Nach verheerendem Brand: In Hunderten Arbeitsstunden wurde das Vereinsheim wieder aufgebaut

Von Jochen Dannenberg · 22. April 2025 um 05:00

Nach dem verheerenden Brand im Oktober vorigen Jahres geht es mit dem SV Schwaig wieder aufwärts. Das Vereinsheim ist repariert, der Sportbetrieb läuft.

Den 25. Oktober vorigen Jahres werden die 650 Mitglieder des SV Schwaig vermutlich nicht so schnell vergessen. Mitten in der Nacht zu jenem Freitag stand plötzlich die Terrasse ihres Vereinsheims in Flammen. Das Feuer griff auf das Dach des Gebäudes über, zerstörte Fenster und Türen und verwandelte die Inneneinrichtung des Vereinslokals in ein rußgeschwärztes, stinkendes Etwas. Noch Stunden vorher hatten hier Vereinsmitglieder wie jeden Donnerstagabend gesellig beieinander gesessen.

Doch statt sich zu ärgern und lange zu lamentieren, packten sie noch am Brandtag an, um Ordnung zu schaffen und die Grundlage für den wiederaufbau zu schaffen. Teile der Einrichtung, die noch brauchbar waren, wurden geborgen, das Dach notdürftig abgedichtet und das Löschwasser, dass sich mehrere Zentimeter hoch im Vereinsheim gestaut hatte, entfernt. Bürgerinnen und Bürger aus dem Dorf halfen. So ging es Woche um Woche weiter. Bei der Weihnachtsfeier des Sportvereins, rund zwei Monate nach dem Brand, versprach Walter Gabler, der Vorsitzende des SV, den Mitgliedern: „Das Vereinsheim soll schöner werden als vorher.“

Jetzt, ein halbes Jahr nach dem Feuer, zeigt sich, dass Gablers Optimismus berechtigt war. Zwar ist noch nicht alles repariert - vor allem auf der Terrasse sind die Spuren des Brandes noch deutlich zu sehen -, aber im Sportheim ist von dem Feuer nichts mehr zu sehen. Im Gegenteil. Die Wände sind frisch gestrichen. Das Mobiliar ist komplett überholt worden und die beschädigten Fenster wurden ausgetauscht. Die Elektrik funktioniert wieder. Der Gestank, der sich nach dem Brand im gesamten Gebäude gesammelt jatte, ist verschwunden. Nicht nur der Sportbetrieb läuft, auch in der Vereinsgaststätte treffen sich die Mitglieder wieder. Ein Höhepunkt dieser Entwicklung ist, dass am Sonntag, 27. April, die Generalversammlung im Sportheim des SV Schwaig stattfinden wird.

Hunderte Arbeitsstunden

Möglich wurde das durch den Einsatz der Mitglieder und der Unterstützung von Firmen, aber auch der Stadt Neustadt. „650 Arbeitsstunden wurden von uns bisher erbracht“, sagt Walter Gabler. Bis alles wieder hergerichtet ist, kommen weitere 400 bis 500 Stunden hinzu, schätzt der Vorsitzende. Der Schaden, der im Oktober entstanden war, ist immens. Anfangs war er auf 40 000 Euro geschätzt worden. Tatsächlich beträgt er 170 000 Euro. Viel Geld habe das neue Dach verschlungen. „Bisher hat die Versicherung gezahlt“, betont Walter Gabler, der in dieser Sache Günter Schweiger, Neustadts 2. Bürgermeister, lobt. „Er hat viel Zeit investiert und uns viele Arbeiten, insbesondere mit der Versicherung, abgenommen.“

Nur Stunden nach dem Brand packten Mitglieder und Bürger an, um zu retten, was noch brauchbar war. - Foto: Jochen Dannenberg

Noch steht ein Gerüst am Haus, denn die Fassade soll noch frisch gestrichen werden. Und auf der Terrasse stehen bisher nur ein paar Bierzeltgarnituren. Auch die Tür zur Terrasse muss noch erneuert werden. Hier ist bisher nur eine Behelfstür aus Spanplatten montiert.

Ein halbes Jahr nach dem Brand des Sportheims können Vereinsvorsitzender Walter Gabler (links) und die Sportler wieder lachen. Das Vereinsheim ist wieder benutzbar. - Foto: Jochen Dannenberg

Aber es ist wieder Normalität im Sportverein eingekehrt, nachdem ein halbes Jahr lang beim Sportbetrieb improvisiert werden musste. Die Duschen funktionieren wieder, die Sporthalle und die Umkleiden können wieder benutzt werden. Die Theke und die Küche im Vereinslokal glänzen. „Die Gaststätte ist jetzt bei den Heimspielen wieder geöffnet“, freut sich der Vorsitzende.

„Es muss weitergehen“

Fast ist wieder alles wie früher - etliches sogar schöner. Der Brand vom Oktober scheint abgehakt zu sein. Über die Ursache will Walter Gabler nicht sprechen. „Was auch immer gewesen ist“, sagt er „wir wollen es nicht mehr wissen. Es muss weitergehen.“ Gabler will Ruhe in den Verein und das 1090 Einwohner zählende Dorf bringen.

Er erinnert sich noch gut an das Jahr 2015. Da war das Sportheim über Monate mit Flüchtlingen belegt worden. Für den Verein war das eine Belastung, doch auch diese Krise hatte man überstanden. Und so lenkt der Vorsitzende denn den Blick der Mitglieder und Bürger auf die erfreulichen Dinge. Es soll ein großes Fest und ein Helferessen zur Wiedereröffnung des Sportheims geben. „Das muss sein, das machen wir“, verspricht der 64-Jährige.

Das Vereinsheim ist wieder benutzbar, aber es sind noch nicht alle Schäden des Brandes beseitigt. - Foto: Jochen Dannenberg

Vorerst steht die Generalbersammlung an. Sie soll am Samstag, 27. April, ab 19 Uhr im Sportheim stattfinden. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Rechenschaftsberichte der Vorstandschaft und der Abteilungsleiter, die Bestätigung der neu gewählten Abteilungsleiter und Neuwahlen. Und, wie wenn sonst nichts gewesen wäre, teilt Walter Gabler noch mit: „Schriftliche Anträge müssen spätestens eine Woche vor der Versammlung bei mir eingereicht werden.“ So viel Ordnung muss sein.

Auch der Defibrillator an der Terrasse des Vereinsheims wurde durch die Flammen zerstört. - Foto: Jochen Dannenberg