Dominik Schmaderer und Benedikt Burger bringen mit ihrem Start-up den Arapaima nach Cham

Mit ihrem Start-up haben Dominik Schmaderer und Benedikt Burger den Arapaima, einen der größten Süßwasserfische der Welt, erstmals nach Cham gebracht. Die Gründer ziehen den exotischen Raubfisch seit rund eineinhalb Jahren in einer Versuchsanlage auf und bereiten nun die erste Entnahme vor.
Er kann über zwei Meter lang werden, mehr als 130 Kilogramm wiegen und atmet atmosphärische Luft: Der Arapaima gigas zählt zu den größten Süßwasserfischen der Welt. In seiner Heimat Südamerika gilt er als Legende, als „König des Amazonas“. Nun schwimmt der Gigant auch in der Oberpfalz. Mit ihrem Start-up Arapaima Bavaria holen Dominik Schmaderer und Benedikt Burger den exotischen Raubfisch nach Cham.
Vor rund eineinhalb Jahren fassten die beiden den Entschluss, den Arapaima in Bayern zu kultivieren – ein ambitioniertes Vorhaben, das sie bislang einen fünfstelligen Betrag gekostet hat. Untergebracht ist die Anlage versuchsweise im Keller eines ehemaligen Supermarktes. Dort ziehen sie in zwei Becken mit jeweils 15 000 Litern Fassungsvermögen rund 100 Tiere heran. Von den Filteranlagen über die Wärmetechnik bis hin zum Futterautomaten stammt alles aus eigener Planung und Umsetzung.
Für eine Ausweitung der Produktion sind Schmaderer und Burger jedoch schon auf der Suche nach einer größeren, geeigneten Anlage oder Halle. Eigentümer entsprechender Räumlichkeiten können daher jederzeit mit ihnen Kontakt aufnehmen.
Unternehmen eine große Herausforderung
Burger, seit 30 Jahren passionierter Angler, und Schmaderer, der in der Aquaristikszene deutschlandweit als Züchter von Stachelrochen bekannt ist, arbeiteten sich intensiv in die Materie ein. „Der Arapaima ist der Traum jedes Fischers“, sagt Burger. Ihn zu kultivieren sei jedoch eine enorme Herausforderung. Der Fisch benötigt dauerhaft Wassertemperaturen von über 28 Grad und verschlingt aufgrund seiner rasanten Wachstumsrate große Futtermengen. Innerhalb eines Jahres kann aus einer nur wenige Zentimeter großen Larve ein über einen Meter langer Fisch mit mehr als 20 Kilogramm Gewicht werden. „Man kann ihm quasi beim Wachsen zusehen. Es gibt keinen Fisch mit höherer Bioproduktivität“, erklärt Schmaderer.
Der Arapaima ist der Traum jedes Fischers.Benedikt Burger, Mitgründer des Start-ups
Auch kulinarisch ist der Arapaima eine Besonderheit. Sein Fleisch ist außergewöhnlich zart, von fester Konsistenz und erinnert mit seinem feinen, edlen Aroma an Heilbutt. „Es ist eine absolute Delikatesse – selbst für erfahrene Feinschmecker. Ich würde es geschmacklich zwischen Rind, Hähnchen und Fisch einordnen“, sagt Schmaderer, der auch gelernter Koch ist.

Im März steht für die beiden die erste Entnahme an – ein Meilenstein nach einem langen Weg voller bürokratischer Hürden, technischer Entwicklungen und aufwendiger Abnahmen der Anlage durch die Behörden.
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Der Bezug der Jungfische bleibt jedoch kompliziert: Arapaimas können sich nur unter tropischen Bedingungen vermehren. Zudem sind Männchen und Weibchen bei der Partnerwahl äußerst wählerisch und lassen sich nicht äußerlich, sondern ausschließlich genetisch voneinander unterscheiden. Entsprechend selten sind zertifizierte Betriebe, die Arapaimas für den Export erzeugen. Schmaderer und Burger wurden nach langer Suche jedoch bei einer Aquakultur in Peru fündig.
Der Fokus liegt auf Nachhaltigkeit
Eine Naturentnahme kommt für sie nicht infrage, denn Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt ihres Konzepts. Die Wasserbecken werden per Wärmepumpe konstant auf 28 Grad gehalten und auch das Futter stammt aus nachhaltiger Produktion. Neben dem Fleisch lässt sich sogar die robuste Haut mit ihren markanten Schuppen verwerten – etwa für die Herstellung von Handtaschen. „Im Vergleich zur konventionellen Lachszucht ist das hier deutlich ressourcenschonender“, ist Schmaderer überzeugt.
Im Vergleich zur konventionellen Lachszucht ist das hier deutlich ressourcenschonender.Dominik Schmaderer, Mitgründer des Start-ups
Vermarktet werden soll das Fleisch vor allem in der gehobenen Gastronomie der Region. Eine erste Verkostung steht demnächst an. Schmaderer hat dafür ein Menü kreiert, bei dem der Arapaima von der Vorspeise bis zum Hauptgang serviert wird. Interessierte können sich telefonisch unter 0151/15470699 oder per E-Mail an arapaima.bavaria@web.de melden.
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Einblicke in die Anlage gibt es zudem auf Instagram. Während das Duo mit Begeisterung von seinem Projekt erzählt, durchbricht immer wieder ein lautes Schnalzen das Gespräch: Die Fische kommen wie in ihrem natürlichen Lebensraum regelmäßig an die Oberfläche, um Luft zu schnappen. Möglich macht das eine lungenähnlich umgewandelte Schwimmblase.

Trotz aller Euphorie schwingt auch Wehmut mit. Einnahmen haben Schmaderer und Burger mit ihren Fischen bislang noch nicht erzielt, aber der Gedanke an die erste Schlachtung fällt beiden schwer. „Irgendwie ist uns jeder Einzelne ans Herz gewachsen“, gibt Burger zu. „Das wird schon hart.“
