Neuer Verein kämpft gegen Windräder bei Nittenau: Sorge um die Natur im Regental ist groß

Von Cornelia Lorenz · 9. Januar 2025 um 17:00

Der Widerstand wächst: Die Nachricht, dass nahe Nittenau (Landkreis Schwandorf) die Planungen für einen neuen Windpark angelaufen sind, hat bei vielen Bürgern für Aufregung gesorgt. Rund 130 von ihnen haben sich nun in einem Verein zusammengeschlossen, um den Bau der Anlagen zu verhindern.

Eines der Gründungsmitglieder der neuen Gruppierung, die sich den Namen „Erholungsregion Regental“ gegeben hat, ist Biolandwirt Florian Doll aus dem Nittenauer Ortsteil Harthöfl, der auch für die Freien Wähler im Stadtrat sitzt. Bei einer nicht öffentlichen Sitzung des Gremiums habe er vom Vorhaben der Max Bögl Wind AG aus dem Kreis Neumarkt erfahren, südwestlich des Örtchens Eckartsreuth zwei Windräder zu errichten. Zu diesen beiden Anlagen auf Nittenauer Gebiet sollen ganz in der Nähe noch weitere sieben auf Regenstaufer und Maxhütter Boden kommen. „Ich war ziemlich überrumpelt“, erinnert sich Doll.

Flächen an den Planungsverband gemeldet

Hauchdünn sei die Abstimmung im Nittenauer Stadtrat am Ende ausgegangen, das rund 17 Hektar große Areal bei Eckartsreuth als Vorrangfläche für Windenergie an den regionalen Planungsverband zu melden – und damit eine wichtige Voraussetzung für die Realisierung von Windrädern zu schaffen.

Nicht jeder Standort, an dem die Gesetzeslage Windräder erlaubt, ist am Ende tatsächlich geeignet. Die Bedenken der Bürger müssen Gehör finden. So kommentiert Redakteurin Cornelia Lorenz.

Doch aus Sicht von Doll und seinen Mitstreitern im neuen Verein sind die Standorte auf den Höhenzügen des Regentals für Windräder nicht geeignet. Man sei keinesfalls gegen die Energiewende und auch nicht grundsätzlich gegen den Bau von Windkraftanlagen, betonen er und Robert Ostermeier, der Vorsitzende des neuen Vereins unisono.

„Zu geballt“ für das Regental

Die Tatsache, dass hier im Bereich dreier benachbarter Kommunen nun so viele neue Windräder geplant würden, ist aus ihrer Sicht aber nicht verhältnismäßig. Für das Regental sei das „zu geballt“, so ihr Credo. Durch Bau und Betrieb der Anlagen werde der Lebensraum zahlreicher geschützter Tierarten massiv beeinträchtigt, sagt Doll. So habe man hier schon häufig Seeadler gesichtet. Auch Luchse, Feuersalamander, Rotmilane, Schwarzstörche und viele weitere Tierarten würden hier leben. Deshalb hat der neue Verein auch vor, das aktuelle Artenschutzgutachten für das Areal anzufechten.

Darüber hinaus führen die Vereinsmitglieder noch eine Menge weiterer Argumente gegen die Windrad-Standorte im Regental ins Feld: Die Anlagen werden laut Verein bis zu 800 Meter nah an kleine Ortschaften und Einzelgehöfte heranrücken. Mindestens 500 Bewohner im Bereich des Regentals seien im Falle der Realisierung von Geräuschen der Windräder mit 30 bis 45 Dezibel betroffen. Bei Sonnenschein werde außerdem durch die Rotorblätter der rund 250 Meter hohen Anlagen Schattenschlag auf Häuser und Gärten auftreten. „Das nimmt unserer Gegend den Charme und die Gelassenheit“, sagt Doll.

Angst um den Charme der Region

Auch auf den Tourismus könne sich das negativ auswirken, fürchten er und seine Vereinskollegen. Die Burgruine Stockenfels beispielsweise, auf die man so stolz sei, werde von Windrädern quasi eingekesselt. „Wollen wir das wirklich?“, fragt sich Doll.

Er verweist außerdem darauf, dass die Stadt Nittenau zusammen mit einer Fläche am Schwarzer Berg und dem Areal bei Eckartstreuth rund 2,5 Prozent des Gemeindegebiets als Vorrangfläche an den Planungsverband gemeldet habe. Das sei deutlich mehr als gefordert, kritisiert Doll.

Infoveranstaltungen geplant

Demnächst wollen er und seine Mitstreiter, die beim Projekt mehr Transparenz fordern, weitere Infoveranstaltungen für Bürger abhalten. Die erste Versammlung in Hof am Regen haben rund 70 Interessierte besucht. Wer mit dem Verein in Kontakt treten oder Mitglied werden will, findet die Infos dazu im Internet auf www.erholungsregion-regental.de.