Spatenstich für mehrjährige Baustelle: Start der Arbeiten an Chams Hauptschlagader

Eine Operation an der Hauptschlagader ist eine heikle Sache – dennoch muss sie gemacht werden, um Schlimmeres zu verhindern. So ist das auch bei der mehrjährigen Baustelle, die am Samstag mit Bayerns Finanzminister Albert Füracker per Spatenstich eröffnet wurde. Der Patient ist die Flutbrücke – wird sie nicht in Ordnung gebracht, kann es die Stadt sozusagen viel Leben kosten. Denn sie bringt das Leben nach Cham – 25.000 Fahrzeuge am Tag fahren hier.
Finanzminister Albert Füracker betonte, dass es hier bei dieser Baustelle schwierig sei, Hochwasser, Brücke und Verkehr unter einen Hut zu bringen: „Das ist tatsächlich eine große Sache!“
Nicht auf Sparkurs
Der Freistaat gebe hier 3,45 Millionen Euro als Förderung – Geld, dass er nur verteilen könne, weil er es anderen wegnehme, so Füracker: „Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler sind meine besten Freunde!“ Wenn man sehe, wie gut sich die Wirtschaft auf dem Land entwickle, die uns den Wohlstand sichere, sei man sich als Freistaat sicher, hier nie genug tun zu können.
Es brauche solch eine Infrastruktur neben dem digitalen Ausbau, „damit Menschen kommen und bleiben. Daher ist das hier eine wertvolle Investition!“ Der Freistaat habe allein 11 500 Brücken, um die er sich kümmern müsse. Und auch, wenn das Gerücht umgehe, es werde vom Freistaat gespart, liege es an anderem: „Die Projekte sind teurer geworden!“
Er habe kein Interesse daran, zu sparen, doch mit Schulden wolle er auch keinen Haushalt betreiben. Er freue sich aufs Brückenfest 2027 und wünsche alles Gute für Cham. Landrat Franz Löffler wünscht sich auch eine Einladung dazu und betonte, dass der Brückenbau mit Zukunft zu tun habe.
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Es gelte heute, das Wichtige zu bauen und woanders zu sparen. Er wolle nicht, dass hier einmal nur noch 10000 Fahrzeuge queren würden, „denn dann ist nichts mehr los!“ Bürgermeister Martin Stoiber hatte zuvor die Gäste des offiziellen Akts begrüßt. Es schaue noch alles recht klein aus, doch wen man wisse, dass hier täglich die Masse an Fahrzeugen vorbeifahre, die Stadt mit ihren 18 000 Einwohnern 17 000 Arbeitsplätze biete, werde einem bewusst, wie wichtig dieses Nadelöhr Flutbrücke für Cham sei.

Es sei eine „Operation an der Hauptschlagader“, doch man sie gut vorbereitet. Er wies daraufhin, dass die Umfahrung, die nun gebaut werde, durchaus Opfer eines Hochwassers werden könne – 15 bis 22 Tage könne hier das Wasser stehen. Daher habe die Stadt andere Zugänge wie die Westumgehung oder das Biertor fit gemacht.
Knapp vor Note 4
Die Brücke, die ihre Ursprünge etwa 1890 habe, sei 1965 umfangreich neu gebaut, seitdem aber nur noch geflickt worden. Sie habe nun eine 3,4 bei vier als schlechtester Note – es sei also Zeit, etwas zu tun. Die gesamte Maßnahme koste etwa 6,5 Millionen Euro. Noch nicht klar sei, was sich im Untergrund verstecke, denn oft sei vor der Stadt früher Müll abgeladen worden.Er hoffe auf eine unfallfreie Baustelle und gutes Wetter ohne Hochwasser.
Mit dem Bau der neuen Flutbrücke und der neuen Verkehrsführung geht es im Anschluss an die Fleischtorbrücke, die saniert wird. Das läuft jedoch ohne Sperrung. Außerdem soll ein Fahrradweg an die Brücke angebaut werden. Schließlich kommt im besten Fall nach dem Brückenbau der Hochwasserschutz für den Chamer Ortsteil Stadellohe.