Riesige Ehre für Stadttheater Regensburg: Bestes Opernhaus des Jahres

Das Theater Regensburg ist Oper des Jahres 2025! Der Award wurde am Montagabend im Rahmen einer feierlichen Gala verliehen. Die „Oper! Awards“ sind Deutschlands einziger öffentlich verliehener internationaler Opernpreis. Intendant Sebastian Ritschel begrüßte Stars der Opern-Szene wie die Mezzo-Sopranistin Cecilia Bartoli, Tenor Jonathan Tetelman, aber auch mit Barrie Kosky einen international renommierter Opernregisseur auf der Bühne des Theaters, das sich bald Staatstheater nennen darf.
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Zuletzt fand die Preisverleihung übrigens im Brüsseler Opernhaus La Monnaie statt. Heuer also, nach Brüssel und zuvor Amsterdam, Regensburg! Der begründer der Oper! Awards, Dr. Ulrich Ruhnke, sagte bereits im Vorfeld der Verleihung im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern: „Wir schauen, wo entsteht Neues, wo beginnt vielleicht eine Richtung, die sich in den nächsten Jahren verstärkt durchsetzen wird oder es unserer Meinung nach sollte. Der Jury fiel das Theater Regensburg auf. Und wenn uns etwas auffällt, gucken wir über längere Zeit genauer und sehr kritisch dahin. Und wenn es überzeugt, geht es in die Auswahl.“ Am Ende also der Sieg für das, was Sebastian Ritschel und sein Team auf die Bühne gebracht haben.
Am Montagabend gaben sich dann auch die Stars der Opern-Szene die Klinke in die Hand. Mit der Ouvertüre aus Candide von Leonard Bernstein startete das wunderbare Programm bei dieser Preisverleihung. Nick-Martin Sternitzke moderierte durch den Abend.
Womit Regensburg die Jury überzeugte
Bereits vor der Preisverleihung sprach die Mediengruppe Bayern mit Ulrich Ruhnke, dem Erfinder und Begründer der Oper! Awards. Nach Brüssel im vergangenen Jahr, Amsterdam im Jahr zuvor - jetzt Regensburg? Jawoll! „Die Frage ist, an welche Häuser kann so ein Preis gehen. Sind das immer nur die großen, internationalen Bühnen?“ Das sei nicht die Herangehensweise der Jury. „Wir fragen uns: Wo bewegt sich etwas und wo findet unter den Gegebenheiten etwas spannendes statt.“ Ruhnke betonte, dass das Theater Regensburg in der Sparte Oper „mehr Unbekanntes als Bekanntes“ liefere. „Das ist allerbestes Theater“, sagte Ruhnke.
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„Wir gehen dorthin, wo die Exzellenz zuhause ist“, sagte Ruhnke dann in der großen Gala. „Es gab in manchen Künstleragenturen zwischen Mailand, London und New York erst mal Stille, als ich Regensburg sagte.“ Er habe auf die Frage, wo genau das denn sei, geantwortet: „Das ist dort, wo man keine Angst vor der Oper hat.“ Am Theater Regensburg regiere „Mut statt Vorsicht“. Ruhnke erntete auch Jubel, als er „das zukünftige Staatstheater Regensburg“ ausrief. Am 8. Mai wird der Titel an das Theater Regensburg verliehen.
Intendant Ritschel: „Ein großartiges Gefühl“
Intedant Ritschel freute sich mit dem Haus, den Mitarbeitern, aber auch der ganzen Stadt: „Das ist ein großartiges Gefühl für das Theater, dass man nun im gleichen Atemzug mit Brüssel und Amsterdam genannt wird.“ Die Stars wie Cecilia Bartoli seien übrigens „alle locker“ hinter der Bühne gewesen, „denn die Können ja alle was“.
Uwe Friedrich (Tagesspiegel und Deutschlandfunk) verkündete die Preise in den ersten Kategorien. Den Preis für das beste Zukunftsprojekt erhielt Verdi off - das Festival Verdi aus Parma. Das Album Golden Age, aufgenommen vom Erin Morley und Lawrence Brownlee, erhielt die Auszeichnung für das beste Soloalbum. Morley begeisterte das Publikum mit der Glöckchenarien aus der Oper Lakmé von Léo Delibes.
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Mit dem Preis für die beste Aufführung wurde an das Stück Hotel Metarmorphosis verliehen, das bei den Salzburger Pfingstfestspielen aufgeführt wurde. Die Künstlerische Direktorin Cecilia Bartoli ist niemand geringeres als die Sopranistin Cecilia Bartoli. Sie nannte den Komponisten Antonio Vivaldi einen der genialsten Komponisten von Opern, der jemals lebte. „Aber welche Oper?“, fragte sich die Bartoli. Herausgekommen ist eine Art von „Pasticcio“, ein musikalisches Gericht aus Antonio Vivaldis genialsten Werken. Als bester Regisseur wurde dann auch Barrie Kosky für das Vivaldi-Medley ausgezeichnet. Der zeitweilige Intendant der Komischen Oper Berlin traute sich an das Werk. „Ich arbeite nur deshalb in der Oper, weil ich mit phantastischen Menschen zusammenarbeiten kann“, sagte der Regisseur. Bartoli sei das „große Herz“ dieser Aufführung. Mezzosopranistin Nadezhda Karyazina erhielt den Preis für die beste Nachwuchskünstlerin. Auch sie ist im Hotel Metamorphosis in Salzburg zu erleben. Sie sang Vivaldi.
Kurz vor der Pause dann die Auszeichnung für das beste Opernhaus. Georg Karsch zeichnete als Jury-Mitglied zunächst den besten Bühnenbildner aus. Jo Schramm wurde für mehrere Werke ausgezeichnet. In der Oper Frankfurt ließ er im Stück Guercoeur von Albéric Magnard buchstäblich die Demokratie auf der Bühne „zusammenkrachen“.
Laudator Karsch: „Mehr Neues als Bekanntes“ in Regensburg
Und dann das: ein Preis für das beste Opernhaus für die Regensburger – verliehen im Stadttheater Regensburg. „Mehr Neues als Bekanntes“ gebe es in Regensburg. „Die Risikobereitschaft unter Intendanten Sebastian Ritschel ist groß, sein Erfolg enorm“, sagte Laudator und Jury-Mitglied Karsch. Ob „Der Prinz von Shiras“ oder „The Ghost of Versailles“ oder die vielen anderen beeindruckenden Inszenierungen: das „zukünftige Staatstheater Regensburg“, wie auch der Laudator hervorhob, begeistere. Sebastian Ritschel nahm die Auszeichnung sichtlich gerührt entgegen und sagte: „Das ist ein ganz großes Geschenk. Dieser Preis gilt allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.“
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Ausgezeichnet wurde auch die Staatskapelle Berlin als bestes Orchester. Der deutsche Stardirrigent Christian Thielemann schilderte, dass im Archiv der Oper Unter den Linden ein Manuskript von Richard Strauss' „Die schweigsame Frau“ gefunden hätte, die der Komponist der Lindenoper selbst geschenkt habe. „Ich dachte, sie sei noch nicht gespielt“, er stellte aber fest, dass die Komische Oper Berlin diese bereits benutzt habe. „Die Leistung des Orchesters war in der Zusammenarbeit wunderbar“, sagte Thielemann. Immerhin war Musiklegende Daniel Barenboim jahrelang Leiter der Staatskapelle.
Im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern schwärmte Thielemann: „Ich war am Sonntag noch bei der Aufführung von Igor Levitt“, so der Dirrigent. „Ich war schon oft in Regensburg, vor vielen Jahren habe ich hier auch dirrigiert.“ Er möge die Stadt sehr gerne, sagte Thielemann, und er werde sicher wiederkommen, wenn er bei den Festspielen in Bayreuth dirrigiert.
Besonders berührende Momente für das Publikum gab es viele. Als Startenor Jonathan Tetelmann in einem knallroten Smokingjacket „La donna è mobile“ sang, hatte so mancher Theaterbesucher Gänsehaut. Besonders bewegend war dann aber die Preisverleihung an den legendären Kostümbildner Jürgen Rose für sein Lebenswerk. Rose schilderte, wie ihm ein Studienberater nach dem Abitur dringend davon abriet, ans Theater zu gehen. „Ich habe es trotzdem gemacht.“ Über 300 Stücke stattete Rose aus, bis heute ist seine Expertise gefragt. Der 88-Jährige musste am Morgen des nächsten Tages dann auch gleich weiter: Nach Dresden nämlich, wo er die Ausstattung eines Balletts inspiziert.