Das Nadelöhr zur Stadt: Neue Flutbrücke für Cham ist nach jahrelanger Planung in Sicht

Der Hochwasserschutz, den die Stadt gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt am Floßhafen gebaut hat, ist nicht vergebens gewesen, wie die jüngste Flut gezeigt hat. Doch geht der Schutzbau weiter? Vermutlich wäre die Stadellohe schon sicher vor dem Regen, wenn ein anderes Projekt nicht so lange gebraucht hätte. Doch nun ist die Flutbrücke zumindest im Genehmigungsverfahren.
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Sie liege zur Genehmigung beim Landratsamt, sagte Bürgermeister Martin Stoiber auf Nachfrage. Das bedeute im besten Falle, dass Ende dieses Jahres die Arbeiten für die Brücke ausgeschrieben werden könnten. Komme die erwartete Fördersumme vom Land für den Bau, werde dann 2025 im Frühjahr mit dem Abriss der alten und dem Bau der neuen Brücke gestartet.
Bypass durch die Senke
Für die Großbaustelle muss ein Bypass gebaut werden, der stadtauswärts gleich hinter der Fleischtorbrücke nach rechts abbiegt und durch die Senke Richtung Parkplatz führen soll. Im Juli 2023 seien die Planungen zur Genehmigung der neuen Brücke weitergeschickt worden, sagte Stoiber. Eigentlich hätten sie schon einige Zeit vorher auf den Weg gebracht werden sollen, doch fehlten noch Unterlagen und Gutachten, zudem Kapazitäten in den Planungsbüros. Gefordert worden sei etwa ein Gutachten über den Baulärm, so hatte Martin Stoiber die massiven Verzögerungen im Frühjahr 2023 erläutert.
Neun Monate Bauzeit
Er erwarte in vier bis acht Wochen den Bescheid zum Bau der Brücke. Gebe es keine Einwende dagegen, werde im kommenden Jahr gebaut. Die Brücke müsse dann komplett in neun Monaten fertig gebaut sein, „sozusagen just in time“, erläuterte Stoiber den Zeitplan. Wichtig sei, dass es in dieser Bauzeit kein Hochwasser gebe, da sonst die Umfahrung in der Senke und über den Parkplatz unter Wasser stehe, also nicht nutzbar sei. Mit der Flutbrücke soll dann auch der große Kreisverkehr dahinter verwirklicht werden, der eine bessere Anbindung der Anliegerstraßen an die Janahofer Straße gewährleisten soll.
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Die Flutbrücke werde so gebaut werden, dass sie hoch genug ist für ein hundertjährliches Hochwasser plus Klimawandelzuschlag von 15 Prozent. Das bedeute, dass die neue Brücke anders ausschauen werde als die aktuelle. Dennoch dürfe es nach dem Bau für Unteranlieger der Brücke und des Regens bei Hochwasser keine Verschlechterungen zum vorherigen Zustand geben – das sei das Maß. Das werde entsprechend vom Wasserwirtschaftsamt berechnet, geprüft und versichert.
In der Nachbarstadt Roding war die jüngste Nachricht zum Thema Hochwasserschutzbau mit Ernüchterung aufgenommen worden: Der Hochwasserschutz in Mitterdorf ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Der Grund: Das Geld geht den Planern vom Wasserwirtschaftsamt aus. Und in Cham? „Auch ich habe die E-mail aus dem Wasserwirtschaftsamt bekommen“, sagt Bürgermeister Martin Stoiber.
Doch er will das Thema Hochwasserschutz nicht so hoch hängen. Zwar sei aktuell kein Geld da für solche Maßnahmen, doch werde noch einige Zeit bis zum Start des Baus des Hochwasserschutzes für das nächste Chamer Quartier vergehen. Möglicherweise sei dann wieder Geld da, hofft Stoiber: „Der Leidensdruck ist kleiner, da wir noch Zeit haben. Doch wir brauchen den Hochwasserschutz!“ Das habe sich im Dezember vor Weihnachten gezeigt, als die Stadt gleich zweimal Glück gehabt habe – einmal habe es geschneit, wodurch der Anstieg des Regens gebremst worden sei, einmal habe es nicht geregnet, obwohl die Vorhersage starken Regen angekündigt hatte.
In jedem Fall werde die Planung für die Stadellohe fertiggestellt, sagte der Bürgermeister – das sei so abgesprochen. Ob der Bau dann wirklich kommt, entscheidet die Landeskasse – das Projekt wurde vor fünf Jahren bereits auf über sieben Millionen Euro geschätzt.