Ein Jahr nach dem Brand: Sportverein in Schwaig steigt wie Phönix aus der Asche

Von Jochen Dannenberg · 8. März 2026 um 11:00

Es war ein Anruf mitten in der Nacht und nichts war anschließend mehr wie zuvor. Das Vereinsheim des SV Schwaig (Landkreis Kelheim), einst mit viel Eigenleistung von den Mitgliedern aufgebaut, brannte. Doch die Mitglieder ließen sich nicht unterkriegen: Sie reparierten und bauten alles wieder auf. Und dabei gab es auch das ein oder andere kleine Wunder.

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Walter Gabler, Vorsitzender des Sportvereins, kann sich gut an die Nacht Ende Oktober 2024 erinnern. Er hatte abends noch im Vereinsheim hinter der Theke gestanden und als letzter um 1.30 Uhr das Lokal verlassen, nicht ahnend, was die Nacht noch bringen würde. Morgens um 5 Uhr war es mit der Nachtruhe vorbei. Menschen, die an jenem Freitagmorgen auf dem Weg zur Arbeit waren, hatten den Brand am Vereinsheim gesehen und sofort die Feuerwehren alarmiert.

Der Brand konnte schnell gelöscht werden, hinterließ jedoch einen beträchtlichen Schaden in Höhe von rund 200.000 Euro. Der Wiederaufbau der schwer beschädigten Gaststätte und der völlig zerstörten Veranda des Vereins wurde zu einem großen Teil in Eigenarbeit geleistet. „Wir haben 800 bis 1000 Arbeitsstunden erbracht“, sagt der Vorsitzende.

„Aber weil man einmal dabei war . . .“

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Wirtsstube ist wie neu. So wurde u.a. das alte Mobiliar überholt, Wände wurden neu gestrichen, neue Bilder angebracht, bei der Terrassenüberdachung die Hälfte der Balken ausgewechselt und die Überdachung neu installiert. Jetzt sind noch die Umkleiden und Duschen in Arbeit. Die waren zwar nicht vom Brand in Mitleidenschaft gezogen worden, „aber weil man einmal dabei war . . .“, sagt Walter Gabler.

Der Brand hat den Verein zusammen geschweißt und Kräfte geweckt – eines der Wunder. „Beim ersten Arbeitseinsatz unmittelbar nach dem Feuer waren 60 Helfer da. Wir wurden von der ILE Abens, der Stadt Neustadt und unserem zweiten Bürgermeister unterstützt.“ Genauso wichtig: Der Sportbetrieb ging weiter. „Wir haben zusammen gehalten und uns geholfen. Unsere Sporthalle konnten wir bereits Anfang Dezember wieder benutzen.“

Einsatzkräfte der Feuerwehr arbeiteten sich nach dem Brand durch die zerstörte Vereinsgaststätte. - Foto: Walter Gabler

Das war ein weiteres der kleinen Wunder, die es nach dem Brand im Sportverein gab. Ein anderes ist, dass der Verein gewachsen ist. Es gibt eine neue Gruppe – Dart, 70 Mitglieder groß. Die Fans hatten die Reize der frisch renovierten Wirtsstube sofort für sich entdeckt.

Auch deshalb ist der Vorsitzende des SV Schwaig überzeugt: „Wir haben es geschafft.“ Das Ziel, „es schöner zu machen als vorher“, sei erreicht worden. Eben wie Phönix aus der Asche.

Nach dem Brand: Das Feuer hatte auch die Vereinsgaststätte des SV Schwaig schwer beschädigt. - Foto: Jochen Dannenberg

Aber, sagt Walter Gabler auch, der Brand sei ihm lange nachgehangen. „Wenn nach dem Brand die Sirene gegangen ist, bin ich aufgeschreckt.“ Zu tief saß die Erinnerung an das Feuer. „Das bleibt hängen.“

War der Brand vielleicht nur ein Dumme-Jungen-Streich?

Doch allmählich haben sich die Erinnerungen an die Brandnacht beruhigt. Dazu haben auch die Ermittlungen der Polizei beigetragen. Die ergaben zwar zweifelsfrei, dass der Schaden durch Brandstiftung entstanden ist, aber es konnte letztlich kein Täter ermittelt werden. Vielleicht, so denken nicht wenige Mitglieder des Sportvereins deshalb, war es einfach ein Dumme-Jungen-Streich, der ausgeartet ist.

Die Veranda am Vereinslokal wurde wieder aufgebaut. - Foto: Jochen Dannenberg

Der Vereinsbetrieb läuft wieder normal. Dazu gehört, dass am 12. April um 19.30 Uhr im Sportheim die Jahreshauptversammlung stattfindet. Auf der Tagesordnung steht neben den Berichten auch die Bestätigung der neu gewählten Abteilungsleiter und eine Abstimmung über eine „geringfügige Beitragserhöhung“, wie der Vorsitzende sagt.

Sonstige wichtige Termine sind: Fischessen an Karfreitag, 3. April; Dorfmeisterschaft Dart am Samstag, 5. April; Einrad-WM in Steyr ab 25. Juli.