Kreistag Kelheim: Zehn Listen stehen zur Wahl - einige bekannte Namen fehlen

Von Martina Hutzler · 13. Februar 2026 um 05:00

Eng könnte es am 8. März in der Wahlkabine werden, wenn Sie den Stimmzettel für die Kreistagswahl ausfüllen: Erneut wollen gleich zehn Gruppierungen Kreistagssitze erringen. Wir geben einen Überblick.

Am Sonntag, 8. März, stehen nicht nur Bürgermeister-Ämter und die Stadt- und Gemeinderäte zur Wahl, sondern auch das Amt des Landrats und die Besetzung des künftigen Kreistags. Letzterer hat, wie bisher schon, 60 Sitze. Die meisten Gruppierungen haben denn auch jeweils 60 Kandidatinnen und Kandidaten nominiert. Einige bekannte Namen fehlen allerdings: langjährige Kreisrätinnen und -räte, die nicht mehr antreten.

CSU: mit Landrat und Abgeordneten am Start

So kandidiert zwar der amtierende Landrat Martin Neumeyer erneut – nicht jedoch sein derzeitiger Stellvertreter und Fraktionskollege: Vize-Landrat Wolfgang Gural steht nicht mehr auf der CSU-Liste. Mit dem Abensberger Unternehmer tritt ein wahres „Urgestein“ von der Landkreis-Bühne ab, der die Kreispolitik über Jahrzehnte mitgeprägt hat. Dasselbe gilt für Dr. Gudrun Weida: Auch die Kelheimerin scheidet nach Jahrzehnten aus dem Kreistag aus.

Martin Neumeyer und Petra Högl (re) führen die Liste der CSU für die Kelheimer Kreistagswahl an. Maureen Sperling kandidiert nicht mehr. - Foto: Rast/Archiv

Die weiteren Mitglieder der derzeit 20-köpfigen Fraktion treten größtenteils wieder an. Platz eins der Liste gehört Martin Neumeyer, gefolgt von den bekannten Mandatsträgern, Landtagsabgeordneter Petra Högl und Europaabgeordnetem Manfred Weber.

Die Christsozialen bieten ferner mehrere amtierende Bürgermeister auf, darunter Christian Schweiger (Kelheim), Thomas Memmel (Neustadt), Dr. Benedikt Grünewald (Bad Abbach), Herbert Blascheck (Langquaid) und Birgit Steinsdorfer (Rohr). Zudem gibt es Kreistags-Aspiranten, die am 8. März zugleich ein Rathaus neu erobern wollen: etwa Essings Bürgermeister-Kandidatin Martina Sixt und der Saaler Kandidat Matthias Rieger.

Auffallend schließlich ist, dass mit Maureen Sperling, Matthias Bendl und Alfons Ziegler gleich drei Mainburger Kreistagsmitglieder nicht mehr antreten: dem Vernehmen nach auch eine Folge der heftigen öffentlichen Auseinandersetzung um das Mainburger Krankenhaus, die auch in persönliche Anfeindungen gegen die örtlichen CSU-Politiker ausarteten.

Freie Wähler: Fraktion will um sechs Jahre verlängern

Bei den Freien Wählern bitten alle neun Kreisräte der aktuellen FW-Fraktion die Wählerschaft um sechs Jahre Verlängerung; allen voran Fraktionsführer Christian Nerb – der allerdings bekanntlich gerne den Platz wechseln würde: vom Plenum aufs Podium, als neuer Landrat.

Christian Nerb (re.) aus Saal und Dennis Diermeier aus Kelheim besetzen die vordersten Listenplätze bei den Freien Wählern. - Foto: Kugler/Archiv

Neben Nerb als derzeitigem Bürgermeister von Saal sind auch auf der – 60 Namen umfassenden – FW-Liste weitere aktuelle Rathaus-Chefs gelistet. Ein parteiübergreifend übliches Vorgehen, denn Entscheidungen des Kreistags haben direkten Einfluss auf die Gemeindefinanzen. Und so stehen auf der FW-Liste etwa Mainburgs Bürgermeister Helmut Fichtner, Johannes Brunner (Hausen), Jörg Nowy (Essing) sowie Gerhard Zeitler, der allerdings als Trainer Bürgermeister aufhört. Dennis Diermeier und Christian Hanika wollen zugleich ihre Kreistagssitze verteidigen und für die FW die Rathäuser von Kelheim bzw. Bad Abbach erobern. Auch Nerbs möglicher Nachfolger im Rathaus Saal, Michael Wochinger, ist auf der FW-Liste.

Einen landes- und bundespolitischen Namen bei den „Freien“ hat die Mainburger Kreistagskandidatin Kerstin Haimerl-Kunze: Sie ist eine der stellvertretenden Bundesvorsitzenden und auch Mitglied im FW-Landesvorstand.

AfD: Frühere und neue Vorstandschaft kandidiert

Dritter Vorschlag auf dem Wahlzettel für die Kreistagswahl ist die „Alternative für Deutschland“. Bei der Rechtsaußen-Partei ist Ende 2025 der bisherige Kelheimer Kreisvorstand inklusive Vorsitzendem Georg Bergermeier überraschend zurückgetreten; wegen „unterschiedlicher Auffassungen“ auf Führungsebene, wie es hieß. Auf der Kreistagsliste finden sich alte und neue Vorstandsmitglieder wieder.

Georg Bergermeier (re.) und Werner Schamberger treten wieder für die AfD an. - Foto: Hutzler/Archiv

So führt der Ex-Vorsitzende Bergermeier, derzeit Führer der dreiköpfigen Fraktion, die Kreistagsliste an; gefolgt von der neuen Vorsitzenden Elena Fritz (Bad Abbach), die anderthalb Jahre nach der Kommunalwahl 2020 ihr Kreistagsmandat niedergelegt hatte. Die neue Vize-Kreischefin Eva Buchner (Saal) ist auf Platz vier. Insgesamt stehen 43 Namen auf der Liste der Partei, die in Bayern vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Grüne: Einer aus der bisherigen Fraktion hört auf

Ein bisheriges Vater-Sohn-Duo im Kelheimer Kreistag wird es ab Mai nicht mehr geben: Mit Franz Aunkofer aus Herrnsaal verabschiedet sich bei den Kreistags-Grünen ein langjähriges Fraktionsmitglied aus Altersgründen aus dem Kreistag. Sein Sohn Simon Aunkofer tritt hingegen wieder an, ebenso wie die übrigen Mitglieder der aktuell sechsköpfigen Kreistagsfraktion.

Deren jetzige Sprecherin Maria Krieger aus Riedenburg führt auch die Kreistagsliste der Grünen wieder an, die insgesamt 60 Namen umfasst. Darunter auch die der beiden Kreisvorsitzenden, Dorothea Seider und Stefan Lada-Themann sowie der des Kelheimer Bürgermeister-Kandidaten, Daniel Elsner.

Vom bisherigen Vater-Sohn-Duo scheidet Vater Franz Aunkofer aus dem Kreistag aus; sein Sohn Simon steht wieder zur Wahl. - Foto: Hutzler/Archiv

SPD: Mit Willi Dürr verlässt ein „Urgestein“ den Kreistag

Bei der SPD geht mit der Kreistagswahl ein weiteres „Urgestein“ des Kreistags nun von Bord: Der langjährige Fraktionsführer und ehemalige Paintner Bürgermeister Willi Dürr kandidiert nicht mehr auf der SPD-Liste. Die weiteren sechs Mitglieder der derzeitigen Fraktion wollen ihr Mandat um sechs Jahre verlängern.

Nicht nur neu in den Kreistag, sondern gleich auf den Chefsessel im Sitzungssaal möchte Listenführerin Beatrix Kappelmeier: Die Aiglsbacherin kandidiert auch als Landrätin. Mit dem Ihrlersteiner Thomas Krebs steht ferner ein amtierender Bürgermeister auf der 60-köpfigen SPD-Liste. Sie enthält noch weitere Anwärter für Rathaus-Chefsessel: etwa den Kelheimer Kandidaten Stephan Schweiger – er ist bereits Kreisrat – und sein Neustädter Pendant Roland Artinger.

Willi Dürr hört nach Jahrzehnten im Kreistag Kelheim auf; die übrigen Fraktionsmitglieder treten wieder an. - Foto: Hutzler/ Archiv

SLU: Aus den Rathäusern (auch) in den Kreistag

Mit dem Landratskandidaten Dr. Andreas Fischer vorneweg präsentiert sich die Kreistagsliste der Stadt-Land-Union (SLU). Fischer ist aktuell Sprecher der fünfköpfigen SLU-Fraktion. Von ihr treten Josef Reiser (Mainburg) und Thomas Zachmayer (Biburg) nicht mehr an. Dafür wollen mehrere derzeitige Bürgermeister aus dem Landkreis via SLU einen Sitz im Kreistag erringen: darunter die SLU-Kreisvorsitzende Bettina Danner; der 2023 neugewählte Abensberger Bürgermeister Dr. Bernhard Resch und seine Kollegen Thomas Zehetbauer (Riedenburg) und Franz Stiglmaier (Attenhofen).

Angehörige der 60-köpfigen SLU-Liste sind ferner mehrere Bürgermeister-Kandidaten, darunter Josef Rummel (Saal) und Gökhan Altincik (Bad Abbach).

Dr. Andreas Fischer (re.) und Gernot Seefelder sind zwei der SLU-Kreisräte, die erneut kandidieren. - Foto: Hutzler/ Archiv

ÖDP: Landratskandidat und Rathaus-Aspirantin gelistet

Ein weiterer der sieben Landrats-Kandidaten kommt aus den Reihen der ÖDP und führt deren 60-köpfige Kreistagsliste an: Peter-Michael Schmalz. Der Langquaider ist seit Jahrzehnten Mitglied im Kreistag und Sprecher der aktuell vierköpfigen ÖDP-Fraktion.

Mit Landrats-Kandidat Peter-Michael Schmalz (re.) tritt die gesamte ÖDP-Fraktion erneut an. Hier im Bild Konrad Pöppel und Annette Setzensack - Foto: Gogl/ Archiv

Seine drei Fraktionskollegen kandidieren alle erneut und folgen auf den vordersten Listenplätzen. Darunter auch die Mainburger Bürgermeister-Kandidatin der ÖDP, Annette Setzensack. Auch die Öko-Partei hat alle 60 möglichen Listenplätze besetzt.

Junge Liste: Zwei von drei Kreisräten treten wieder an

60 Namen finden sich ebenso bei der Jungen Liste, die vom amtierenden Fraktionssprecher Simon Steber angeführt wird. Wie der Abensberger Steber tritt auch Kreisrat Sebastian Langwieser erneut an, während Dr. Bastian Bohn – ebenfalls ein Abensberger – nicht mehr auf der JL-Liste steht. Wie es der Name der CSU-nahen Gruppierung erahnen lässt, finden sich auf der Kreistagsliste viele junge Kandidatinnen und Kandidaten.

Simon Steber (re.) und Sebastian Langwieser wollen weitere sechs Jahre die Junge Liste im Kelheimer Kreistag vertreten. - Foto: Hutzler/Archiv

FDP: Liberales Duo stellt sich wieder zur Wahl

Mit zwei Ärzten sind die Freien Demokraten derzeit im Kelheimer Kreistag vertreten, und beide wollen dort weitere sechs Jahre Kommunalpolitik betreiben. Der eine freilich, Dr. Heinz Kroiss aus Abensberg, hätte gerne eine führende Rolle – er tritt auch als Landratskandidat an. Neu in den Kreistag will ferner unter anderem die FDP-Kreisvorsitzende Susanne Blask (Abensberg). Insgesamt stehen auch bei den Liberalen 60 Namen auf der Liste.

Will für die FDP die Kreistagspolitik mitsteuern: Dr. Heinz Kroiss - Foto: Abeltshauser/Archiv

Bayernpartei: Der Solist kandidiert in Doppelfunktion

Ein weiterer Landrats-Kandidat findet sich auf der Liste der Bayernpartei: Florian Geisenfelder führt auch die Liste der blau-weißen Patrioten an. Der Rohrer sitzt derzeit als „Einzelkämpfer“ der Bayernpartei im Kelheimer Kreistag. Insgesamt hat die Partei 35 Männer und Frauen für die Kreistagswahl nominiert.

Florian Geisenfelder und Johanna Pöringer sind die Listenführer der Bayernpartei - Foto: Philipp Thonas/Archiv