Neubau der Flutbrücke in Cham: Ist die Behelfsumfahrung bei Hochwasser gefährdet?

Muss der Verkehr während des Neubaus der Flutbrücke womöglich per Fähre zwischen Innenstadt und Cham-Süd pendeln? Wer in diesen Tagen einen Blick auf die provisorische Umfahrung im Bereich der Quadfeldmühle wirft, könnte angesichts des hohen Pegelstands ins Grübeln geraten.
Teile der asphaltierten Trasse stehen unter Wasser – in sozialen Medien wird das bereits spöttisch kommentiert. Rund 15 000 Fahrzeuge passieren hier täglich die Verbindung zwischen Janahof und Innenstadt. Was also bedeutet die aktuelle Lage für die bevorstehende Bauphase an Chams Hauptverkehrsader? Immerhin erspart die Behelfsumfahrung den Verkehrsteilnehmern während der Bauzeit längere Umwege.
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Bürgermeister Martin Stoiber bemüht sich um Einordnung. Die Anfälligkeit des Areals für erhöhte Pegelstände sei in den Planungen bereits berücksichtigt worden, betont er beim kurzfristig anberaumten Pressetermin an der Baustelle. Statistisch betrachtet müsse man bei der Umfahrung, die durch eine Senke im Hochwassergebiet führt, mit etwa 15 Tagen Hochwasser pro Jahr rechnen. Gerade deshalb habe man den Bauzeitenplan so angelegt, dass die Hauptarbeiten in eine möglichst wasserarme Phase fallen – und sich außerdem um eine möglichst zügige Abwicklung des Projekts bemüht: „In einem Jahr müssten wir fertig sein“, prognostiziert Stoiber.
Die Stadt hat ihre Hausaufgaben gemacht. Die alternativen Zubringerstraßen sind gut in Schuss.Martin Stoiber, Bürgermeister Cham
Während der gesamten Bauzeit werde die Situation engmaschig überwacht. „Ab einem gewissen Pegelstand wird alarmiert. Ab dann wird der Verkehr sofort umgeleitet“, erklärt dazu Vize-Stadtbaumeister Josef Ried. Grundlage seien die Daten des Wasserwirtschaftsamtes, die laut Stoiber durchgehend beobachtet werden. Bis zur Meldestufe 1 könne die Umfahrung regulär genutzt werden.
Mehrere Alternativrouten im Falle einer Vollsperrung
Für den Fall einer Sperrung verweist Bauingenieur Wolfgang Rohrmüller vom zuständigen Ingenieurbüro Brandl und Preischl auf mehrere Alternativrouten. Der Verkehr könne einmal über die B 22 und die Abfahrt Cham-Ost in Richtung Zentrum geführt werden. Ebenso bieten sich die Adolph-Kolping-Straße mit Anbindung über das Biertor oder die Frühlingsstraße aus Richtung Westumgehung an.

Letztere beide sind im vergangenen Jahr gezielt ertüchtigt worden, um während der Bauarbeiten an der verkehrlichen Hauptachse der Stadt leistungsfähig zu bleiben, betont Stoiber. Seine Botschaft ist eindeutig: „Die Stadt hat ihre Hausaufgaben gemacht. Die alternativen Zubringerstraßen sind gut in Schuss.“ Damit sei sichergestellt, dass die Stadtmitte in jedem Fall erreichbar bleibe.
Josef Rädlinger Unternehmergruppe führt Baumaßnahme durch
Ebenfalls am Freitag lüftete der Bürgermeister außerdem das Geheimnis um die ausführende Baufirma. Den Zuschlag für den Neubau der Flutbrücke über den Quadfeldmühlbach erhielt die Josef Rädlinger Unternehmensgruppe aus Cham. Er freue sich, dieses bedeutende Infrastrukturprojekt in die Hände eines leistungsstarken regionalen Partners zu legen. Auch Rüdiger Altmann, Geschäftsführer der Josef Rädlinger Unternehmensgruppe, sprach von einem besonderen Auftrag. „Trotz straffer Bauzeit handelt es sich hierbei um ein Prestigeobjekt“, erklärte er.
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Der Baustart ist für 9. März vorgesehen. Nach der Einrichtung der Baustelle folgt der Abbruch der bestehenden Brücke. Ab April beginnt der Neubau. Die Gesamtkosten beziffert die Stadt auf sechs bis sieben Millionen Euro. Restarbeiten im Umfeld sollen im Frühjahr 2027 abgeschlossen werden.