B16-Ausbau bei Nittenau: Im Genehmigungsverfahren gab es bisher wenig Kritik

Von Cornelia Lorenz · 27. Januar 2026 um 19:00

Bis der geplante dreistreifige Ausbau der B16 bei Nittenau beginnt, wird wohl noch einige Zeit ins Land gehen. Sorgen macht das Projekt einigen aber jetzt schon: Im Nittenauer Rathaus befürchtet man jede Menge baustellenbedingten Schleichverkehrs durch die Stadt. Doch auch ein nahe der B16 lebendes possierliches Tier trifft es: Die Haselmäuse müssen umziehen.

Öffentlich diskutiert wurde das Thema B16-Ausbau in Nittenau zuletzt im Rahmen einer Stadtratssitzung im Januar 2025. Damals war die Meinung des Gremiums zum Projekt gefragt gewesen, denn das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach hatte bei der Regierung der Oberpfalz das Planfeststellungsverfahren – also Baurecht – beantragt.

Angst vor Schleichverkehr durch das Nittenauer Stadtgebiet

Konkret geht es beim nun laufenden Verfahren um das 3,8 Kilometer lange zweispurige Teilstück der B16 zwischen der Anschlussstelle Muckenbach und Dieberg im Kreis Cham. Die Möglichkeit, eine Stellungnahme abzugeben, hat die Stadt Nittenau genutzt: Die Räte wiesen auf die drohende Verkehrsbelastung in Nittenau während der Bauphase hin und forderten das Staatliche Bauamt auf, „dafür Sorge zu tragen, das Verkehrsaufkommen stadteinwärts gering zu halten oder durch Anbau einer zweispurigen Behelfsfahrbahn für die Dauer der Bauzeit gänzlich zu vermeiden“.

Mit ihrer Rückmeldung blieb die Stadt Nittenau nicht allein. Insgesamt habe es zum Planfeststellungsverfahren 42 Stellungnahmen gegeben, teilte das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach auf Nachfrage der Mittelbayerischen mit. Der Löwenanteil sei mit 38 Stellungnahmen von Behörden gekommen. Lediglich eine einzige Privatperson habe eine Rückmeldung abgegeben.

Fundamentale Kritik blieb offenbar aus

Fundamentale Kritik am geplanten Ausbau der B16 ist im Rahmen der Frist offenbar kaum geäußert worden. „Der überwiegende Teil hatte eine Zustimmung zur Maßnahme zum Inhalt, bzw. es wurden unkritische Hinweise mitgeteilt, die bei den weiteren Planungen zu beachten sind“, lautet die Einschätzung des Bauamts. Insgesamt habe es „lediglich fünf Einwendungen gegeben, die einer ausführlichen Beantwortung durch das Staatliche Bauamt bedürfen“. Diese hätten sich auf die Themen Natur- und Gewässerschutz sowie den Umleitungsverkehr bezogen.

Seit dem Abschluss der Einwendungsfrist Anfang Februar 2025 ist nun fast ein Jahr ins Land gegangen. Wie ist mittlerweile der aktuelle Stand der Planungen? Die Antworten des Staatlichen Bauamts zu den eingegangenen Einwendungen müssten nun noch der Regierung übergeben und gegebenenfalls erörtert werden. Ob bereits 2026 mit dem Planfeststellungsbeschluss, also der Baugenehmigung für den ersten Bauabschnitt der B16, gerechnet werden kann, könne man derzeit nicht einschätzen, so das Staatliche Bauamt.

Insgesamt soll es drei Bauabschnitte geben

Im Juni 2021 hatte ein Vertreter der Behörde den Nittenauer Stadträten die Pläne für den dreistreifigen Ausbau erstmals erläutert. Nach Bauabschnitt eins, für den aktuell das Planfeststellungsverfahren läuft, sollen noch zwei weitere folgen – alle drei zusammen umfassen einen rund neun Kilometer langen Abschnitt zwischen den Landkreisgrenzen zu Cham einerseits und zu Regensburg andererseits.

Sollte die Baugenehmigung tatsächlich vorliegen, braucht es vom Spatenstich bis zur Fertigstellung des ersten B16-Abschnitts bei Muckenbach auch noch eine ganze Menge Zeit. Von der ersten Rodung bis zur Verkehrsfreigabe sei mit rund drei Jahren Bauzeit zu rechnen, so eine Prognose des Staatlichen Bauamts.

Weiträumige Umleitung in Richtung Cham vorgesehen

Die Verbreiterung der Fahrbahn auf drei Streifen soll dann grundsätzlich an der nördlichen Fahrbahnseite erfolgen. Während der Bauzeit soll die Fahrtrichtung Regensburg einspurig aufrechterhalten bleiben, die Umleitung in Richtung Cham soll über die Nittenauer Nordost-Umfahrung und Bruck auf die B85 erfolgen.

Nicht nur auf die Verkehrsteilnehmer wird sich die Baustellenphase konkret auswirken, sondern auch auf ein flauschiges Tierchen: die Haselmaus. Die Hauptpopulationen dieses Nagers gibt es laut Staatlichem Bauamt nördlich und südlich der B16 im Bereich Taubenschlag und der dortigen Unterführung. Einzelne Vorkommen sind außerdem noch weiter entlang der B16 verteilt. Was passiert mit den Haselmäusen? Eine Umsiedlung bzw. Vergrämung sei durchaus möglich und sei für Teilbereiche auch so vorgesehen, kommentierte das Bauamt gegenüber der Mittelbayerischen.

Die kleinen Nager bekommen vor dem Baustart Ausweichquartiere angeboten. - Foto: Walter Tilgner, dpa

Haselmäuse sollen nach der Winterruhe das Baufeld frei machen

Konkret heißt das: Für die Haselmaus sollen Ersatzlebensräume in direktem Anschluss an das Baufeld geschaffen werden. Dorthin sollen die Tiere nach ihrer Winterruhe abwandern und dadurch das Baufeld frei machen. Dies ist laut Bauamt vergleichbar mit dem Vorgehen auf einer Baustelle in Schwandorfer Süden: Hier wird in der ehemaligen Tongrube im Ortsteil Klardorf eine Teststrecke für Mobilbagger entstehen. Auch hier sollen angrenzend an die Baustelle Hecken gepflanzt werden, in die die Haselmaus umziehen kann.