Umbau im alten Edeka-Gebäude: Cham-West bekommt nicht nur einen normalen Getränkemarkt

Von Tanja Fenzl · 25. Januar 2024 um 05:00

Gute Nachrichten für die Bürger von Cham-West: Im künftigen Trinkgut-Getränkemarkt, der ins frühere Edeka-Gebäude gegenüber der Josefskirche einziehen wird, sollen nicht nur Getränke verkauft werden.

Betreiber Konstantin Gatzke will zudem einen kleinen Beitrag zur Nahversorgung mit Lebensmitteln leisten und eine regionale Lebensmittel-Ecke im Geschäft einrichten. Zudem werden auch Post und Lotto in den Markt einziehen.

Öffnen soll der Markt am 14. März. Bis dahin hat sich der 47-jährige Geschäftsmann viel vorgenommen. Derzeit sind noch die Handwerker in der Josef-Heilingbrunner-Straße 1 zugange. Am Mittwochmorgen installieren sie über den 700 Quadratmetern Verkaufsfläche die Beleuchtung. Weiter hinten im Lager wird ebenfalls fleißig gearbeitet. Anfang März sollen die Regale geliefert und befüllt werden.

500.000 Euro investiert

In den nächsten Wochen werden die Leergutannahmestation und der riesige begehbare Kühlschrank angeliefert und eingebaut. „Es ist schon noch einiges zu tun“, sagt Gatzke und schaut sich in dem riesigen Raum um. Knapp eine halbe Million Euro investiert der Nittenauer in sein siebtes Edeka-Geschäft. Cham als Standort wird der erste Trinkgut-Getränkemarkt, den er unter der Marke Edeka betreibt. „Für einen richtigen Edeka-Markt war der Platz zu klein“, bedauert er, denkt aber dennoch an die Bevölkerung vor Ort: „Für die Nahversorgung werden wir eine regionale Ecke einrichten, mit Mehl, Honig, Milchprodukten und vielem mehr.“

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Derzeit stehe er in Verhandlungen mit etlichen regionalen Anbietern. „Man muss schauen, was am Ende auch gekauft wird, Regionales ist ja immer etwas teurer, und die Menschen sparen.“

Chips und Süßigkeiten soll es geben

Auch mit Chips und Süßigkeiten will der Geschäftsmann das reine Getränke-Sortiment erweitern, und auch mit einem hiesigen Anbieter von Hunde- und Katzenfutter steht Gatzke im Gespräch.

Daneben will er auch Party-Zubehör anbieten. Mit einem Kühlwagen und Biertischgarnituren zum Ausleihen will er den Getränkemarkt für größere Feiern interessant machen.

Bei den Getränken setzt Gatzke ebenfalls zu einem großen Teil auf Regionalität. „Ich bin mit den meisten Brauereien vor Ort im Gespräch; wer bei uns verkaufen will, der kann hier verkaufen“, sagt er. Neben Limonaden, Wasser und Bier will er auch Spirituosen anbieten und dazu mit den Brennereien der Region zusammenarbeiten.

Postfiliale von 7 bis 20 Uhr

Und um das Geschäft auch für Laufkundschaft interessant zu machen, wird er eine Lotto-Annahmestelle und eine Postfiliale integrieren. „Da werden wir zu den ganz normalen Markt-Öffnungszeiten auch sämtliche Post-Dienstleistungen anbieten, alles außer Postbank“, kündigt Gatzke an. Von vielen Seiten habe er inzwischen gehört, dass die derzeitigen Öffnungszeiten der Hauptpoststelle unzureichend seien. „Wir haben von 7 bis 20 Uhr offen“, macht er einen Besuch im Markt schon jetzt den künftigen Kunden schmackhaft. Die Post habe auf seine Anfrage schnell sehr positiv reagiert.

Sechs Mitarbeiter sollen ab März das laufende Geschäft abwickeln, das ursprünglich schon Ende letzten Jahres öffnen sollte. Der Termin sei aber nicht zu halten gewesen, sagt Gatzke.

Verpächter freuen sich

Die Besitzer der Immobilie, das Ehepaar Zimmermann, freuen sich jedenfalls, dass mit dem Getränkemarkt Cham-West zumindest wieder eine Art Nahversorgung light bekommen wird. Das war Karin und Josef Zimmermann von Anfang an ein großes Anliegen bei der Nachfolgesuche, nachdem der langjährige Betreiber des Edeka-Marktes in Cham-West in den Neubau nach Katzbach umgezogen war.

Trinkgut ist eine Getränke-Marktkette unter dem Dach der EDEKA-Gruppe. Die meisten der über 250 Getränkemärkte in Deutschland werden als Franchise betrieben; in Bayern ist die Kette noch recht unbekannt, Cham wird erst der achte Standort im Freistaat sein; erst 2022 expandierte Trinkgut nach Südbayern.

Das ist der künftige Betreiber

Konstantin Gatzke: Der 47-Jährige wohnt in Nittenau und betreibt bereits sechs Edeka-Märkte in Ostbayern; unter anderem in Hohenwarth, Wiesenfelden und im Donau-Einkaufszentrum in Regensburg. Der Trinkgut-Markt in Cham wird sein erster Getränkemarkt. Cham kennt der Unternehmer bereits aus seiner Zeit als Stellvertretender Marktleiter im Kaufland. Vor Weihnachten wurde er überregional bekannt, als er seine Verluste durch professionelle ausländische Diebesbanden im Regensburger Geschäft öffentlich machte.

Im Hintergrund arbeiten die Handwerker derzeit an der Beleuchtung. Auf 700 renovierten Quadratmetern wird Gatzke künftig hauptsächlich Getränke, aber auch regionale Produkte für die Nahversorgung anbieten. Foto: Fenzl