Bestätigung für Windradgegner: Nittenauer Stadträte revidieren Entscheidung zu Vorranggebiet

Von Cornelia Lorenz · 30. Januar 2025 um 15:00

Die Gegner der im Regental nahe Nittenau geplanten Windräder freuen sich: Der Stadtrat hat am Dienstagabend ihren Antrag zu einem rund zwei Hektar großen Areal befürwortet. Dieses soll nun nicht mehr als Vorrangfläche für Windenergie an den regionalen Planungsverband gemeldet werden.

Bürgermeister Benjamin Boml (FW) skizzierte zunächst grob den Hintergrund des Antrags des Vereins „Erholungsregion Regental“, der sich Ende des Jahres formiert hatte. Das Ziel der Mitglieder ist es, den Bau mehrerer Windräder im Grenzgebiet zwischen Nittenau und Regenstauf zu verhindern. Insgesamt gibt es mittlerweile Planungen für über zehn Anlagen in diesem Bereich.

In seinem Antrag hatte sich der Verein an die Stadt Nittenau gewandt und gefordert, die Meldung eines rund zwei Hektar großen Areals am sogenannten Dachsbau südwestlich von Eckartsreuth als Vorrangfläche für Windenergie zurückzuziehen.

Die Stadt Nittenau hat mehr Flächen für potenzielle Windparks an den Regionalen Planungsverband gemeldet als gesetzlich gefordert. Darauf sollte sie sich aber nicht ausruhen – in Sachen Klimaschutz gibt es viel zu tun, kommentiert Redakteurin Cornelia Lorenz.

Auftrag übererfüllt

Doch warum hatte die Stadt diese Fläche gemeldet? Im Juli hatte der Regionale Planungsverband Oberpfalz-Nord beschlossen, den Regionalplan für den Bereich Windenergie neu aufzustellen und Vorranggebiete für Windkraftanlagen auszuweisen. 52 Flächen wurden von den Kommunen im Kreis Schwandorf an den Planungsverband gemeldet – darunter war auch die Stadt Nittenau. Wie Boml erklärte, habe man in Summe 2,6 Prozent des Gemeindegebiets gemeldet – und damit deutlich mehr als vom Gesetzgeber gefordert. Nun seien andere Kommunen am Zug, sagte Boml – und wies darauf hin, er selbst sei von Anfang gegen die Meldung des Gebiets bei Eckartsreuth gewesen. So habe er in nichtöffentlicher Sitzung auch abgestimmt. Außerdem vermisse er eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Planungsverbänden Oberpfalz-Nord und Regensburg, deren Gebiete bei Nittenau aufeinandertreffen.

Boml spricht von Falschwahrheiten

Allerdings gab Boml den Windparkgegnern im Regental eine deutliche Botschaft mit. „Ich verstehe, wenn man gegen Windräder ist, weil man sie greislich findet. Aber das sind Kohlekraftwerke oder AKWs auch“, sagte er. Kein Verständnis habe er dafür, dass der Verein „Falschaussagen“ verbreite. So behaupte er beispielsweise, die Entfernung zwischen einem Anwesen in Harthöfl und den Windrädern betrage 800 Meter. Richtig sei dagegen eine Abstand von 1070 Metern, betonte Boml.

FW-Stadtrat Gunther Stangl erklärte, der Wald am Dachsbau sei ein wertvoller Lebensraum für seltene Tierarten. „Soll das alles dem Profit einiger Weniger geopfert werden?“, fragte er in die Runde. Auch FW-Sprecher Michael Prasch plädierte dafür, die Vorrangfläche zurückzunehmen. CSU-Chef Thomas Hochmuth dagegen sagte, es widerstrebe ihm, einen gefassten Beschluss zu revidieren. „Ein Windrad ist keine Schönheit. Aber der Hunger nach Energie steigt immer mehr. Wo sollen wir sie denn herkriegen?“, fragte er.

Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen nötig

Derweil schlug Grünen-Fraktionssprecherin Elisabeth Bauer vor, dass sich Boml mit den Nachbar-Bürgermeistern zusammensetzen solle, um gemeinsam nach geeigneten Flächen für Windräder zu schauen. Solch ein Termin, auch mit den beiden Landräten, sei bereits in Planung, erklärte Boml dazu.

Am Ende konnten sich die Windradgegner, die zahlreich zur Sitzung erschienen waren, freuen: Mit 11:8 Stimmen beschlossen die Räte, die Meldung des Gebiets am Dachsbau als Vorrangfläche für Windenergie zurückzuziehen.