Florian Geisenfelder aus Rohr will für Bayernpartei das Sprachrohr für Volkes Stimme sein

Von Martina Hutzler · 18. Februar 2026 um 11:00

Vom Einzelkämpfer zum Chef: Das traut sich Andreas Geisenfelder ohne weiteres zu – und ebenso, dass er als Jüngster in der Kandidatenrunde zum neuen Landrat von Kelheim gewählt wird. Was er in der Position vorhätte, schildert der Bayernpartei-Vertreter im Gespräch mit unserer Zeitung.

Rohr ist der Dreh- und Angelpunkt im Leben von Florian Geisenfelder: Hier lebt er seit seiner Geburt vor 34 Jahren; hier hat er Schule und Ausbildung absolviert; und hier arbeitet er als Bäcker. Kein Wunder, dass Geisenfelder die Marktgemeinde, genauer gesagt: die Rohrer Klosterkirche als Treffpunkt für das Gespräch und Video gewählt hat.

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Heimat und Tradition nennt er als die Werte, mit denen er sich identifiziert und die ihn zur Bayernpartei geführt haben: „Wir sind sehr bairisch und regional angehaucht“. Damit setze man sich ab von den etablierten Parteien, auch den konservativen wie CSU und FW, die teils seit Jahrzehnten in den Parlamenten vertreten seien und „unsere bayerischen Interessen nach Berlin verkaufen“, kritisiert er. Die Bayernpartei (BP) ist nicht im Landtag vertreten.

„Ein Landrat hat viel zu sagen; als Verwaltungschef und auf Kreisebene“Florian Geisenfelder, Bayernpartei

Dass seine Wahl zum Landrat am 8. März einem weiß-blauen Wunder gleichkäme, ist dem Rohrer klar. Den Landrats-Wahlkampf führe er auch, um die BP im Kreistag zu stärken: Mit mehr als bisher einem Sitz „wären wir endlich auch in Ausschüssen vertreten“. Die Wirkmächtigkeit des Landrats-Posten würde ihm freilich durchaus gefallen: „Ein Landrat hat viel zu sagen; als Verwaltungschef und auf Kreisebene, etwa beim Thema Schulen. Und er kann die Stärken der einzelnen Gemeinden bündeln“.

Die Kandidatur für dieses Amt verlange ihm als Berufstätigem – und berufsbedingtem Extrem-Frühaufsteher – einiges ab, räumt er freimütig ein. Zudem hat ihm eine Erkrankung vor einigen Wochen den Start in die „heiße Phase“ des Wahlkampfs vermasselt, unter anderem die Teilnahme am „Wahltalk“ von Mittelbayerischer Zeitung und TVA.

Wahlveranstaltungen plant Florian Geisenfelder mit seiner Bayernpartei auf Kreisebene nicht; er setzt stattdessen auf Infostände, um mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen. „Mehr Bürgernähe“ sei nämlich sein Hauptanliegen; und im Gespräch mit Interessierten will er für seine Idee werben, bei wichtigen Landkreis-Themen Bürgerentscheide durchzuführen.

„Beim Thema Amazon-Logistikzentrum zum Beispiel gibt es Befürworter und Gegner – warum also nicht die Bevölkerung fragen?!“ Dass die Antwort vermutlich auch stark davon abhängt, wie weit man den Kreis der Befragten fasst? Ja, räumt er ein; „rein rechtlich dürfte man aber wohl nur die Bürger von Rohr befragen“. Vielleicht gebe es ja Möglichkeiten, auch die Anlieger-Orte mit einzubeziehen. Generell „möchte ich viele Volksentscheide durchführen“, auch zum Krankenhaus Mainburg: Hier würde ihm „der südliche Landkreis Kelheim“ für einen Bürgerentscheid vorschweben.

In einem Ingolstädter Klinikverbund wäre das Krankenhaus Mainburg das letzte Rad am Wagen.Florian Geisenfelder

Er selbst sieht den Weg des Mainburger Hauses in einen Ingolstädter Klinikverbund „sehr kritisch, weil wir dann das letzte Rad am Wagen wären“. Bei der Entscheidung, Mainburg zur „Sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtung“ umzubauen, habe man sich zu schnell dem Druck aus Pfaffenhofen gebeugt, bedauert er rückblickend. Und warnt, dass angesichts der Umbrüche im Krankenhauswesen auch der Erhalt des Kelheimer Hauses noch lange nicht gesichert sei.

Als richtig bewertet er die Kreistags- Entscheidung, das Gymnasium Rohr in Landkreis-Trägerschaft zu übernehmen. Wichtig sei im Schulbereich nun, den Ersatzneubau für die Lehrschwimmhalle Mainburg anzupacken. Generell müsse Kreispolitik dazu beitragen, dass die Gemeinden nicht nur Schlafstätten seien, „sondern Leben vermitteln“. Aus dem Grund müsse man unbedingt auch die Kaiser-Therme erhalten, „gerne zusammen mit einem privaten Investor“.

Zur Person

Privat: Florian Geisenfelder ist 34 Jahre alt, ledig und lebt in Rohr. Er engagiert sich viel in der Politik. Mitunter muss sie aber warten – wenn die Bienen dran sind: Der Hobby-Imker und Vize-Chef vom Imkerverein Rohr hütet derzeit fünf eigene Völker. Ab und zu fährt er gerne mal zu einem Spiel „seines“ Fußballclubs: den Sechzgern.

Beruf: „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt Geisenfelder: Er hat Bäcker gelernt und arbeitet seit elf Jahren im Familienbetrieb in Rohr.

Politik: Seit 2014 ist Geisenfelder bei der Bayernpartei; seit 2020 ist er für sie im Kreistag. Zudem ist er Vize-Landesvorsitzender der Jugendorganisation „Jungbayern-Bund“ und als solcher auch im Landesvorstand vertreten.