkreises Cham werden nach der Fertigstellung die für sie nötigen Räume für eigene Ärzte oder auch für ambulante Operationssäle von der Firma Feldbauer mieten.

Das Ärztehaus ist bei weitem nicht die einzige große Veränderung, die auf dem Areal geplant ist. Auch den jetzigen Eingangsbereich wird es künftig in dieser Form nicht mehr geben. Erhalten bleibt am Ende vom alten Krankenhaus nur der Westflügel.

Auch Berufsfachschule wird neu gebaut

Da die alten Stellmöglichkeiten zum Großteil für das neue Ärztehaus wegfallen, wurde ein großer neuer Übergangsparkplatz mit 100 asphaltierten Stellplätzen gegenüber des Haupteingangs des ehemaligen Krankenhauses angelegt.

Auf dem ehemaligen Parkplatz entsteht ein großes Ärztehaus. - Foto: Oliver Hausladen

Ebenfalls abgerissen und neu gebaut werden soll das Gebäude der Berufsfachschule für Pflege. Auch soll es später ein zentrales Parkhaus geben. Es laufen außerdem die Planungen für die Errichtung einer Pflegeeinrichtung, der Betreiber sei dabei noch offen.

Und neben dem großen Bereich Gesundheit und Pflege gibt es auch noch den Sektor Wohnen, so sind auf dem Areal zahlreiche Reihenhäuser geplant. Für die weitere Zukunft soll auch noch der Bereich Handel dazukommen, dieser wurde jedoch erst einmal ausgeklammert, da dabei noch einige offene Fragen zu klären sind und es das ISEK-Gutachten zu beachten gibt.

Vom Krankenhaus zum Gesundheitscampus: Das Vier-Säulen-Modell

Vier Ebenen: Die Entwicklung des ehemaligen Rodinger Krankenhauses zu einem Gesundheitscampus fußt auf einem Vier-Säulen-Modell.

Ambulante fachärztliche Gesundheitsversorgung: Neben einer Erweiterung der fachärztlich-ambulanten Versorgung durch externe Praxisbetriebe betreiben die Sana-Kliniken des Landkreises Cham ihr eigenes Medizinisches Versorgungszentrum in Roding. Dieses bietet ambulante Leistungen aus dem gesamten orthopädischen und chirurgischen sowie aus dem internistischen Behandlungsspektrum. Darüber hinaus ist die weitgehende Auslagerung des ambulanten Betriebs des Krankenhauses Cham nach Roding erfolgt.

Pflegeangebote: Das Bayerische Rote Kreuz betreibt auf zwei Ebenen des ehemaligen Bettenhauses eine Seniorenpflege-Einrichtung. Eine weitere Ebene mit ungefähr 800 Quadratmetern Fläche ist durch die Intensivpflegeeinrichtung für Kinder (Amicus) angemietet.

Bildung: Die Berufsfachschule für Krankenpflege bleibt auf dem Areal, das Gebäude soll aber abgerissen und neu gebaut werden.

Gesundheitsnahe Dienstleistungen: Als vierte Säule entstehen gesundheitsnahe Dienstleistungsbetriebe wie Apotheke, Sanitätshaus und Physiotherapie.