Kein Schleichverkehr in Nittenau: Stadträte nehmen zu B16-Ausbau Stellung

Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach treibt die Planungen für den dreistreifigen Ausbau der B16 bei Nittenau (Landkreis Schwandorf) voran. Wie steht die Stadt dazu? Mit dieser Frage haben sich die Stadträte am Dienstagabend beschäftigt. Auch bei einem weiteren Verkehrsthema gab es einen Beschluss.
In Sachen B16-Ausbau war die Meinung der Stadt Nittenau gefragt, weil das Staatliche Bauamt bei der Regierung der Oberpfalz kürzlich das Planfeststellungsverfahren beantragt hat. Konkret geht es derzeit um ein 3,8 Kilometer langes Teilstück zwischen der Anschlussstelle Muckenbach und der zu Walderbach im Kreis Cham gehörenden Ortschaft Dieberg. Noch bis 3. Februar können dazu Einwendungen und Stellungnahmen abgegeben werden.
Wie Bürgermeister Benjamin Boml (FW) den Räten erläuterte, soll während der Bauphase auf dem Teilstück die Fahrtrichtung Regensburg einspurig aufrechterhalten werden. In Fahrtrichtung Cham dagegen wird die Umleitung über die Nittenauer Nordost-Umfahrung und Bruck auf die B85 erfolgen.
Der Bürgermeister schlug den Räten außerdem zwei Stellungnahmen an das Staatliche Bauamt vor. Trotz der geplanten weiträumigen Umfahrung in Richtung Cham werde es während der Bauzeit zu Schleichverkehr kommen, so Boml. Die Stadt solle deshalb gegenüber der Behörde die Bitte äußern, „dafür Sorge zu tragen, das Verkehrsaufkommen stadteinwärts gering zu halten oder durch Anbau einer zweispurigen Behelfsfahrbahn für die Dauer der Bauzeit gänzlich zu vermeiden“. Darüber hinaus, so Bomls Formulierungsvorschlag, werde man für die beiden erst zu einem späteren Zeitpunkt geplanten Bauabschnitte eine Umleitung über das Stadtgebiet nicht dulden.
Kritik an Versiegelung durch Ausbau der B16
Zu Bomls Ausführungen gab es keinen größeren Diskussionsbedarf. Christoph König (Grüne) allerdings erklärte, er sei grundsätzlich gegen den Ausbau der B16. Die Fahrzeit, die man sich durch diese Maßnahme spare, sei minimal. Der Anbau einer zweispurigen Behelfsfahrbahn während der Bauphase, wie ihn die Verwaltung in ihrer Stellungnahme vorschlage, sei ebenfalls keine gute Idee. Dabei werde nur noch mehr Fläche versiegelt als ohnehin schon, so König. Es sei darüber hinaus Aufgabe der Planer, sich Gedanken über die Verkehrsführung an der Baustelle zu machen, nicht die der Stadt Nittenau.
CSU-Fraktionssprecher Thomas Hochmuth wies auf Erfahrungen beim Ausbau der B16 bei Wenzenbach hin. Dabei sei es keine Option gewesen, den Verkehr durch den Ort zu leiten. „Das müssen wir für Nittenau auch fordern“, bekräftigte er. Am Ende beschlossen die Räte die von Boml vorgeschlagenen Stellungnahmen zum Ausbau der B 16. Lediglich die beiden Grünen-Vertretern stimmten dagegen.
Keine Zusatzkosten für die Verkehrsüberwachung
Keine Einwände gab es dagegen beim Thema Verkehrsüberwachung. Seit 2016 ist der Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung in Nittenau tätig. Derzeit nimmt er 30 Stunden monatlich den ruhenden Verkehr ins Visier, 20 Stunden den fließenden. Wie Boml den Räten berichtete, habe der Zweckverband angefragt, ob er künftig das gesamte Gemeindegebiet und nicht nur ausgewählte Straßen überwachen solle. So könne man sicherstellen, dass auch die Parksituation in Wohngebieten kontrolliert werde und Rettungswege freigehalten würden, sagte Boml.
Mit dieser Idee konnten sich alle Stadträte anfreunden. Künftig soll die Altstadt monatlich 20 Stunden kontrolliert werden, im restlichen Gebiet von Nittenau und Bergham zehn Stunden pro Monat. Weil die Gesamtzahl der Stunden sich dabei nicht ändert, entstehen der Stadt auch keine Zusatzkosten.
Vier Bewerber für die Sicherheitswacht in Nittenau und Bruck
Resonanz: Im Rahmen der Stadtratssitzung gab Bürgermeister Benjamin Boml (FW) einen Zwischenbericht zur geplanten Sicherheitswacht für Nittenau und Bruck ab. Bislang gebe es vier Bewerber.
Ausbildung: Sie werden in den kommenden Wochen durch die Polizei ausgebildet. Kurzentschlossene Interessenten können sich laut Boml auch jetzt noch bei der Stadt Nittenau bewerben.