Eine Explosion, ein toter Wolf, ein Messerangriff: Drei Fälle, die den Landkreis Cham bewegen

Im Oktober macht der Fund eines toten Wolfs am Osser Schlagzeilen, ein LBV-Mitglied gerät in Verdacht, das Tier dort abgelegt zu haben. Im Dezember explodierte ein Wohnhaus in Chamerau und erst jüngst wird ein junger Mann Opfer eines Messerangriffs in Rimbach. Wir haben bei der Kriminalpolizei in Regensburg nachgefragt, was die bisherigen Ermittlungen zu den Fällen im Landkreis Cham ergeben haben.
Was den Wolfs-Fund im Lamer Winkel betrifft, laufen die Ermittlungen bereits am längsten. Der Fall war sogar weit über die Region hinaus in die Schlagzeilen geraten. Nicht nur, dass der Fund eines toten Wolfes selten vorkommt: Nach Untersuchungen des Kadavers stellte sich auch schnell die Frage, wie der dorthin gekommen sein könnte.
Bewegung im Fall des toten Wolfes am Osser
Im Laufe der Ermittlungen stellte sich heraus, dass das Tier nicht aus Deutschland, sondern aus Tschechien stammte – und dass es laut Zeugenberichten auch nicht auf deutscher Seite gefunden worden war, sondern auf tschechischer. Ins Visier der Ermittler geriet ein ehrenamtlicher Mitarbeiter des Landesbundes für Vogelschutz. Ob er das Tier über die Grenze gebracht hat, auch das sei Gegenstand der Ermittlungen, so die Kriminalpolizei Regensburg.

„Es besteht weiterhin Tatverdacht gegen ein Mitglied des Netzwerks ,Große Beutegreifer‘“, heißt es auf eine aktuelle Nachfrage unseres Medienhauses zu diesem Fall. Darüber hinaus werde weiter „gegen dieses (...) wegen Vortäuschen einer Straftat, sowie Verstößen gegen das Bundesnaturschutzgesetz ermittelt“. Immerhin scheinen die Ermittlungen in diesem Fall kurz vor einem Abschluss zu stehen, auch wenn die Kripo keine weiteren Informationen herausgibt als, dass der „Vorgang (...) demnächst an die Staatsanwaltschaft Regensburg übergeben“ werden wird.
Wie kam es zur Explosion in einem Wohnhaus?
Ebenfalls weiter ungeklärt ist die Ursache, warum Anfang Dezember ein Wohnhaus, in dem sich ein Mann befunden hatte, durch eine Explosion völlig zerstört wurde. Der Mann wurde dabei schwer verletzt. „Uns liegen derzeit keine neuen Erkenntnisse zur Wohnhausexplosion in Chamerau vor.
Das Gutachten des Bayerischen Landeskriminalamts (BLKA) wird nach wie vor erwartet. Im Anschluss wird in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft über das weitere Vorgehen entschieden“, so die Kripo auf die Anfrage unseres Medienhauses.

Ebenfalls schwer verletzt wurde erst vor wenigen Wochen ein junger Mann in Rimbach. Er war am Abend nach dem Öffnen der Haustüre von einem anderen Mann mit einem Messer angegriffen worden. Der Täter war nach seinem Angriff in einem Wagen geflüchtet, prallte aber bereits nach wenigen Metern gegen eine Mauer und suchte daraufhin ein Lokal auf, in dem er festgenommen werden konnte.
Nach ersten Erkenntnissen habe es sich dabei um eine „Beziehungstat“ gehandelt, wie die Kriminalpolizei in einer Pressemitteilung erklärt hatte. Im Vergleich zu den beiden anderen Fällen liegt diese Tat erst kurz zurück, entsprechend verweist die Kripo darauf, dass die genauen Hintergründe der Tat „derzeit Gegenstand der laufenden Ermittlungen“ seien.

Somit wird wohl der Fall des toten Wolfes der erste dieser drei Fälle sein, bei dem die Ermittlungen etwas Licht in das Dunkel der Hintergründe bringen werden.