Nach Reh-Tötung in Cham: Landratsamt zeigt den Jagdpächter an

Von Johannes Schiedermeier · 29. Januar 2026 um 05:00

Die Tötung eines Rehs aus dem Regenfluss bei Cham nach dessen aufwendiger Rettung aus dem Eis hat nun einen Monat lang hohe Wellen geschlagen. Nun hat sich auch das Landratsamt ein Bild gemacht und sieht den Verdacht einer tierschutzrechtlichen Straftat. Je nach Bewertung kann dies zu jagd-und waffenrechtlichen Konsequenzen führen.

Video ansehen

Auf Anfrage unserer Zeitung hat die Pressestelle des Landratsamtes folgende Erklärung abgegeben: „Nach fachlicher und rechtlicher Prüfung des vom Landratsamt ermittelten Sachverhalts liegt der Verdacht einer tierschutzrechtlichen Straftat vor. Es ist daher demnächst auch mit einer Strafanzeige von Seiten des Landratsamtes zu rechnen. Nach unserer Kenntnis wurde aber bereits eine anonyme Strafanzeige und eine Strafanzeige der Tierschutzorganisation PETA erstattet. Je nach Ergebnis der strafrechtlichen Bewertung können sich anschließend jagd- und waffenrechtliche Konsequenzen ergeben.“

Lesen Sie dazu auch: Mit Video: Augenzeugen widersprechen Aussagen des Jagdpächters zum Reh-Tod nach Eisrettung

Augenzeugen widersprechen Jäger

Nach dem Bericht unserer Zeitung über die Rettung des Rehs und dessen umstrittener Tötung vor den versammelten Rettungskräften, hatte sich auch der betroffene Jagdpächter zu Wort gemeldet. Er nahm für sich eine vorschriftsmäßige Tötung des Rehs durch einen Nackenstich in Anspruch. Außerdem gab er an, das Reh habe keine Reflexe mehr gezeigt und sei bewegungsunfähig gewesen.

Lesen Sie dazu auch: Tragisches Ende einer Rehrettung aus dem Eis bei Cham: Jagdpächter tötet das Tier

Dem hatten in der Folge etliche Augenzeugen vehement widersprochen. Grundtenor: Das Reh sei auf dem Weg der Erholung gewesen, habe versucht aufzustehen, und nach den Stichen in den Hals noch zehn Minuten lang gelebt. Das sogenannte „Abnicken“ durch einen Nackenstich wurde von den Augenzeugen nicht bestätigt.

Fast ein Dutzend Zeugenprotokolle

Daraufhin hatten Jagdbehörde und Veterinäramt fast ein Dutzend Augenzeugen durch die Feuerwehr-Führung benennen lassen und zum Vorgang einvernommen. Einige hatten sich von selbst gemeldet und ihre Beobachtungen zu Protokoll gegeben.

Lesen Sie dazu auch: Totes Reh beim Satzdorfer See in Cham: Jäger weist alle Vowürfe zurück