Monatelanges Warten: So verzögerte die Deutsche Bahn die Sanierung der Frühlingstraße

Auch ohne großen Streik hat es die Bahn geschafft, eine Baumaßnahme in Cham monatelang zu verzögern. Die Frühlingstraße sollte eigentlich schon früher saniert werden, doch der dafür nötige Verkauf von 300 Quadratmetern Grund aus dem Besitz der Deutschen Bahn hat lange gedauert.
Das sei eine „unendliche Geschichte“ gewesen und habe viel Verspätung für das Projekt mit sich gebracht, sagte Bürgermeister Martin Stoiber. Doch in diesem Jahr soll die marode Straße saniert und ausgebaut werden. Sie soll auch einen Geh- und Radweg bekommen – wenn auch nicht überall, wie Chams Planer Josef Ried dem Stadtrat am Mittwoch erläuterte.
So konnte, anders als die Bahn AG, die Geschäftsführung des dort ansässigen Unternehmens Gebhardt Logistic Solutions nicht überzeugt werden, etwas Grund abzugeben, um einen Geh- und Radweg vor der Firma umzusetzen. Somit setzt der kombinierte Geh- und Radweg vor der Firma aus, die Radler müssen dann für die etwa 100 Meter Firmenlänge auf die Straße ausweichen, nur ein Gehweg ist dort möglich.
Neue Deckschicht für die Straße
Es sei nicht möglich gewesen, hier eine Einigung zu erzielen, während fünf andere Anlieger Grund abgegeben oder langfristig an die Stadt verpachtet hätten. Gebaut werde in einer Länge von 755 Metern eine sechs Meter breite Fahrbahn, daneben einen 2,50 Meter breiter Geh- und Radweg – bis auf die Lücke in der Mitte.
Die Straße bekomme auf ganzer Länge eine neue Deckschicht und werde komplett neu hergerichtet. Ein Teil der Lampen dort seien bereits erneuert worden. Insgesamt koste die Maßnahme voraussichtlich 1,233 Millionen Euro, wobei die Förderung bei 64 Prozent liege.
West-Achse ist bedeutsam
Josef Ried machte auch die Zeiträume deutlich, in denen die Deutsche Bahn plane. So habe sie der Stadt angekündigt, die Bahnbrücke an der Frühlingstraße „kurzfristig“ zu erneuern. Das bedeute nach den Uhren der Bahn, dass die Brücke in sieben bis zehn Jahren erneuert werde. Bürgermeister Stoiber betonte die Wichtigkeit dieser West-Achse in die Stadt – vor allem, wenn die Flutbrücke neu gebaut werde oder schon heute bei Hochwasser. Er hoffe nur, dass bei den Bauarbeiten dieses Mal keine Bombe gefunden werde, so Martin Stoiber.