Sana Klinik geht in Cham künftig mit Kameras und Bußgeld gegen Parksünder vor

Die Sana Kliniken des Landkreises Cham verschärfen ihre Maßnahmen gegen Falschparker – und reagieren damit auf ein Problem, das nach eigenen Angaben seit Jahren den Klinikalltag begleitet. Besonders in stark frequentierten Bereichen wie vor dem Haupteingang, der Radiologischen Praxis oder der Warenannahme gebe es „ein tagtägliches Problem mit Falschparkern“, teilt Pressesprecherin Constanze Kumpf auf Anfrage mit.
Trotz vorhandener Beschilderung würden Rettungswege und Feuerwehrzufahrten „sehr häufig“ blockiert. Immer wieder erlebe man Fälle von „Wildparkern“, die nicht nur den Verkehrsfluss behinderten, sondern auch die Sicherheit von Patienten, Besuchern und Mitarbeitern gefährdeten.
Zwar lägen keine konkreten Statistiken über die Anzahl der Verstöße vor, und nach Angaben der Klinik habe bislang kein Rettungsfahrzeug wegen zugeparkter Flächen ausweichen oder Umwege fahren müssen. Dennoch wolle man nicht warten, bis es zu einem Ernstfall komme. „Unser Ziel ist es, nicht erst zu reagieren, wenn ein Vorfall bereits eingetreten ist, sondern proaktiv Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten“, erklärt Kumpf.
Parkhaus stößt an seine Grenzen
Die angespannte Lage wird durch begrenzte Kapazitäten verschärft. Das Parkhaus am Krankenhaus, betrieben von der Parkraummanagement Cham GmbH, bietet nach Angaben der Klinik 280 Stellplätze. Hinzu kommt ein Parkdeck am Schulberg mit weiteren 167 Stellplätzen. Kostenfreie Kurzzeitparkplätze stehen lediglich für Notfälle direkt vor dem Haupteingang zur Verfügung, während andere Stellflächen auf dem Klinikgelände für Mitarbeiter im Bereitschafts- und Rufdienst reserviert sind.
Doch selbst diese Kapazitäten reichen offenbar nicht aus. „Aus unserer Sicht besteht ein erheblicher Bedarf an zusätzlichen Parkmöglichkeiten“, sagt Kumpf. Besonders während der wochentäglichen Kernzeiten stoße das Parkhaus an seine Kapazitätsgrenze. Der Betreiber plane derzeit keine Erweiterung. Dennoch wolle sich die Klinik mit der bestehenden Situation nicht abfinden. Man beschäftige sich „intensiv mit Möglichkeiten, zusätzlichen Parkraum zu schaffen“, konkrete Lösungen gebe es jedoch noch nicht.
Unser Ziel ist es, nicht erst zu reagieren, wenn ein Vorfall bereits eingetreten ist, sondern proaktiv Maßnahmen zu ergreifen.Constanze Kumpf, Pressesprecherin der Sana Kliniken des Landkreises Cham
Vor diesem Hintergrund setzt die Klinik künftig auf ein digitales Parkraumüberwachungssystem. Acht Kameras werden an neuralgischen Punkten installiert, darunter am Haupteingang, der Warenannahme, den Mitarbeiterparkplätzen, der Radiologie sowie im Patientengarten. Diese Kameras erfassen laut Klinik alle ein- und ausfahrenden Fahrzeuge automatisiert mittels Kennzeichenerkennung.

Ein Parkverstoß werde jedoch erst dann geahndet, wenn etwa die zulässige Parkdauer überschritten oder ein Fahrzeug unberechtigt abgestellt werde. In diesem Fall erhebt der beauftragte Anbieter PRM ein Nutzungsentgelt in Höhe von 35 Euro. „Bei der Festlegung dieses Betrags haben wir uns bewusst im Bereich vergleichbarer Verwarnungsgelder orientiert“, erklärt Kumpf. Ziel sei es gewesen, „eine angemessene und faire Lösung zu finden“.
Bei der Festlegung dieses Betrags haben wir uns bewusst im Bereich vergleichbarer Verwarnungsgelder orientiert.Constanze Kumpf, Pressesprecherin der Sana Kliniken des Landkreises Cham
Bei der Auswahl des Unternehmens habe man verschiedene Anbieter geprüft. Entscheidend sei gewesen, einen Partner zu finden, der mit den besonderen Anforderungen eines Krankenhausbetriebs vertraut sei. PRM habe mit Erfahrung und technischer Expertise überzeugt und sei daher als „beste Wahl für unsere Bedürfnisse“ ausgewählt worden, so die Pressesprecherin.
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Die unbefriedigende Parksituation sorgt seit Längerem für Unmut. Regelmäßig erreichten die Klinik Beschwerden von Patienten, Angehörigen und Mitarbeitern. Besonders in den Wintermonaten verschärfe sich die Lage, da mehr Menschen auf das Auto angewiesen seien und Schnee zusätzliche Parkflächen blockiere. Für viele Besucher werde die Parkplatzsuche zur Herausforderung, längere Fußwege seien häufig unvermeidlich.
Gefährlich werde es nach Angaben der Klinik vor allem dann, wenn Fahrzeuge Fußwege blockierten, Behindertenparkplätze unberechtigt belegten oder Zufahrten versperrten. Schriftliche und mündliche Beschwerden gingen deshalb regelmäßig ein. Beschwerden von Anwohnern habe es dagegen bislang nicht gegeben.
Klinik rechnet vereinzelt mit Beschwerden
Die Klinik ist sich bewusst, dass die Kameraüberwachung kritisch gesehen werden könnte. Allerdings handele es sich um ein „etabliertes Verfahren“, das in vielen Krankenhäusern und Einrichtungen bereits eingesetzt werde. Datenschutzaspekte seien bei der Auswahl des Systems berücksichtigt worden. Gleichzeitig rechne man damit, dass es vereinzelt Beschwerden geben könne – insbesondere dann, wenn Betroffene die erhobene Gebühr als ungerechtfertigt empfänden.
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Nach der Einführung will die Klinik die Auswirkungen genau beobachten. Es sei wichtig, neue Systeme in den ersten Monaten zu evaluieren, erklärt Kumpf weiter. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen genutzt werden, um das System bei Bedarf anzupassen und weiter zu verbessern.
Für die Klinik steht dabei vor allem ein Ziel im Vordergrund: Rettungswege und Zufahrten sollen künftig frei bleiben – nicht erst im Ernstfall, sondern dauerhaft.